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Warsow von A – Z

 

Horst Burmeister

 

 

   Abwasserleitung erhielt Warsow 1994. Da der Ort zum Einzugsbereich des Kummerower Sees gehört, wurde hier eine der ersten Kläranlagen auf den Dörfern gebaut.

 

   Anglerverband hatte bei der Gründung etwa 30 Mitglieder. Die Ortsgruppe bestand mit Anglern aus Schönkamp bis 1990. Dann erfolgte der Beitritt in Neukalen.

 

   Archäologische Funde waren häufig nördlich der Judentannen und östlich des Dorfes gemacht worden; ebenso in der Nähe der Försterei, am Flöhberg und ca. 300 m westlich der Gaststätte. Hier waren es vier Urnen, die 1971 von Schülern gefunden wurden und sich heute im Museum in Waren befinden. Sie stammen aus der Zeit ca. 1200 vor Christus. Daraus lässt sich auf eine frühe Besiedlung der Gemarkung schließen.

 

   Auswanderung war auch das Los ehemaliger Bewohner. Am bekanntesten dürfte hierbei K.-H. Öhlkers sein, der nach Calgary (Kanada) übersiedelte und immer noch Verbindung nach Warsow hält. Robert Wasserstradt ging als Kind nach Chicago (USA), kehrte später aber zurück. Bekannt ist auch, dass ein Schneider Zühlsdorf 1847 nach Amerika ging und 1923 Hermann Westphal mit Familie nach Brasilien auswanderte.

   Weitere Auswanderer aus Warsow waren:

Heinrich Boldt, 1872; Arbeiter Friedrich Horn, 22 Jahre, 14.4.1875; Arbeiter Johann Horn, 54 Jahre, mit Frau, 2 Töchter und Enkelkind, 25.10.1876; Arbeitsmann Chr. Struk, 52 Jahre, mit Frau und 2 Kinder, 1882; Zimmermann Carl Grambow, 41 Jahre, mit Ehefrau und 12 Kinder, 1882; Knecht Friedrich Maßmann, 23 Jahre, 1883; Arbeiter F. Niclas, 30 Jahre, mit Ehefrau und 3 Kinder, 16.4. 1884; Arbeiter Johann Köppen, 29 Jahre, mit Ehefrau und 2 Kinder, 18.6.1884; Arbeiter Wilhelm Vipperow, 15 Jahre, mit seiner Mutter Sophia Vipperow, 18.6.1884; Arbeiter Ludwig Bafoth, 68 Jahre, 24.9.1884.

 

Annonce im

 

Annonce im "Öffentlichen Anzeiger" von 1872

 

Annonce im

 

Annonce im "Öffentlichen Anzeiger" von 1884

 

 

 

 

   Backstube: Eine öffentliche Backstube wurde auf Geheiß des Großherzogs von Mecklenburg auf dem Land, so auch in Warsow eingerichtet. Bis 1986 befand sich noch ein kleiner Hügel in der Koppel nördlich des Grundstückes Nr. 32 a.

 

   Bäckerei Karl Öhlkers (geb. 16.7.1879) war bis 1953 in Warsow, Haus Nr. 3. Mit einem Brotwagen wurden vor dem Krieg auch umliegende Dörfer beliefert.

 

   Bauernstellen hatte Warsow laut einer Statistik von 1928:

Nr. 1: Junghans = 65 ha,

Nr. 2: Albert Grambow = 62 ha (später Meta Grambow),

Nr. 3 und 4: Adolf Grambow = 87 ha,

Nr. 5: Hans Schlappmann = 63 ha und

Nr. 6: Erich Saß = 57 ha.

   Bis kurz nach 1900 gab es noch den Großbauern Borgwardt, ungefähr da, wo heute die Schafe vom Boomlöper grasen. Bis 1965 standen hier noch Gebäude. Es wurde berichtet, dass die zwei Söhne des Bauern beim Eisfischen ertrunken sind und somit die Familie später ausstarb.

