Fahrt nach Templin, September 1953
Stehend von links: Werner Ahlgrimm, Friedrich Bobering, Fritz Hagenow, Bernhard Rinke, Eberhard Zingelmann, Boni Clasen, Günter Harder, Kurt Schmidt, Manfred Faber, Karl-Heinz Waschk, Busfahrer, Werner Doll, Walter Jürß, Harry Waschk, Wolfgang Weise, Fritz Weißenberg, Udo Ressin; aus dem Busfenster: Erwin Henke; sitzend von links: Ladislaus Schwarz, Horst Scharping, Robert Zingelmann, Joachim Zidorn; gehockt dahinter: Karl-Heinz Oelkers.
1953 und 1954 spielte Neukalen eine überraschend gute Rolle in der Bezirksklasse. Hierzu trug auch eine sehr starke Fraktion von Spielern aus Schorrentin bei. Zu ihr gehörten Heinz und Harry Waschk, Werner und Klaus Doll, Willy und Herbert Weißenberg, Kurt Splettstößer sowie Alex Reetz.
Die Saison 1955 wurde zum Höhepunkt. Im letzten Spiel in Malchow konnte die Bezirksmeisterschaft eingefahren werden: Am frühen Morgen ging es los. Man fuhr mit dem bereits erwähnten Holzvergaser – Bus. Dieser streikte schon in Pisede. Die Kupplung ging kaputt. Am Panstorfer Berg mußte der Fahrer zweimal „gegen einen Baum fahren“, um schalten zu können. Der Bus kam aber noch gerade rechtzeitig in Malchow an. Dort blieb er dann für immer stehen. Lelkendorf gewann das Spiel souverän, wurde Bezirksmeister und somit der Aufsteiger in die Bezirksliga. Nach einer kleinen Siegesfeier ging es zu Fuß nach Hause. Robert Zingelmann, Heinz Waschk und Werner Doll erwischten eine Pferdekutsche, blieben aber beim Maskenball in Grabowhöhe hängen und waren somit auch nicht früher als die Fußgänger in Teterow, bzw. Pisede. Von dort ging es per Zug nach Hause. Die Feier wurde in der Stammkneipe bei Herbert Wiechert natürlich nachgeholt.
In der Saison 1956 spielte Lelkendorf in der Bezirksliga. Dafür spendierte der DTSB Teterow sogar einen hauptamtlichen Trainer. Sportfreund Gnefkow sollte Spielertrainer Erwin Henke unterstützen. Das Niveau der Bezirksliga war damals sehr hoch. Um dort bestehen zu können, rückte 1956 die komplette A – Jugend in die 1. Mannschaft auf. Diese Elf (Jahrgang 1938) war das Beste, was Lelkendorf in punkto Fußball zu bieten hatte. Nur noch Werner Ahlgrimm, Heinz Waschk und Werner Doll blieben zunächst von der alten Garde.
A – Jugend (Jahrgang 1938) ohne Gewähr:
Wolfgang Bauer
Peter Birke
Günter Czech
Gebrüder Gabriel
Udo Markowski
Norbert Merz
Horst Möller
Heinz Niepel
Oswald Reichmann
Reinhard Scheer
Horst Schelän
Eckhard Schultz
Hans Steinmöller
Harry Waschk
Herbert Weißenberg
Ernst Wosar
Die ersten beiden Spielrunden der Saison wurden noch relativ gut überstanden. Dann kam die NVA (Nationale Volksarmee) dazwischen. Diese suchte zu der Zeit mit einer großen Werbeaktion nach gutem Nachwuchs. Und das in dieser Region mit großem Erfolg. Auf Schlag fehlten Lelkendorf 10 bis 12 Spieler. Das war nicht zu ersetzen, der Abstieg war nicht zu verhindern. Es kam zu Schwierigkeiten die Mannschaften voll zu kriegen, und nach einigen abgesagten Spielen drohte sogar die Rückstufung in die Kreisklasse. Durch erfolgreichen Protest wurde Lelkendorf zur Saison 1957 wieder in die Bezirksklasse eingereiht. Mit einer gesunden Mischung aus „jungen Wilden“ und „altem Eisen“ hielt Lelkendorf bis 1960 diese Klasse. Weitere kleine Geschichten, bis auf zwei, welche im Anschluß folgen, könnten sich die Leser von den damals Beteiligten persönlich erzählen lassen; z. B. wie Horst Scharping in der Spänekuhle lag, wie Werner Ahlgrimm am Torpfosten saß, wie der Lehrer Franz Drenk seinen Stehplatz markierte, wie Ernst Fiedler 50,- Mark an die Thresendecke des "Silberfuchses" in Kleeth nagelte, wie Herbert Wiechert seinen Bauchladen verlor oder wie Pastor Beenken fast Vereinsvorsitzender geworden wäre.
Soweit zur Entwicklung der Sektion Fußball in den 50ger Jahren.
Höhepunkt der Sektion Leichtathletik in dieser Zeit war die Landesmeisterschaft der Sportvereinigung Traktor in Schönberg 1952. Bei den Frauen wurde Wilma Schlundt Landesmeisterin im Speerwerfen. Gute Ergebnisse erzielten Lisa Heiden und Sigrid Klagge. Bei den Männern wurde Erwin Henke Landesmeister, ebenfalls im Speerwerfen. Aus dem 15 – köpfigen Kader erreichte auch Kurt Schmidt noch vordere Plätze.
In den 50ger Jahren gab es noch einen regelmäßigen Sportverkehr zwischen beiden deutschen Staaten. In unserer Region wurde dieses vom Sportbund Teterow unterstützt. Die richtigen Kontakte für Lelkendorf knüpfte damals die Schwester von Erwin Henke. So kam es Pfingsten 1954 auf dem Sportplatz an den Judentannen zur Partie zwischen der BSG Traktor Lelkendorf und einem Landesligisten aus der Hansestadt Flensburg. Gegen diese höherklassige Elf hieß es am Ende 2 : 2. Nach dem Schlußpfiff stellten sich beide Mannschaften mit dem Neukalener Wappen zum Gruppenfoto auf.