Scheunenbrände in Neukalen

 

Wolfgang Schimmel

 

Scheunen dienten in erster Linie zur wetterfesten Aufbewahrung von Getreidegarben, welche im Winter auf der Scheunendiele ausgedroschen wurden. Aber auch Heu oder Rüben wurden hier gelagert und landwirtschaftliche Geräte untergestellt. Meistens waren in jeder Scheune zwei gegenüber liegende Tore vorhanden, damit ein vollbeladenes Pferdefuhrwerk hineinfahren, entladen werden und ausfahren konnte.

 

Außer den vor allem an den Hauptstraßen und am Markt befindlichen Wohnhäusern befanden sich ursprünglich auch Scheunen, Ställe für das Vieh und sogar Gärten innerhalb der Stadtmauern. 1653 erfahren wir, daß nach einer Polizeiordnung nur noch die bestehenden Scheunen in der Stadt geduldet werden sollten. Als die Bevölkerungszahl zu dieser Zeit aber anstieg und der Platz innerhalb der Stadtmauer enger wurde, begann man mit dem Aufbau von Scheunen im Südosten der Stadt 1). 

 

Am 20. April 1676 gab es ein Großfeuer, bei welchem die gesamte Stadt und die Scheunen vor dem Malchiner Tor in Schutt und Asche gelegt wurden.

Der Wiederaufbau von Scheunen erfolgte nun nicht nur an dieser Stelle, sondern auch vor dem Mühlentor, nördlich der Peenebrücke an beiden Seiten des Dammes in Richtung Dargun; aber auch am Warsower Weg.

Wegen der Feuersgefahr durften 1685 und wohl auch schon vorher keine Getreidegarben mehr in die Stadt gefahren werden, sondern zum Dreschen nur noch in die Scheunen außerhalb der Stadt.

 

Über einen weiteren Scheunenbrand finden wir im alten Stadtbuch folgende Eintragung:

„Anno 1695 den 21 Juny schlug daß Doner Wetter vor den Müllen Dohr in die Eckscheür am Gard Hoffe Stadtwertz West Seit daß da wollgebauete neüe Scheünen abgebrand wurden in der Zahl 11.“

 

Am 14.9.1702 kam es erneut zu einem Scheunenbrand, welcher 41 Scheunen vernichtete und nur 2 verschonte. Bürgermeister Christopher Schulz schrieb in das Stadtbuch:

„Ann 1702 den 14 September auff Creützerhöhung Ist durch Vor Warlosung von Jochim Wardaugen der in einen Brackeloffen gehitzet, am Gardhoffe daß, daß Schaur ist brennen geworden, davon auch die bey stehende offen mit angezündet und von dem Nord Westen Wind auff die Scheüren daß Feür geflohen von dar auff die Ambts Katen und so weiter auff den Schaff Stal und Stadt Scheünen vor dem Malchinschen Tohr, daß nur 2 kleine Scheünen seindt übrig gebliben, der Scheünen sind an der Zahl 41 mit dem Saht undt Brodt Koren angefüllet geweßen, so balde die guten Nachbahren der Stadt Teterau eß erfahren haben sie sich obiges erinert 2) und haben unß zu gesandt 56 Scheffl Koren, noch Herr Blüchert von Suckau 24 Scheffl, der Vorwalter Herr Frantz Top von Rey undt Großen Meitling 18 Schfl. der Vorwalter von Rey, Mum Steffen 6 Scheffl dieses Korn ist vnter die Abgebranten außgeteillet zur Winter Saht Solches habe ich zur Nachricht in diß Stadtbuch auffsetzen wollen, bite ünßer Nachkömlinge nicht zu vergessen, wer gutes thut, der hat gutes zu hoffen, Gott beware einen Jeden vor solchen großen Ungelück

                                                                  Christoffer Schultz   Burgemeister“

 

Besitzer der abgebrannten Scheunen waren:

B(ürgermeister). Hanß Finder   5 Gebindt 3)