 

   Chausseehaus befand sich bis zum Abriss 1939 schräg gegenüber der Gaststätte, da wo heute das Transformatorenhäuschen steht. 1866 wurde die Chaussee Neukalen – Dargun fertiggestellt. Chausseewärter in Warsow waren: Christian Schlottmann (um 1878), Johann Friedrich Kramer (um 1888 ... 1899). Der letzte Oberstraßenwärter Franz Kraatz, der hier wohnte, verstarb in dem Haus am 14.9.1939 um 11.45 Uhr in Folge eines Schusses aus einem 6mm Tesching in die rechte Schläfe, wobei nie geklärt wurde, ob es ein Unglück oder Selbstmord war.

 

   Dorffest wurde endlich 2005 wieder gefeiert, und es war ein besonderer Erfolg bei allen, besonders bei den Organisatoren.

 

   Einwohnerzahl:

um 1850                                      

278 Einwohner

Martini 1869                               

246 Einwohner

1894                                            

229 Einwohner

1.12.1900                                   

220 Einwohner

1910                                            

189 Einwohner

1945                                            

176 Einwohner

 

   Erntefest, der Höhepunkt in früheren Jahren. Männer trugen an Forken die von Frauen kunstvoll gefertigte Erntekrone zum Saal der Gaststätte. Bis in die 50-er Jahre wurde hier auch noch gesungen "Nun danket Gott und seid zufrieden". Das Erntefest erlebte Ende der 80-er Jahre noch einmal ein Aufleben, nachdem jahrelang keines gefeiert wurde.

 

Erntefest in Warsow (1)

 

Erntefest in Warsow

 

Erntefest in Warsow (2)

 

Erntefest in Warsow

 

Erntefest in Warsow (3)

 

Erntefest in Warsow

 

Erntefest in Warsow (4)

 

Erntefest in Warsow

 

Erntefest in Warsow (5)

 

Erntefest in Warsow

 

 

   Feriensiedlung Köppen besteht seit Juni 1995. Hier laden neun Holzhäuser zum Urlaubmachen ein.

 

   Ferienspiele waren im Sommer immer etwas Besonderes für die Kinder. Lehrer Willi Wollenburg verstand sich besonders auf eine sinnvolle Freizeitgestaltung.

 

   Feuerwehr bestand bis 1995 in Warsow. Wehrleiter war einst Heinz Bury, später lange Jahre Werner Moll und zuletzt sein Sohn Uwe. Am 4.11.1956 erhielt die Wehr das alte Feuerwehrfahrzeug aus Neukalen. Bis dahin stand nur ein Kutschwagen mit einem Traktor davor zur Verfügung. Größere Brände waren das Feuer durch Blitzschlag am 17.5.1960 im Hause Kölzow, der Werkstattbrand im Februar 1986, genau am Karnevalssonntag, und ein Strohmietenbrand am Schafstall im August 1987. Unvergessen sind auch die Kameradschaftsabende beim gemütlichen Zusammensein mit den Partnern.

 

   Försterei war in Neu Warsow Nr. 22 untergebracht, was am Gebäude heute noch unverkennbar ist. Ab 1866 richtete das Darguner Amt hier eine Holzwärterei ein (Holzwärter Eduard Külewind, um 1880 bis etwa 1901), später dann Dienstwohnungen für den Förster (Förster Friedrich Hückstädt um 1913, Förster Ulrich Köpke um 1921) sowie andere Forstangestellte

 

 

"Neukalener Wochenblatt", Nr. 16, 5.12.1892

 

 

"Neukalener Wochenblatt", Nr. 147, 9.12.1894

 

 

"Neukalener Wochenblatt", Nr. 17, 7.2.1896

 

 

"Neukalener Wochenblatt", Nr. 152, 27.9.1909

 

 

Das

 

Das "Forsthaus" auf einer Ansichtskarte von 1942

 

 

   Zur Försterei gehörte Ackerland an der Straße nach Dargun, gleich hinter dem Wald auf beiden Seiten. Auch stand hier ein Pferdegespann für Forstarbeiten und bis Ende der 60-er Jahre wurden Rinder gehalten. In Erinnerung sind noch Förster a.D. Max Karl Rudolf Kröning (um 1931 ... 1946) sowie Förster Diesing. Letzterer hatte im Schornstein Gewehre versteckt beim Russeneinmarsch 1945 und wurde dafür mit einer Haftstrafe belegt.

