Das Mühlentor bis 1796.
1796 war das Mühlentor aber so baufällig, daß es abgerissen werden mußte. Das Ratsprotokoll vom 14.3.1796 lautet:
"Actum zu NKalden in Curia den 14 Mart. 1796 in Gegenwart Magistratus und worthabender Bürgerschaft.
Der Bürgermeister Bischoff machte die Eröfnung, daß, da bekanntlich das Mühlenthor in so schlechter Beschaffenheit sey, daß es nicht nur den Einsturz drohe, sondern auch keine Reparatur nützlich angebracht werden könne, ein Entschluß darüber zu faßen sey und verstellte es, ob es nicht am gerathensten sey, daß selbiges gäntzlich niedergenommen und statt deßen, entweder ein kleineres gewölbtes Thor, oder auch nur 2 Pfeiler gebauet würden, da denn die Materialien des alten Thors zu den neu zuerbauenden Thorbuden verwandt werden könnten. Nach geschehener Berathschlagung ward hierüber beschloßen
daß das Mühlenthor im Grund niedergerißen und die Materialien zu den Thorbuden verwandt werden können.
Actum ut supra
JCBischoff B. Bremer Jochim Stüdemann
J. F. Sontag"
Nachdem das alte Tor vollständig abgerissen war, erbaute man 1796 zwei starke Pfeiler mit einem Holztor - etwas weiter zur Stadt hinaus in Richtung Peene - und zwei Häuser neu, das Torschreiberhaus (Ostseite) und die Torwärterbude (Westseite). Dafür wurden die Mauersteine des alten Mühlentores verwendet, wobei sogar noch Steine für den Bau eines neuen Schützenhauses am Warsower Weg und zum Verkauf an Einwohner übrig blieben.
Das neue Tor existierte nicht lange. Beim Bau der Straße nach Dargun mußten 1865 die beiden starken Pfeiler abgetragen werden, da sie den Verkehr behinderten.