B(ürgermeister). Christoffer Schultz   2 scheüren 11 gebindt

Jochim Martens   Scheür 8 gebindt

Hinrich Martens   scheür 6 gebindt

Jochim Peterß   scheür 4 gebindt

Hieronimus Schovius   scheür 4 gebindt

Jochim Dabell   Scheür 3 gebindt

Michel Dreyer   Scheür 4 gebindt

Johan Iseman   Scheür 3 gebindt

Hanß Steincke Witwe   Scheür 5 gebindt

Casten Klut   Scheür 3 gebindt

Jochim Rutenberg   Scheür 3 gebindt

Jochim Seeman   Scheür 4 gebindt

Andreas Rutenberg   Scheür 4 gebindt

Clauß Möller v. Christoff Conrad   Scheür 4 gebindt

die Fr: Betschund ihr Sohn Jacob Martens   2 Scheür 22gebindt 

Michel Kirchoff   Scheür 4 gebindt

Hinrich Meyer   Scheür 4 gebindt

Jacob Gerck   Scheür 3 gebindt

Gabriel Gnitcke   Scheür 4 gebindt

Mathias Kröger   Scheür 4 gebindt

Christian Lüder und deßen Schwester   Scheür 4 gebindt

des Herrn Praeposity   Scheür 4 gebindt

Christian Wulff   Scheür 3 gebindt

Michel Wilsnack   Scheür 5 gebindt

Thomaß Wulff   Scheür 4 gebindt

Peter Lücke   Scheür 4 gebindt

Franß Schröder   Scheür 3 gebindt

Hennigk Hartwig und deßen Sohn Johan Hartwig   Scheür 4 gebindt

Hinrich Schlotman   Scheür 4 gebindt

David Mattis   Scheür 5 gebindt

Clauß Danckwardt   Scheür 4 gebindt

Peter Stüdman   Scheür 3 gebindt

Ulrich Brockman   Scheür 4 gebindt

Jochim Wardow   2 Scheüren

Krügerß Weysenscheür   Scheür 4 gebindt

Lübcken Weysenscheür   Scheür 4 gebindt

 

Am 13.10.1702 sandte der Rat der Stadt Neukalen eine Aufstellung der abgebrandten Scheunen an den Landesfürsten. Das Schreiben enthält die Namen der Bürger, die Art der Scheune und Angaben zum abgebrandten Inhalt (Sommer- oder Wintersaat). Beigefügt sind zahlreiche Bittschriften.

 

Ackerbürgerstädte wie Neukalen unterlagen durch die vielen nur mit Stroh gedeckten Scheunen und Ställe einer großen Brandgefahr. Wahrscheinlich veranlaßte dieser Großbrand die herzogliche Regierung 1703 und auch in späteren Jahren (1712, 1737 und 1847) in erlassenen Anordnungen den Scheunenbau innerhalb der Stadtmauern zu untersagen. Daraufhin entstanden in vielen Orten regelrechte Scheunenvorstädte, die dann oft zum Ausgangspunkt für spätere Stadterweiterungen wurden.

 

Im alten Stadtbuch steht:

„Neujahr 1762 sind die Scheunen vor beyden Thoren, durch die Preußischen Truppen angezündet, abgebrandt und nur überall 5 Stück bestehen geblieben.                             Bischoff“

 

Bis auf fünf Scheunen vor dem Malchiner Tor bei der Wallpforte brannten damals alle Scheunen mit Inhalt ab.

 

Die Besitzer waren:

 

Vor dem Mühlentor:

 

Claus Steincke                                                      Gabriel Schröder

Martin Kosegart                                                   Jochim Dörring

Johann Krüger                                                      Friederich Behrens

Herr Justus                                                            Johan Kluth

Herr Justus

Hinrich Sontag

Jochim Kasch

 

Hinrich Töllner                                                     Herr Justus

Daniel Fischer                                                       Herr Engel

Herr Bürgermeister Clasen                                   Damman

Christian Drenckhahn                                           Herr Bremer

Hinrich Kägeler                                                    Johann Kaiser

Frau Weinholtz                                                     Gustav Müller

 

Friederich Salchow                                               Hironimus Kasch

Jacob Bünger                                                        Herr Bremer

Starren                                                                   Jacob Busch

Jochim Martens                                                    Jochim Gam

 

Friederich Hildebrandt                                         Johann Anners

Jochim Wiechmann                                              Frau Krüger

Brunswig                                                              Johann Tesmann

Jochim Gruel

 

Johann Voß

Herr Justus

 