 

Grabstein auf dem Schorrentiner Friedhof für den im Warsower Wald gefallenen Wehrmachtssoldaten Günther Grewe

 

Grabstein auf dem Schorrentiner Friedhof für den im Warsower Wald gefallenen Wehrmachtssoldaten Günther Grewe

 

 

   Nach Mai 1945 wurde die Försterei auch als Kommandantur der Russen benutzt. Auf dem Gelände war ein Soldat der Wehrmacht verscharrt, der in den letzten Kriegstagen im Warsower Wald den "Heldentod" starb. Später wurde er auf den Schorrentiner Friedhof umgebettet, wo sich sein Grab heute noch befindet. Es sollen auch nicht die Forstmitarbeiter Weißhaupt, Hermann, Hübner, Splettstößer, Wendt und andere vergessen werden. Heute dient das Forsthaus dem langjährigen Forstamtsleiter Dr. Hans Joachim Müller und seiner Familie als Wohnung.

 

Das frühere Forsthaus in Warsow

 

Das frühere Forsthaus in Warsow

 

 

 

   Gaststätte: Sie wurde etwa 1880 vom Häusler und Gastwirt Friedrich Carl August Möller errichtet. Als er um 1895 starb, führte seine Frau, Friederika Möller, geb. Laartz unter Leitung ihres Vaters, Bierhändler Wilhelm Friedrich Johann Laartz, Schäfersohn aus Schönkamp (geb. 16.11.1872), das Lokal mit Bierverlag bis 1902 weiter. Dann zog sie nach Neukalen und verkaufte die Gaststätte an Carl Nebeck aus Ribnitz.

 

 

"Neukalener Wochenblatt", Nr. 67, 5.6.1889

 

 

"Neukalener Wochenblatt", Nr. 27, 7.2.1896

 

Annonce 1902

 

Annonce 1902

 

 

"Neukalener Wochenblatt", Nr. 146, 17.9.1909

 

 

"Neukalener Wochenblatt", Nr. 91, 13.6.1909

 

Die Gastwirtschaft

 

Die Gastwirtschaft "Lindenau" in Warsow, Besitzer: Carl Nebeck
(Ansichtskarte von 1909 oder früher)

 

Die Gastwirtschaft

 

Die Gastwirtschaft "Lindenau" in Warsow
(Ansichtskarte von 1910 oder früher)

 

 

   Da vor der Gaststätte Linden stehen, wurde sie "Lindenau" genannt. Für die Einwohner der umliegenden Dörfer war sie eine der wenigen Einkehrmöglichkeiten. Der Spruch: "Heute ist der Himmel blau, auf geht´s nach Lindenau" machte oft seine Runde. Vor dem I. Weltkrieg gaben die Musiker Ziegler, Böhmer und Kottke aus Neukalen hier oft ein Konzert und spielten zum Tanz auf. Ab 1927 übernahm Wilhelm Bury, der Großvater des jetzigen Besitzer Uwe Moll, die Gaststätte. Nach seinem Tod führte seine Tochter, Irmgard Bury, die Gaststätte weiter.

 

Die Gastwirtschaft von Wilhelm Bury auf einer Ansichtskarte von 1942

 

Die Gastwirtschaft von Wilhelm Bury
auf einer Ansichtskarte von 1942 "Gasthof"

 

Die Gastwirtschaft von Wilhelm Bury auf einer Ansichtskarte von 1942

 

Die Gastwirtschaft von Wilhelm Bury
auf einer Ansichtskarte von 1942 "Veranda"

 

 

   Ab dem 15.4.1960 wurde sie Konsumgaststätte und gehörte zum Konsum Dargun. Gaststättenleiter waren Heidi Wessel und Elke Splettstößer. Als Manfred Gültzow die Gaststätte pachtete und sie vollkommen umgestaltet am 1.11.1979 eröffnete, gewann sie als Ort der besonderen Gastlichkeit einen sehr guten Ruf. Vor der Wende war es gar nicht so leicht, hier einen Platz zu bekommen. Später wurde die Landgaststätte "Bei Ursel" von Ursel Gültzow geleitet. 2004 übernahm Uwe Moll dann die Gaststätte schließlich wieder in Familienbesitz.

