Konzession zur Betreibung einer Schenkwirtschaft auf der Ziegelei vom 16.4.1887.
"Dem Tischler Gustav Fischer hieselbst wird auf seine Bitte zur Registratur vom 13. d. M. hiedurch respondiret,
daß ihm die Concession zum Betriebe der Schenkwirthschaft, jedoch mit Ausschluß der spirituosen Getränke, auf dem von ihm gekauften Ziegleigehöfte, hiemit ertheilt sein soll unter der Bedingung, daß er die in dieser Hinsicht erlassenen gesetzlichen Bestimmungen genau befolgt, widrigenfalls er nicht allein Bestrafung, sondern auch sofortige Zurücknahme dieser Concession zu gewärtigen hat.
Neukalen 16. April 1887 Der Magistrat"
1895 erhielt der Tischler Gustav Fischer folgendes Schreiben:
"Unter Rückgabe der von Ihnen eingereichten Conzessionsurkunde wird Ihnen hierdurch eröffnet, daß Sie in Grundlage der Ihnen erteilten Conzession zum Betriebe der Schenkwirtschaft nach den Vorschriften der Reichsgewerbeordnung befugt sind.
Neukalen, 20. Juni 1895.
Bürgermeister und Rat:
F Stegemann"
Gustav Fischer verstarb am 8.10.1928. Sein Sohn, Richard Ernst Carl Fischer (geb. 19.10.1897), war von Beruf Bäcker. Er wohnte hier mit seiner Frau und seiner Mutter. Der Tischlereibetrieb seines Vaters ruhte schon länger, und auch die Schenkwirtschaft lohnte sich nicht mehr.
Der Sohn von Richard Fischer, Heinz Fischer (geb. 6.5.1933 in Neukalen), ging von 1948 bis 1951 bei Tischler Schwarz in die Lehre. Er erinnert sich noch gut an die lebhaften Erzählungen seiner Großmutter über den Ausschank bei der Ziegelei. In seinen Kindheitserinnerungen hat er noch immer die früher für die Gäste vorhandenen beiden mit Fliedersträuchen umgebenen hölzernen Lauben mit den eingerichteten Sitzplätzen auf der Westseite des Hauses vor Augen. Aber, das ist schon lange Vergangenheit.