Herr Bischoff

 

 

Vor dem Malchiner Tor:

 

Jochim Kasch                                                       Hinrich Schlotman

Peter Kasch                                                           Hieronimus Kasch

Herr Justus                                                            Herr Bremer

Jacob Lange                                                          Jacob Kirchhoff

Christian Plagemann                                             Christian Zarpenthien

Christoff Kluth                                                     Witwe Falius

Peter Stüdemann                                                  Christian Krüger

Conrath Lübcke                                                    Frau Kophameln

Bernhard Lückstädt                                              Mathias Krüger

Bartels                                                                   Andreas Mahns

Johan Sontag                                             Christian Sontag

Regendanz, Albert

 

Insgesamt brannten also 41 Scheunen vor dem Mühlentor und 23 Scheunen vor dem Malchiner Tor mit einer Gesamtfläche von 85 852 Quadratruten ab.

 

Der Verlust war für die Einwohner sehr bedeutend. Wegen mangelnden Futters mußte das Vieh die übrige Zeit des Winters in der fürstlichen Franzensberger Forst weiden. Zum Wiederaufbau erhielten die Besitzer Bauholz aus der herzoglichen Forst. Der Aufbau neuer Scheunen scheint sich auf Grund des Siebenjährigen Krieges bis nach 1765 hingezogen zu haben. 1766 erhielten die betroffenen Bürger 1000 Rthlr. vom Herzog, die der Amtmann Souhr aufteilte. 59 Scheunen wurden neu erbaut von:

Mattias Krüger, Herr Falius, Sarpentien, Jacob Kirchhoff, Herr Bremer, Hironimus Kasch, Hinrich Schlotmann, Regendans, Johann Sontag, Witwe Bartels, Lückstädt, Conrad und Lübcke, Peter Stüdemann, Christian Kluth, Jacob Lang, bzw. Kägler, Plagmann, Herr Justus, Peter und Jochim Kasch, Johann Tesmann, Witwe Krüger, Johann Anders, Johann Gruel, Braunschwig, Johann Wichmann, Hilbrand, Jochim Gamm, Jacob Busch, Herr Bremer, Hironimus Kasch, Schefues, Jochim Martens, Starr, Jacob Bünger,  Fried. Salchow, Johann Voss, Herr Justus, Herr Bürgermeister Bischoff, Herr Müller, Käyser, Herr Bremer, Dammann, Herr Engell, Herr Justus, Witwe Wienholten, Witwe Keglern, Witwe Drenckhahn, Herr Bürgermeister Klasen, Daniel Fischer, Jochim Kluth, Friederich Behrens, Jochim Dörring, Gabriel Schröder, Jochim Kasch und Witwe Sarpentien, Hinrich Sontag, Herr Justus, Johann Krüger, Martin Kosegard, Steincke und Töllner.

 

Am 24.1.1791 wurden 41 Scheunen vor dem Mühlentor und am 25.1.1791 41 Scheunen vor dem Malchiner Tor in die Brand - Versicherungs - Gesellschaft für Scheunen einge­schrieben. Am 16.3.1792 wurde Neukalen in die Brandversicherungsgesellschaft der mecklenburgischen Städte aufgenommen. Jede Stadt mußte dazu einen Beitrag zahlen. Gegenseitig wurden Visitationen in Brandschutzangelegenheiten (sog. Feuerschau) vorgenommen. So mußte z. B. Neukalen in Stavenhagen kontrol­lieren und Gnoien in Neukalen.

 

Am 24.6.1794 brannten 42 Scheunen vor dem Mühlentor ab:

„D. 24 Junii sind alle Scheunen vor dem Mühlen Thor, 42 an der Zahl, vom Blitz gezündet, abgebrandt. In der Mitte rechter Hand des Dammes geschahe die Zündung.                                                                                 JCBischoff“

 

Die Besitzer der Scheunen:     -     Versicherte Summe:

  1. Bürgermstr. Bischoff     -     200 Rthlr.       

  2. Hinrich Salchow     -     200 Rthlr.

  3. Jacob Schröder     -     100 Rthlr.
  4. Johann Christopff Niemann     -     100 Rthlr.
  5. Jacob Salchow     -     150 Rthlr.
  6. Herr Justus     -     525 Rthlr.
  7. Friedrich Falius     -     75 Rthlr.
  8. Gädeke     -     37 1/2 Rthlr.
  9. Ernst Eggebrecht     -     12 1/2 Rthlr.
10. Johan Kluth     -     50 Rthlr.
11. Hinrich Glasow     -     50 Rthlr.
12. Johan Zaffie     -     50 Rthlr.
13. Johann Sonntag     -     50 Rthlr.
14. Bentz     -     150 Rthlr.
15. Rudolf H. Fischer     -     100 Rthlr.
I6. Ernst Krüger     -     50 Rthlr.
17. Hinrich Schröder     -     50 Rthlr.
18. Adolff Engelman     -     50 Rthlr.
19. Fried. Kasch     -     50 Rthlr.
20. Hinrich Christop Radöhl     -     100 Rthlr.
21. Johann Friederich Krüger     -     150 Rthlr.
22. J. C. Dammann     -     200 Rthlr.
23. Herr Bremer     -     200 Rthlr.
24. Jürgen Zingelmann     -     100 Rthlr.
25. Joach. Lüder     -     100 Rthlr.

26. Joachim Friedrich Kasch     -     75 Rthlr.
27. Jochim Christian Seelig     -     50 Rthlr.
28. Johann Jochim Stüdemann     -     50 Rthlr.
29. Jacob Martens     -     50 Rthlr.
30. Jochirn Gamm     -     50 Rthlr.
31. Johann Sehlmann     -     75 Rthlr.
32. Johann Daniel Lübcke     -     50 Rthlr.
33. Jochim Friederich Kasch     -     125 Rthlr.
34. Johann Conrath     -     37 1/2 Rthlr.
35. Joachim Ulrich     -     37 1/2 Rthlr.
36. Johann Friederich Burmeister     -     75 Rthlr.
37. Johann Müller     -     125 Rthlr.
38. Peter Tiedemann     -     100 Rthlr.
39. Joachim Stüdemann     -     50 Rthlr.
40. Daniel Salchow     -     100 Rthlr.
41. Jochim Anders     -     100 Rthlr.
42. Friederich Soldmann     -     50 Rthlr.
43. Johann Mahns     -     75 Rthlr.
44. Ad. Sonntags Wittwe     -     50 Rthlr.

45. Jacob Rossow     -     25 Rthlr.
46. Hinrich Krüger     -     25 Rthlr.
47. Joachim Böck     -     100 Rthlr.

 

Entsprechend den Statuten der Scheunen - Versicherung in Mecklenburg mußten nun die Städte ihren Beitrag zum Wiederaufbau leisten. Das geschah teilweise nur zögernd unter Druck der Vorderstadt Güstrow und zog sich bei einigen Städten bis 1799 hin.

 

Bürgermeister Bischoff berichtete an die Brandversicherungsgesellschaft: 

„Actum zu NKalden d. 14 Julii 1794.

In der Nacht vom 24ten zum 25ten vor. Monaths, zwischen 12 und 1 Uhr, zündete, bey einem der heftigsten Gewitter, der Blitz die vor dem Mühlen - Thor belegene Scheuren, so daß alle 43 an der Zahl abbrandten, zweene davon waren in der Brand - Assecurance nicht versichert. Donner und Blitz hatte bereits seit 8 Uhr des Abends mit Heftigkeit gedauert. Jedermann hielte sich vorzüglich bey den starken Blitzen, im Zimmer. Gleich nach 12 Uhr geschahen hintereinander mit secunden Schnelligkeit 4 Donnerschläge, daß die Fenster zitterten. Der eine hatte eine nahe an einer Scheure stehende Weyde zerschmettert und die übrigen 3 Schläge hatten der grösten Wahrscheinlichkeit nach die Scheuren getroffen. Denn sobald die Schläge geschehen waren, stand das Feuer schon so hoch, daß ich, der Bürgermeister Bischoff, es durch das auf der Diele befindliche Fenster, sehen konnte. Und in diesem Augenblick lief Jedermann zum Feuer und fand schon über 20 Scheuren in vollen Flammen und so wie man zur Stelle kam, brandten auch die uebrigen und in Zeit von 10 Minuten waren alle Dächer herunter. Ehender war es auch nicht möglich, Feuerspritzen und übrige Löschungs - Instrumente, die zwar in großer Schnelligkeit zur Hand waren, anzubringen. Die Gluth war zu heftig, es brandte an 6 Ecken, der Wind war ungünstig und bestrich die Scheuren, dazu hatte es in mehreren Wochen nicht geregnet, auch bey diesem Gewitter nicht, nachdem allererst die Dächer herunter waren, wurde zur Rettung geschritten und in Zeit von ein paar Stunden lag alles im Schutt, indem man mit Feuerhaken Wände und Giebel einriß und dann die Feuerspritzen anbrachte, um die Stadt und die übrigen Scheuren zu retten. Auch nicht eine eintzige Sohle ist ohne halb verbrandt gerettet worden.