 

 

 

"Hotel und Gaststätte Moll" in Warsow

 

 

   Getreidehalle wurde Anfang der 90-er Jahre von der Pflanzenbau AG Wagun gebaut. Hier wird Getreide getrocknet, gereinigt und gelagert. Um 1936 war an dieser Stelle eine Frau vom Blitz erschlagen worden.

 

   Häuslerei: Dieses waren Häuser mit wenig Grundbesitz. Die Bewohner verdingten sich ihren Lebensunterhalt bei den Großbauern oder auf den umliegenden Gütern.

 

   Hotel wurde am 27.07.1991 eingeweiht. Uwe Moll erkannte die Entwicklung der Zeit und baute den ehemaligen Stall auf seinem Grundstück um. Seitdem empfingen er und seine Frau Heike schon etliche Gäste in den 18 Doppelzimmern.

 

   Imkerei wurde in Warsow schon immer betrieben. Einen Bienenschuppen oder Bienenschauer hatten einige Gehöfte. Bekannt war, dass Lehrer Friedrich Prestin und Wilhelm Meier als Imker tätig waren. Heute betreibt Dr. Hans Joachim Müller noch immer konsequent die Imkerei, auch Harry Schober und Ernst Kasten sind Hobbyimker.

 

   Jagdkollektiv Warsow: In ihm waren Jäger aus der näheren Umgebung zu DDR-Zeiten organisiert. Einige von ihnen gehen dem Waidwerk noch heute nach, jedoch unter anderen Bedingungen. In der Försterei befand sich eine Wildsammelstelle, wohin die Jäger das von ihnen erlegte Wild brachten.

 

   Kindergarten, befand sich anfangs als Erntekindergarten im Haus Nr. 35, Kindergärtnerin war zuerst die spätere Neukalener Bürgermeisterin Irene Tucholke, dann Elly Schwarz und zuletzt Lucie Westphal. 1973 zog der Kindergarten in das größere Gebäude Nr. 32 a. Hier wurden nun Kinder betreut aus Warsow, Wagun, Kützerhof, Schwarzenhof, Kämmerich, Schorrentin, Schönkamp und auch aus Neukalen. Mehrere Kindergärtnerinnen und ein Hausmeister sowie Küchenpersonal hatten hier Arbeit. 1991 wurde der Kindergarten geschlossen. Den Transport der Kinder hin und zurück nach Warsow übernahmen all die Jahre Busse der LPG Pflanzenproduktion Wagun.

 

   Kindertag war auch ein besonderer Tag in Warsow. In der Zeit als Willi Wollenburg als Lehrer in Warsow tätig war, wurden Sportwettkämpfe und Spiele durchgeführt. Es gab einen kleinen Umzug durchs Dorf zur Gaststätte hin, wo Leckereien für die Kinder und Kaffee und Kuchen für die Erwachsenen verteilt wurden. Am Abend traf man sich dann wieder am Konsum zum Lampionumzug, der dann zum "Dannenkamp" führte, wo ein Lagerfeuer entzündet wurde. Angeführt wurden die Umzüge von Heinz Zick, der mit seinem Akkordeon für die Musik sorgte. Finanziert wurde dieses durch eine Sammelliste und Spenden der Einwohner. Kinderfeste in ähnlicher Form gab es auch noch vor und nach der Wende.

 

Kinderfest 1960

 

Kinderfest 1960

 

Kinderfest 1965

 

Kinderfest 1965

 

 

   Kinderreim aus Warsow (ca. 1930) aufgeschrieben von Ilse Burmeister:

 

Wasserstradt schlacht ´n Kalw,

Wessel kriegt datt Halw,

Hoff kriegt Kopp un Niern,

Ivert kriegt datt isoliern,

Stellmacker Niclas kullert Wagenrad,

Willem Schwart führt mit dei Poggen (Frösche) tau Stadt,

Willem Meier spält Fidolin,

Willem Heller danzt mit sien Karolin,

Korl Schwart kickt öwern Tun,

Walda Schwart sünd dei Büxen brun,

De Förster makt watt up´n Stein,

Ludwig Voß klarrt all wedder ut´n ein.

