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In Kalen is nicks tau halen.


   Von F. Scheidler
   Dieser Beitrag ist der Halbmonatsschrift für ostmecklenburgische Heimatwerte, Landeskunde und Unterhaltung "Ostmecklenburgische Heimat" vom 16. Februar 1930, Jahrgang 3, Nr. 4, entnommen.

   Dei Malchinschen hebben tau läben, oewer weiten nich tau läben; dei Kalschen hebben nich tau läben un weiten ok nich tau läben; oewer dei Teterowschen dei hebben tau läben. So seggt dei Volksmund un dat mag denn ok woll stimmen. Ok mit dei Kalschen Kloes' hett dat sin Richtigkeit; oewer dat in Kalen nicks tau halen is, dat seggen man blot dei Malchiner Gössels, wenn sei dei Kalschen Jungens tau Narren hebben.
   Oewer süss, ick lat up Kalen nicks kamen! Wän kennt nich den Gortbrauk, dei Smöltbäk, den Ramer- (Ratmanns) Diek? Wat hebben wi dor för Freud hatt? Wenn'n dor an trügg denkt, ward'n hüt noch wedder jung!
   Lat di vertellen!
   Dei Smöltbäk kümmt ut dei Wischen achter'n Gortbrauk, flütt an'n Gortbrauk vörbi up dei Stadt tau, dörch den Krankenhusgoren in den Ramerdiek rin! Mihr Wissenschaft harr disse Bäk woll för keinen Kalschen Jung. Ded ok gor nich nörig - hei wüßt liekerst wat mit ehr antaufangen.
   In'n Sommer wieren in'ne Smöltbäk bannig väl Stäklings. Jungedi, wat flutschten dei lütten Diere! Dei Rostocker Jung seggt dorüm ok woll Stäkelflutscher dortau. Wenn disse Diere sick ehr bunt Hochtiedenkled antreckt harden, denn müchten wi sei am leiwsten lieden. Denn neihmen wi uns 'nen Wiedenkorw, wur Mudding ümmer dei Tüffel in späulen ded, dükerten den unner't Warer, täuwten 'ne Tied lang bet dei lütten Diere wedderkeimen un denn würd forsch hochhalt. Dat Warer leip af und dei Stäklings bleiben nah. Wat spaddelten dei lütten Fisch mit ehre spitzen Tachels! Künn einen binah leed dauhn! Oewer wat hülp dat all? Wi setten s' bi Mudding in dei Waschkoek in't Warerküben un wieren stolt up unsen Fang. An'n negsten Morgen käm uns dat denn meist so vör, as wenn dei lütten Diere dat gor nich gaud bekamen wier. Denn setten wi s' wedder ut in dat faste Meinen, dat sei sick wedder verhalen deden.
   Disse ganze Fischeri seihg lichter ut as sei würklich wier. Ligg dor mal up dei Knei un luer un luer. Dat Blaut stiggt di tau Kopp un bi dei Speigeli in'n Warer würr di tauletzt ganz ramdoesig tau Maud. Min Korlfründ is eins dorbi koppoewer rinfollen un wat min anner Fründ wier, Hanne säden wi tau em, dei meint, dat Fischen flutscht bäter, wenn hei sick Schauh un Strümp uttrecken un in dei Bäk rin waden ded. Dorbi harr hei sick mal 'nen gatlichen Stück Glas in dei Tehnen peerdt. Un dat blörr! Wäk rädten all von Beinafbinnen un Dokter - man so'n richtigen Jung vergett sinen Schaden bald.
   Fein wier't ok, wenn wi up Entdeckerreisen gahn deden! Denn wadten wi dei ganze Bäk bet nah't Gortbrauk hen af. Un wat würr denn all entdeckt! Stellenwies' güng't Warer all bet an dei upkrempten Bücksen; man wi kämen sommers doch ganz hen bet an't Brauk ok dörch dei Dräns dörch, so dat wi den hogen Magistrat dei Kosten för dat Reinmaken afneihmen. Un bi'n Brauk hüngen denn dei Hasselstrücker oewer't Warer un dor neihm dei Entdeckungsfohrt denn meist 'n Enn' von wägen dei riepen Hasselnoet. Wur oft is denn dei Kühler kamen mit sienen Köter! Ne, wi süllen dor kein Noet plücken! Wi neihten ut dörch all den Nettel in dei Wisch un nahst käuhlten wi uns den Brand in dei Smöltbäk.
   Ok in'n Winter lät uns dei Smöltbäk nich in'n Stich! Wenn wi denn an'n Middwoch orre Sünnabend ut dei Schaul kämen, denn güng't wedder hen nah dei Smöltbäk. Mit dei Schaularbeiten harr dat jo Tiet. "Wi hebben jo ok gor nich väl upkrägen," so trösten wi uns meist un harden gauden Maut. Oewer abends so henne sößen krägen wi meistendeils 'nen anner Meinen dorvon. Denn dükert so liesing dei Vörstellung von unsen Kanter sienen Schacht in uns up, un wenn wi denn nah Hus kämen, denn schüll uns' Mudding. Sei wull noch giern 'n bäten bi't Knüttern in 'ne Schupstunn' sitten und den Petroleum sporen.
   Oewer ick wull jo von dei Smöltbäk vertellen!
   Taufrieren ded dei Smöltbäk nich so licht von wägen dat fleiten Warer, un wenn sei denn tau wier, wier't all luter Bollies. Setst bald mit beid' Beinen in! Dat schadt jo oewer ok wierer nicks. Ja, un wenn dei Beinen nu mal natt wieren, denn künn'n jo ok nicks mihr verdarben. Also, lang an dei Bäk - hen nah'n Ramerdiek!