So wol die besonders zur Besichtigung erforderte Handwerker als der Zimmermeister Gesche und Maurermeister Meinhardt, als auch die übrigen Unterzeichnete Societaets Verwandte, haben gegenwärtiges Protocoll, zur Be­zeugung der Wahrheit, eigenhändig, nach geschehener Verlesung, unterschrieben.

                   Actum ut supra

J C Bischoff     -     Bürgermstr.

B. Bremer   

Hinr. Dav. Justus 

Joh. Otto Dolberg     -     Societ. genoße            

Jacob Schmidt     -     Societ. genoße

Lud. Carow  Med. Practicus,     -     Societ. genoße

Jochim Gesche     -     Zimmer Meister

Gottfried Meinhardt     -     Mauer Meister“

 

Am 13.9.1844 brannten 42 Scheunen vor dem Malchiner Tor (zwischen dem Salemer Weg und dem Schäferteich) ab. Das Untersuchungsprotokoll blieb erhalten und gibt uns einen interessanten Einblick in die damalige Zeit:

 

"Protocollum gehalten auf dem Rathhause zu Neukalden den 17 September 1844 in Gegenwart

des Herrn Bürgermeisters Görbitz

des Herrn Senators Dr. Willgohs

a me subscripto

Am 13 d. M. Abends zwischen 9 und 10 Uhr hatte die hiesige Stadt ein großes Unglück betroffen, indem 42 vor dem hiesigen Malchiner Thor belegene Scheuren, ein Raub der Flammen geworden. Zur Untersuchung über die Entstehungs Ursache dieses Feuers, war auf heute Terminus angesetzt. Zuvörderst mußte vortreten

1.    der hiesige Schneidermeister Brüsehaber sen: 69 Jahr alt, welcher auf Befragen deponirte:

Am 13 d. M. des Abends ohngefähr um 9 3/4 Uhr als ich schon im Bette mich befand, wurde es plötzlich in meiner Stube sehr hell, weshalb ich aus dem Bette sprang und aus dem Fenster sah, welches grade die Richtung auf unsre vor dem Malchiner Thor belegenen Scheuren hatte. Ich erblickte ein hoch aufloderndes Feuer, welches entweder aus der Scheure des Ackersmann Zingelmann, oder aus derjenigen des Viertelsmann Busch hervorbrach. Genauer kann ich die Scheuren, welche damals vom Feuer ergriffen waren, nicht bezeichnen. Nach meiner festen Ueberzeugung jedoch, brach das Feuer aus einer oder der andren der genannten Scheuren aus, welche neben einander und unter ein und demselben Dache lagen. Als ich das Feuer ansichtig wurde, war dasselbe schon hoch aufgegangen und muß ich noch bemerken, daß zwischen mir und dem Feuer, welches ich erblickte, noch die Scheure des Bäcker Hingst lag, welche dermalen vom Feuer noch nicht ergriffen war. Jedoch lag die Scheure des Hingst noch etwas mehr rechts und hatte das Feuer mehr die Richtung zur linken Hand. Das Feuer griff mit größter Schnelligkeit um sich und in wenigen Minuten standen alle vor dem Malchiner Thor belegenen Scheure, die fast sämmtlich unter einem Dache lagen, in hellen Flammen. Ich eilte nach meinem Hofe, ließ Wasser dahin tragen, um vor dem Feuer mich zu schützen, und dauerte es nicht lange, als auch die Spritzen ankamen. Ueber die Entstehungs Ursache dieses Feuers, vermag ich keine Auskunft zu geben und muß ich noch bemerken, daß der Fischer Kruse, welcher um die angegebene Zeit auf dem Cummerower See gefischt, das Feuer gleichfalls gesehen, als es aufgegangen ist. Ob Ackersmann Busch oder Zingelmann am 13. d. M. Korn in ihre Scheuren gefahren, oder dort noch spät Abends gewesen, weiß ich nicht. Neben der Scheure des p Busch, lag auch noch zur linken Hand die Scheure des Hübner.