 

 

   Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft "Junge Welt Warsow": Die LPG Typ III wurde 1955 gebildet. Vorläufer war auch hier die ÖLB, Leiter: Siegfried Hahn. Von der ÖLB wurden ungenutzte Flächen bewirtschaftet. Viele Flüchtlinge arbeiteten in der ÖLB und verdienten weniger als 100 Mark im Monat. Seit dem 1.3.1960 gab es in Warsow die LPG Typ I "Morgenrot". Sie existierte bis zum 30.04.1974, zuletzt nur noch mit drei Mitgliedern: Robert Wasserstradt, Rudi und Ullrich Niclas.

 

   Lehrlingswohnheim (im Haus Nr. 32 a seit 1954 bis um 1970) beherbergte Lehrlinge, die in Warsow einen landwirtschaftlichen Beruf erlernten. Einige von ihnen fanden auch hier ihren Lebenspartner und leben noch heute im Ort.

 

   Lotto wurde schon immer gespielt, nur "Keule", Wolfgang Sibura war sein richtiger Name, erwischte einen 5-er im Telelotto. Da er oft sehr klamm mit dem Geld war, legte die Postbotin, Edith Kiesow, für den Lottoschein aus. Ein Glückstreffer, etwas über 35000 Mark, ein gutes Jahr, und es war verlebt. Keule verstarb schon im Februar 1976.

 

   Musikkapelle: So etwas gehörte auch einmal zu Warsow. Wer von den Älteren erinnert sich nicht an Heinz Socha und seine Combo. Mit dabei waren auch Lothar Dabbert am Schlagzeug und Heinz Zick mit seinem Akkordeon. Oft beim Tanz in der Gaststätte oder bei Sportfesten der 70-er Jahre traf man sie an. Sie brachten es auch fertig zum Herrentag, bevor Walter Ulbricht diesen abschaffte, mit einem Kutschwagen von Haus zu Haus zu ziehen und hier ein Ständchen zu spielen. Zur Belohnung gab es dann etwas Geld oder einen guten Schluck.

 

   Niederdeutsches Hallenhaus: Eine Augenweide wäre es, stünden sie noch da. Das eine, Nr. 34, wurde schon vor dem Kriege umgebaut, das letzte konnte von Meta Grambow nicht gehalten werden und wurde schließlich 1982 ganz abgerissen.

 

   Ortsbeirat lenkt die Geschicke des Dorfes. Mitglieder sind hier Dr. Arthur Chudy, Dr. Hans Joachim Müller und Lorenz Neumann. Sie wirken zusammen mit dem Dorfkomitee, das sich um Feierlichkeiten und Belange des Dorfes kümmert. Ortsteilvertreter waren nach der Wende H.-J. Köppen und H. Burmeister.

 

   Poststelle (ab etwa 1962): Welcher alteingesessene Warsower kennt sie nicht, die Poststelle bei Wendeborns bzw. Kiesow. Hatte sie damals ob Brief, Paket oder Zeitung alles zugestellt, so änderte sich doch vieles im Laufe der Zeit. Irgendetwas blieb hier leider auf der Strecke.

 

   Reiterhof entstand Anfang der 90-er Jahre. Familie Gültzow hat seitdem viel investiert. Neben Ferienzimmern entstanden hier eine geräumige Reithalle sowie Stallungen, wo auch Pensionspferde untergebracht werden.

 

   Schmiede: bis um 1813 gab es bereits eine Schmiede in Warsow, später dann in Neu Warsow, Büdnerei 4 (heute Haus Nr. 15). Überliefert sind: Heyner (ab 1831 bis 1835), Johann Pietschmann (ab 1837 bis 1853), Johann Joachim Peter Böhm (vor 1877) und Christian Heinrich Ludwig Bünsch (um 1880).

