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Franzensberg

Blick auf Franzensberg

Zur Geschichte von Franzensberg

 

Wolfgang Schimmel

 

   Am Landweg von Schlakendorf zur Straße L 20 befinden sich zwei Wohnhäuser, die heute die Bezeichnung "Franzensberg" tragen. Dieser Name bezog sich ursprünglich nur auf das Waldschulheim, hat sich aber im Laufe der Zeit auch auf diese beiden Gehöfte übertragen. Anfangs nannte man sie "Perdaukel", ein allgemein üblicher Name für außerhalb gelegene Anwesen. Wie sind sie entstanden?

   Um 1837 äußerte der Pastor Brinkmann in Neukalen den Wunsch, daß die Kinder von Schlakendorf, Salem und Gülitz eine zentral gelegene Schule bekommen möchten. Er sprach sich für einen Platz auf Schlakendorfer Feldmark in der Nähe des Forstgehöftes Franzensberg aus. 1842 erteilte das Ministerium für Unterrichtsangelegenheiten in Schwerin die Genehmigung. In einer Stellungnahme dazu lesen wir: "Das neue Schulgehöft wird nun künftig in der Mitte der 3 schulpflichtigen Ortschaften liegen. Der Weg von Salem und Gülitz ist sehr gut, da er durch einen großen Buchenwald geschützt wird, so daß die Schulkinder auch im Winter die Schule regelmäßig werden besuchen können. Auch der Weg von Schlackendorf dahin ist sehr gut und stets trocken, auch größtentheils durch Wald und Buschwerk geschützt. Die Entfernung von Schlackendorf beträgt 300 Ruthen oder 4800 Fuß. Ebensoweit haben die Schulkinder von Gülitz und Salem zu gehen. War bisher der Schulunterricht der Schuljugend in Neukalden wegen der Menge der Kinder, in Gülitz aber wegen des alten schon stumpfen Lehrers, höchst mangelhaft, so daß wir durch zwei Nebenschulen Hülfe gewähren mußten, so wird durch die Anstellung eines Seminarlehrers, nun eine beßere Zukunft für diese 80 bis 90 Kinder betragende Schuljugend, erblühen."

   Ab 1843 wurde dann eine Büdnerei und ab Frühjahr 1844 ein Schulgebäude errichtet.

Die Büdnerei kaufte im Sommer 1843 der Weber Johann Möller und übte hier seinen Beruf aus. Ab 1848 wohnten in der Büdnerei der Rademacher Wiegert und ab 1857 der Büdner Schlapmann. Außerdem lebten hier die Einlieger Peters und Buck.

   Den Schulhausbau mußten die Höfe Schlakendorf und Gülitz sowie die Hauswirte in Salem mit Geld oder Hand- und Spanndienste unterstützen. Den restlichen Geldbetrag steuerte das herzogliche Amt Dargun bei. Bis zum Herbst 1844 wurden durch den Landbaumeister Virck aus Sülz errichtet: das Schulhaus, ein Brunnen, ein Wirtschaftsgebäude und ein Backofen.

   Der Kostenanschlag hatte 1241 Rthlr. 12 Schilling vorgesehen, die endgültige Bausumme betrug 1448 Rthlr. 10 Schilling.

   Anfänglich war ein Feldsteinbrunnen von 6 Fuß Durchmesser und 20 Fuß Tiefe geplant. Als man bis zu dieser Tiefe gekommen war und auf trockenen Sand stieß, mußte weiter gegraben und der Brunnen statt mit Feldsteinen mit Brunnensteinen ausgeführt werden. Erst in einer Tiefe von 60 Fuß stieß man auf Wasser. Aber immer wieder führten später die Einwohner Klage, daß die Pumpe nicht genügend Wasser hergab. So beschwerte sich 1850 der Schullehrer Wolter über die Pumpe: "Mit der größten Anstrengung sind z. Z. zwei bis drei Personen kaum im Stande in einer Stunde nur Eine Tracht Wasser herauszuschaffen".

   Michaelis 1844 wurde die Schule unter Leitung des Schullehrers C. Vick eröffnet. Ihm folgten: A. Schulz (1848 - 1849), J. Wolter (1849 -1852), H. J. Permien (1852 - 1858), W. Knoll (1859 - 1870) und C. Schulz (1870 - 1879).

   Ostern 1879 wurde die Schule in Franzensberg aufgehoben. Die etwa 25 schulpflichtigen Kinder aus Schlakendorf und Franzensberg gingen in Neukalen zur Schule.

   Das Schulgebäude wurde als Büdnerei verkauft. Um 1894 hatte Franzensberg insgesamt 33 Einwohner. Es gab damals sogar eine Ziegelei (Besitzer Hannemann) und einen Ausschank für Ausflügler in Franzensberg.

 

In Franzensberg

 

Franzensberg (1)

 

Franzensberg (2)

 

2009