August Kähler als Hauptmann der Feuerwehr, etwa 1910.
Der Stellmacher Wilhelm Hannemann (geb. 24.10.1873) wohnte in den dreißiger Jahren in der Dargunerstraße 9. Nach dem Tod von August Kähler zog er 1946 in das Haus Dargunerstraße 3. Seine Frau Berta mußte mit einem von ihm konstruierten Büstenhalter mit Drahteinlage herumlaufen. Er wollte immer gerne etwas erfinden. So hatte er einmal einen besonderen Pflug gebaut und wollte diesen offiziell vorführen. Die Gutsbesitzer der Umgebung bekamen eine schriftliche Einladung. Viele Neugierige kamen dann auch, um der Vorführung beizuwohnen. Der Landwirt Hans Schoknecht mußte den Pflug mit seinen beiden Schimmeln vorführen. Er zog mehrere Furchen. Die Pferde hatten mächtig zu ziehen, der Pflug ging sehr schwer. Nach jedem Wenden waren Zuschauer verschwunden, bis niemand mehr da war. Hannemanns "Erfindung" überzeugte nicht.
Wilhelm Hannemann bastelte auch an einer "ewigen Maschine", die nach seiner Vorstellung einmal eine Dreschmaschine antreiben sollte. Er wollte unbedingt ein Perpetuum mobile bauen, welches mit einem großen Schwungrad und Stahlkugeln ausgestattet war. Ein Versuchsmuster hatte er auf dem Hof gebaut, welches er auch vorführte. Die Besucher waren skeptisch und fragten: "Wie groß das Schwungrad denn wohl für den Antrieb einer Dreschmaschine sein müßte? Sicherlich so groß wie der Kirchturm?" "Ja, so ungefähr."
In seinem Alter hatte er sich auch einmal mit einem jungen Mädchen im Denkmalspark verabredet. Dabei bezog er aber kräftige Prügel von ihrem Freund. Hannemann mußte zum Arzt. Dr. Rademacher schüttelte den Kopf: "Hannemann, Hannemann, was gehen Dich die jungen Mädchen an!"
Haus III (heute Dargunerstr. 5) gehörte ursprünglich dem Schlachter Paul Mohrkamp, dann dem Ackerbürger Carl Peters, Schlachter Walter Bruhns, Müller Karl Käding, und jetzt ist es im Besitz von Schlosser Günter Käding.
Haus IV (heute Dargunerstr. 7) wurde 1879 vom Maurermeister Zastrow erbaut und von diesem an den Ackersmann Heinrich Glasow verkauft; 1913 übernahm sein Sohn Rudolf Glasow (geb. 10.10.1877) die Landwirtschaft. Er lebte mit seiner Schwester Ella zusammen. Nach seinem Tod, 1946, wohnte dort der Ackerbürger Fritz Krüger. Er verstarb 1995. Nun wohnt hier Herr Angres.
Haus V (heute Dargunerstraße 9) wurde 1880 vom Maurermeister Zastrow erbaut und an den Stuhlmacher Awe verkauft. Hier wohnten später der Rentner Wolff (1894 ... 1900), Arbeiter Joachim Levin ( um 1902), Arbeiter Ludwig Ullerich (etwa ab 1907), die Witwe Bentschneider und ab 1951 Schlachter Otto Lüders. Seit 1996 wohnt hier der Finanzberater Wilfried Kaiser.
Haus VI (heute Dargunerstr. 11) wurde ebenfalls 1880 vom Maurermeister Zastrow erbaut und an den Rentier August Ewert verkauft. 1892 kaufte der Ackersmann Johann Schoknecht (geb. 12.7.1845 in Glasow) das Haus aus dem Nachlaß des verstorbenen Ewert. Er verstarb am 9.1.1915 während des Gottesdienstes in der Kirche. Der Lehrer Westphal trug ihn nach Hause. Seine Witwe Anna Schoknecht mußte die Wirtschaft alleine weiterführen, denn der Sohn war als Soldat im Krieg. Als der Krieg 1918 aus war, übernahm der Sohn Hans Schoknecht (geb. 17.9.1891, gest. 18.7.1973) den Bauernhof. Er arbeitete von früh bis spät. Sein Ökelname fiel entsprechend aus: "Hanning Dull".