 

   Schule: Bereits 1804 hatte die Dorfschaft Warsow eigenmächtig eine Schule eingerichtet und einen Schulmeister angestellt. Das wurde aber vom Amt Dargun untersagt, und so mußten die Kinder wieder in Schorrentin zum Unterricht gehen. Auf Grund der 1830 neu angelegten Büdner – Kolonie (Neu Warsow) war die Einwohnerzahl stark angestiegen. Etwa 1835 wurde dann auch eine Landschule eröffnet. Folgende Lehrer unterrichteten hier:

 

Lehrer Holzmann                                      

gen. 1835 ... 1838

 

Lehrer Böttcher                                         

gen. um 1849

 

Lehrer Griem                                              

gen. um 1867

 

Lehrer Böhm                                              

gen. um 1868

 

Lehrer Ludwig Lüdemann                       

gen. um 1878

 

Lehrer Karl Angebauer                            

gen. 1882 ... 1919

 

Lehrer Schuhmacher

[1923 nach Rostock verzogen, 1923 / 1924 mußte die Schule durch Hilfslehrer  verwaltet werden]

 

Lehrer Hermann Müller                             

ab 1.4.1924 bis 1938

[vor 1924 Lehrer in Gellin; geb. 1889, gest. 1938; sein Grab befindet sich auf dem Schorrentiner Friedhof]

 

Lehrer Schünemann                                

1938

 

Lehrer Friedrich Prestin                           

ab 1938 bis 1944

 

Lehrerin Müller, geb.Lippert                     

ab 1945 bis 1954

[sie flüchtete in die BRD]

 

Lehrer Friedrich Prestin                           

 ab 1954 bis 1961

 

Lehrerin Stumpf                                         

 ab 1961 bis 1962

 

Lehrerin Urbigkeit                                     

 ab 1962 bis 1964

 

Lehrer Willi Wollenburg                           

 ab 1964 bis 1968

 

Die Schule auf einer Ansichtskarte von 1942

 

Die Schule auf einer Ansichtskarte von 1942

 

 

   Es existiert noch ein Klassenfoto von 1908 mit dem Lehrer Karl Angebauer sowie ein weiteres von 1925 mit dem Lehrer Hermann Müller. In früherer Zeit unterrichtete der Lehrer acht Klassen in einem Raum. Nach 1945 gingen die höheren Klassen nach Neukalen.  Als letzter Lehrer brachte Herr Willi Wollenburg, welcher familiäre Wurzeln in Warsow hat, den Schülern der Klassen 1 bis 3 das Lesen und Rechnen bei. Da Herr Wollenburg damals auch Hobbylandwirt war und der Schulgarten bei ihm mit das wichtigste Fach war, war er bald überall als Landschulmeister bekannt. 1967 gab es die letzte Einschulung in der Teiloberschule Warsow mit drei Schülern. 1968 schloss sich dieses Kapitel Warsower Geschichte, fortan ging es nach Neukalen.

 

Schulklasse 1908 mit Lehrer Karl Angebauer

 

Schulklasse 1908 mit Lehrer Karl Angebauer

 

Schulklasse 1925 mit Lehrer Hermann Müller

 

Schulklasse 1925 mit Lehrer Hermann Müller

 

Einschulung 1955

 

Einschulung 1955

 

Schulklasse mit Lehrer Friedrich Prestin, um 1960

 

Schulklasse mit Lehrer Friedrich Prestin, um 1960

 

Im Schulraum (Lehrerin Stumpf)

 

Im Schulraum (Lehrerin Stumpf)

 

 

   Schulze; er wurde früher von der Dorfgemeinschaft als ihr Vertreter gegenüber der Obrigkeit gewählt und war für die Absprachen wirtschaftlicher, sozialer und finanzieller Regelungen im Dorf zuständig. Überliefert sind folgende Namen:

 

   1709 ... 1719           

Jacob Peters

 

   1739 ... 1763           

Friedrich Krüger

 

   1763 ... 1775           

David Schwartz

 

   1805 ... 1811           

J. C. Wienert

 

   1811 ... 1854           

Christian Grambow

 

   1882 ... 1891           

Christian Grambow

 

   1896 ... 1925           

Adolf Grambow

 

   1925 ... 1926           

Meier

 

   ab 1927                    

Erich Saß (ab 1935 Bürgermeister)

 

 