   Dunnernarrens - dat wier 'nen annern Snack dor! Wur fein blank wir dat Is. Wenn'n süss ok nich mit'n Stein oewer'n Diek wegsmieten künn - öfters harden wi dat utprauwt, bet denn oll Glasow, dei Stadtsoldat käm - nu güng't; nu sust dei Stein oewer dat glarre Is weg, dat't man so stah säd un dei Finstern bi Hanne sienen Vadder in Gefohr kämen. Un wenn dat Is denn so tämlich hollen ded nah uns' Meinen, denn würr Strietschauh lopen un peikt. Jungedi, wat künnen wi schehsen!
   Bet dei Däu keim, denn würr dat Is stump un ut wier't mit dat Strietschauhlopen. Oewer wi wüßten uns tau helpen. Dei Bierbruger harr all 'nen ganz Stück von den Diek für sienen Iskeller afiesen laten. Nu güngen för uns Jungens dei Entdeckerfohrten wedder los. Ditmal oewer grar so as Kolumbus, up'n Warer, mit'n Schipp! Ierst läten wi uns dei Peik bi'n Smitt an'n Markt düchdig scharp maken. Kosten ded uns dat nicks; wi höllen em denn eins dei Pierd, wenn dei taum Beslahn kämen. Väl Lust tau uns' Peiken harr hei oewer liekerst nich, dei Smitt; ierst schüll hei so'n bäten, wenn wi mit dei Peikhakens vör dei Smäd rümluerten. Denn fatt dei ein von uns sick'n Hart un sad:
   Herr Jörss, Vadding lett fragen, wat sei mi nich eins dei Peik scharp maken wullen? Ierst gnurr hei denn noch so'n bäten; man tauletzt ded hei't doch, un wenn hei alle Peiken farrig harr, denn säd hei: So, nu hollt jug oewer nich up, ji Ströpers. Wi seilten oewer den Markt, dei Malchiner Strat dal - hen nah'n Ramerdiek.
   Dor wieren wi wedder! Nu rup up't Is bet ran an dat klore Warer, wur dat Is all afführt wier. Denn güng't ran an dei Arbeit. Wi peikten Isstükken af, so drei bet vier Meter in Läng'n un Breid. Wat spritzt dat Is! Mößten ollig mit dei Ogen kniepen. Dat duert ok gor nich so lang'n, denn wier 'nen Flott los. In dei Mirr wurr denn noch 'n Lock dörchpeikt, dor dei Peik dörchstäken un denn güng't Raurern los. So seilten wi oewer den ganzen Diek as harden wi alltausamen dat Examen för "Schiffer auf große Fahrt". Kämt ollig eins nah dei Ecken hen, wur'n süss blot henkieken künn. Dat wier denn tauwielen 'nen groten Schippsverkihr up den Diek un dorbi käm dat ok mal vör, dat weck sick rammten un so'n Schipp leck würr. Denn müßten tauseihn, dat'n rasch up'n anner Flott keim. Man dordörch würr dei Last so grot, dat dat Warer all oewer dei Räling güng. So lang'n as dei Fohrenslüd' sick denn gliekmäßig oewer't ganze Flott verdeilen deden, güng't langen frisch. Man - ach du leiwe Gott - wenn dat Schupsen ierst anfüng. Denn stünn bald dei ein Kant von dat Flott pieplings ut'n Warer un käm ümmer höger un höger un wat denn? Denn stünn tauletzt dei Stüermann "allein auf weiter Flur". Un dei annern? Je, dei mößten seihn, dat sei up'n anner Flott ruppsprüngen. Dat güng ok meist gaud af; weck sprüngen oewer tau forsch un rutschten up dei anner Sied furst wedder dal rin in't Warer, orre sei sprüngen nich wiet naug un müßten ok Bekanntschaft maken mit dat "nasse Element". Wier't männigmal 'n Klamauk! Oewer dor is keiner bi tau Schaden kamen. Dat würr vör dei grot Fohrt richtig afmakt, dat keiner den annern in'n Stich laten dörf.
   Wurans würr dat oewer mit dei kloeternatten Klamotten? Fritz H., dei sick tau Hus 'n natt Johr vermauden wier, lät sick up all dat Tauräden nich in. Hei güng in dei Gorens achter'n Diek, treckt Jack und Bücks ut un hängt 's up'n Tun. So täuft hei bet't düster würr und donn wier't taulat. Em klapperten dei Tähnen in'n Mund un an'n negsten Dag wier dei oll Sanitätsrat all bi em un met em dat Fewer. "Lungenentzündung" säd hei man blot. Oewer hei hett dor wiere keinen Schaden bi nahmen un in'n negst Johr wier hei all wedder bi't Schippern. Dei Dummheit mit dat Tügdrögen up'n Tun würr nich wedder makt. Nahst wieren wi dor achterkamen, dat dat annerswo väl bäter güng. Dieter W. harr dat utfünnig makt. Hei mößt nahmiddags henne vieren ümmer nah dei Post un anfragen, wat för sienen Vadder wat ankamen wier. As nu Willem S. eins 'n bäten von't Flott afrutscht wier, säd Dieter tau em: "Willem, weißt wat? Kumm mit mi nah dei Post. Dor kannst drögen! Steiht 'nen feinen groten isern Aben. Is gläuhnig heit! Man tau, Willem!" Willem güng jo mit un as dei't utprauwt harr, dunn künn uns gor nicks mihr passieren. Wurd dat reine "Asyl für Schiffbrüchige".
   Sall ick von Kalen noch mihr vertellen? Von'n Scheperdiek, von dei Judendannen un von't Heid'dal, von'n Moehlenbarg un den groten Kummerowschen See, den wi bet nah Aalbaud un nah Malchin hen kennen deden?
   Für hüt sall't naug wäsen!
   Man: Up Kalen lat ick nicks kamen!