Auf dieser Karte von Lauremberg (1590 - 1658) ist "Treblin" noch eingezeichnet.
Aus den Jahren 1601 bis 1605 liegen im Landesarchiv Schwerin Akten über eine erhobene sogenannte Türkensteuer vor. Zu dieser Zeit sind ebenfalls noch drei Bauern vorhanden. Die Zahl der Kossaten und Einlieger ist unterschiedlich. Erstmals ist von einer Schäferei die Rede.
Die Namen der Bauern waren: Jacob Schröder, Peter Seemann und Zacharias Rabandel.
Aus dem Jahre 1612 liegt ein "Vorzeichnus was zum Neuwenkalden von den Amptsvnderthanen zu der Kreyßhülffe ist eingefürdertt wordenn". Hier heißt es zu Trebelin:
"Trebbelinn
Von Dreien Bawleuthen derer ieder 2 Huefen hatt 18 Schilling. Von zween Koßaten vnnd einem einligger 4 Schilling 6 Pfennig.
Summa aus Trebbelin 22 Schilling 6 Pfennig."
Es lebten also zu dieser Zeit noch drei Bauern, von denen jeder zwei Hufen besaß, zwei Kossaten und ein Einlieger mit ihren Familienangehörigen sowie Mägde und Knechte im Dorf, so daß hier insgesamt schätzungsweise fünfzig Personen lebten.
Trotz seiner versteckten Lage hat auch das Dorf Trebelin in Dreißigjährigen Krieg arg gelitten. Im Gnoiener Amtsbuch wird es in den Jahren nach 1636 als ganz verwüstet bezeichnet. Zwar siedelten sich irgendwann nach Beendigung des verlustreichen Krieges in Trebelin wieder Bauersleute an, es war aber nur noch eine Frage der Zeit, daß das Dorf von der Bildfläche verschwand.
Die Bauern unterstanden dem Amt Neukalen. Wie aus einer Urkunde von 1671 hervorgeht war ihre Feldmark nur klein. Jeder der drei Schläge erbrachte nur 13 Drömt 4) Korn. Die Schäfereien in Kleverhof und Schorrentin sowie der Hof Kämmerich hatten auf der Trebeliner Feldmark Nutzungsrechte bekommen, um die es oft Streitigkeiten gab. Welche Gründe im einzelnen zur Aufgabe der letzten Bauernstelle führten, muß dahingestellt bleiben.
Um 1680 jedenfalls zogen die Bauern aus Trebelin in die Nachbarorte fort. Die Feldmark kam an Kleverhof und Kämmerich. Der Bauer Christoff Seemann hat eventuell noch bis 1694 hier gewohnt, wie in den letzten Nachrichten, die ich über Trebelin finden konnte, angedeutet wird. Seinen Acker bestellte er aber längst woanders.
Von den Hütten, Ställen, Scheunen, Zäunen aus Holz, Lehm und Stroh ist nichts geblieben. Niemand kennt mehr den Weg, den die Bewohner zum Kirchgang nach Schorrentin nahmen. Die Brücke über den Schorenbach ist längst verfallen. Heute wird die große Niederung zwischen Schorrentin und Sarmstorf als Kuhweide genutzt. Die abgeschiedene Stätte des Dorfes Trebelin nimmt der Wald ein. Alte Buchen wachsen hier, die vielleicht in ihren jungen Jahren noch die letzten Reste der verfallenen Hütten gesehen haben.
Besonders schön ist es hier im Mai, wenn die Sonnenstrahlen durch das lichte Grün der Buchen schimmern und ein vielstimmiges Gezwitscher der Vögel erschallt. Im hohen Waldflattergras leuchten die zahllosen blauen Blüten des Gamanderehrenpreises und strahlt das Weiß der Echten Sternmiere.
Der Schorenbach (sein Name hat den gleichen Ursprung wie der Ortsname Schorrentin) nimmt am "Rosengarten" seinen Anfang, vereint sich in der Wiesenniederung mit einem anderen Bächlein, welches aus der Gegend nordwestlich von Sarmstorf kommt und fließt schließlich durch die Buschkoppel weiter zur Peene hin.
Nichts ist vom Dorf Trebelin geblieben, nur der wohlklingende und fantasieerweckende Name Rosengarten.
1) Der Name "Rosengarten" haftet in der volkstümlichen Überlieferung oft an besonderen Orten und wird als der "gefreite oder eingefriedigte Raum, dem das Getöse der Welt fern bleibt", gedeutet.
2) "Die slawischen Ortsnamen Mecklenburgs und Holsteins", Trautmann, R., Berlin 1950: nso. trebis "Stück Wald ausroden und Ackerland daraus machen".
3) Kossaten: Katenbesitzer, sehr kleiner Bauer, der zu Tagelöhnerdiensten verpflichtet war.
4) Drömt: altes Getreidemaß, 1 Drömt = 12 Scheffel, 1 Scheffel etwa 30 kg Getreide.