   Stellmachereien befanden sich sogar zwei in Warsow. Zusammen mit der Landwirtschaft bildeten sie das Einkommen der Leute. Die erste (Ludwig Westphal) befand sich bis 1929 in dem Haus Nr. 25 (Prokopp), dann verzog die Familie. Die letzte bestand bis Ende der 60-er Jahre auf dem Gelände von Haus Nr. 10. Wer kannte ihn nicht, Stellmacher Rudolf "Struppy" Meier (geb. 14.5.1884)? Bekannt war er für seine komische, ja kauzige Art, auch Funktionären der DDR gegenüber. So sagte er einmal zum Bürgermeister Boeck aus Neukalen: „Hör mal, du Landesverräter, wie ist das mit dem Löschdieck?“ „Herr Meier, was haben Sie gesagt?“ „Landesvertreter,“ antwortete Struppy schlagfertig.

 

   Stromanschluß für Warsow erfolgte 1925/26.

 

   Tischlerei Liefländer (August Heinrich Christian Christoph Liefländer, geb. 7.7.1865 in Tessin) befand sich bis zum ersten Weltkrieg auf dem Grundstück Nr. 40 (Mietzner). Hier ist aber kaum etwas darüber bekannt.

 

   Torflöcher: Sie entstanden durch den Torfabbau zum Zwecke des Heizens, eine mühselige Arbeit. Jeder Großbauer hatte eins oder mehrere, ebenso die Büdner F. Köppen, K. Schwarz und W. Schwarz. Karl Schwarz war der letzte, welcher bis um 1960 noch Torf gestochen hat.

 

   Umgehungsstraße wurde 2005 fertig gestellt. Sie wurde notwendig, um vor allem den Getreidetransport von und zur Getreidehalle zu bewältigen. Mit ihrer Fertigstellung wurde der Bäckerweg zur Sackgasse.

 

   Umsiedler kamen durch Kriegseinflüsse aus Ost- und Westpreußen, Hinterpommern, Schlesien, dem Sudetengau und mit Familie Neff sogar als Banater Schwaben aus Rumänien. Vielen gab Warsow nicht nur Zwischenstation, sondern auch eine neue Heimat.

 

   Verkaufsstelle wurde schon in den 50-er Jahren vom Konsum in Warsow eingerichtet. Langjährige Verkäuferinnen waren Friedchen Dannenberg, Gisela Gentsch und zuletzt Elfi Kneier. 1989 wurde das Gebäude noch total umgestaltet und saniert. Zwei Privatisierungsversuche nach der Wende scheiterten. Seitdem wartet das Gebäude in seinem Dornröschenschlaf auf einen Interessenten.

 

Herta Neff vor dem Dorfkonsum

 

Herta Neff vor dem Dorfkonsum

 

 

   Wasserversorgung wurde früher nur durch die Pumpe, die auf fast jedem Gehöft stand, getätigt. Im Jahre 1965 wurde dann die erste zentrale Wasserversorgung hergestellt. Ein Brunnen war am Kuhstall und diente der Versorgung des Viehs der LPG. Ein weiterer Brunnen befand sich hinter dem jetzigen Dorfplatz. Da die Wasserqualität nicht mehr den Ansprüchen der menschlichen Ernährung entsprach, wurde bereits 1986 eine neue Trinkwasserleitung vom Schorrentiner Wasserwerk verlegt.

 

   Werkstattgebäude entstanden mit der LPG-Gründung. Das erste war ein ehemaliger Stall und eine Scheune als Abstellhalle für landwirtschaftliche Maschinen. Durch Um- und Anbau entstand dann im Jahre 1975 der jetzige Komplex als Werkstatt der LPG Tierproduktion Neukalen. Bis zu 15 Männer und Frauen fanden hier Arbeit. Schließlich mit der Wende entstand hier am 01.11.1990 die  "Landtechnik Kersten". Im Sommer 2000 ging dieser Betrieb leider in Insolvenz. Vielleicht findet sich ein Investor, der hier wieder Leben reinbringt.

 

   Zahl 775: Dieses Jubiläum werden die Warsower sowie ihre Gäste gebührend feiern. Möge der Ort Warsow auch kommenden Generationen ein Stück Heimat sein.

 

Warsow (2006)