Vorgelesen, genehmigt trat Comparent ab und vor

 

2.    der hiesige Fischer Kruse 39 Jahre alt, welcher deponirte:

Am 13 d. M. des Abends ohngefähr um 9 1/2 Uhr als ich auf dem Cummerower See fischte, erblickte ich von dort auf einer der vor dem hiesigen Malchiner Thor befindlichen Scheuren einen dunkelrothen Schein, grade so, als wenn der Mond aufginge. Es dauerte dieser Schein einige Minuten, als plötzlich er heller wurde und mit größter Schnelligkeit das Feuer für den größten Theil der vor dem Malchiner Thor befindlichen Scheuren sich verbreitete. Ich fuhr sogleich ans Land um bei der Löschung zu helfen, jedoch waren, als ich bei dem Feuer ankam, alle Dächer schon niedergebrannt. Der Schein, welchen ich zuerst erblickte, war nicht auf dem Giebel einer Scheure, sondern seitwärts, ohngefähr an dem Theile der Scheure, wo das Dach anfängt und zwar an dem Hintertheil der Scheure, welcher Theil nach dem Acker zu belegen ist. Wegen der großen Entfernung des Orts, wo ich mich befand, als ich das Feuer zuerst sah, kann ich jedoch nicht mit Bestimmtheit angeben, welchen Ackersmann die Scheure gehörte, auf welcher ich das Feuer zuerst sah. Nach meiner Meinung hat das Feuer zuerst die Richtung nach der Zingelmannschen Scheure zu. Aus welchem Grunde das Feuer entstanden, weiß ich nicht.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

 

3.    der hiesige Kühler Breu 46 Jahre alt, welcher deponirte:

Am 13 d M des Abends gegen 3/4 auf 10 Uhr als ich in meiner Stube mich befand, kam ein Mensch in das Malchiner Thor, an welchen meine Wohnung belegen ist, gelaufen und schrie Feuer! Feuer! - Dieser Mensch, welchen ich nicht kannte, lief in die Stadt hinein, während ich aus meiner Wohnung stürzte, nach den Scheuren eilte, von denen schon 4 Scheuren als nämlich die des Zingelmann des Hübner des Busch und des Gustav Schulz in hellen Flammen standen. Mit reißender Schnelligkeit verbreitete sich das Feuer über die mehrsten vor dem Malchiner Thor belegenen Scheuren von denen 42 Scheuren in Asche gelegt wurden. Noch muß ich bemerken, daß die Scheure des Zingelmann zwischen derjenigen des Stüdemann und Busch liegt, und die des letzteren auf der einen Seite die Scheure des Hübner hatte, dessen Scheure wiederum an der Scheure des Gustav Schulz lag und alle diese Scheuren unter einem Dache sich befanden. Wodurch das Feuer entstanden, weiß ich nicht. Der hiesige Müllerbursche Ott soll einer der ersten gewesen sein, welche das Feuer gesehen.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

 

4.    der Müllerbursche Friedr. Ott 18 Jahr alt, welcher deponirte:

Am 13 d M des Abends zwischen 9 und 10 Uhr, als ich bei meinem Meister der in der Stadt nicht weit von dem Malchiner Thor wohnt, Nachtkost gegessen, hierauf aus dem Thor gegangen war, um nach den ohnweit des Malchiner Thors belegenen Windmühlen mich zu begeben, wo ich mit dem Gesellen und einen andern Lehrburschen schlafe, sah ich, nachdem ich bei dem Rathsteich angekommen war, über die Scheure des Bäcker Hingst hinweg, eine große Helle und überzeugte mich, daß eine, oder die andere, der der Hingsten Scheure gegenüber liegenden Scheuren vom Feuer ergriffen war. Ich eilte nach dem Thor zurück, klopfte an das Fenster des Färber Albrecht welcher nahe am Thor, jedoch außerhalb der Stadt wohnt, und rief Feuer! - Sodann lief ich nach den Windmühlen und führte mein Weg mich dicht vor den brennenden Scheuren vorbey. Hier sah ich, daß auf drei verschiedenen Stel­len, welche jedoch dicht neben einander waren, das Feuer hoch hervorloderte und sich bald über viele Scheuren verbreitete. Als ich auf der Mühle ankam, lag der Geselle dort schon im Bette und sagte derselbe zu mir, daß er um 9 Uhr des Abends nach der Mühle gegangen sey. Der andre Lehrbursche Ehlert, war noch nicht auf der Mühle angekommen, jedoch sah ich ihn später, als er bei dem Löschen half. Nach meiner Meinung muß es die Scheure des Zingelmann oder Busch gewesen seyn, welche ich zuerst brennen sah. Als ich das Feuer zuerst ansichtig wurde, sah ich dort keinen Menschen.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

 

5.    der Webermeister Lübcke 32 Jahre alt, welcher deponirte:

Als am letzten Freitage zwischen 9 und 10 Uhr des Abends das Feuer bey den Scheuren ausbrach, war ich einer von den ersten, welcher mit der Spritze bei dem Feuer ankam. Es standen dermalen jedoch die Scheuren des Zingelmann und des Busch schon so in Flammen, daß sie vor dem Feuer nicht mehr zu sehen waren. Die Scheure des Schneider Stüdemann welche neben derjenigen des Zingelmann liegt und diejenige des Hübner, welche nahe bei der Buschschen Scheure belegen ist, waren gleichfalls schon vom Feuer ergriffen, jedoch bei weitem nicht so sehr, als die des Zingelmann und des Busch und muß ich noch bemerken, daß der Wind das Feuer von der Zingelmannschen Scheure auf die Buschsche Scheure und von dort weiter auf die Hübnersche Scheure trieb. An eine Rettung der abgebrannten Scheuren, welche fast sämmtlich unter einem Dache lagen, war nicht zu denken und mußte man bei der Löschung nur darauf Bedacht nehmen, das Feuer eines Theils von der Stadt, andern Theils von mehreren andern nahe dabey gelegenen Scheuren abzuhalten, welches nach großen Anstrengungen auch gelang. Wodurch das Feuer entstanden, weiß ich nicht. Ob Zingelmann oder Busch am 13. d. M. noch Korn eingefahren, weiß ich nicht. Gehört habe ich jedoch, ich weiß nicht von wem, daß Zingelmann am 13. d. M. gegen Abend noch Korn eingefahren habe. Jedoch ist Zingelmann, als ein sehr ordentlicher Mann, allgemein bekannt, der durchaus nicht leidet, daß seine Leute bei der Arbeit rauchen.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

 

6.    der Ackersmann Gustav Schulz 61 Jahr alt, welcher deponirte:

Meine Scheure vor dem Malchiner Thor, welche abgebrannt liegt neben derjenigen des Ackersmann Hübner. In dieser Scheure habe ich am letzten Freitag überall kein Korn eingefahren und bin ich am gedachten Tage gar nicht in dieser Scheure gewesen. Ob Hübner an jenem Tage Korn eingefahren, weiß ich nicht. Als ich gegen 10 Uhr des Abends am 13 d. M. das Feuer zuerst ansichtig wurde, stand meine Scheure und diejenige des Hübner zwar schon in Flammen, jedoch war die Zingelmannsche und Buschsche Scheure, weit mehr noch vom Feuer ergriffen. Ich habe zwar Korn eingefahren am genannten Tage, jedoch in eine andere mir gleichfalls gehörige Scheure an der Pferde Koppel, welche nicht mit abgebrannt ist. Ob Zingelmann und Busch am 13 d. M. Korn eingefahren, weiß ich nicht, jedoch wird mein Sohn Auskunft darüber geben können. Wodurch das Feuer entstanden, weiß ich nicht.

Vorgelesen, gernehmigt, entlassen, trat vor

 

7.    der Ackersmann Heinrich Schulz, welcher deponirte:

Mein Vater hat in die Scheure, welche ihm am 13 d M abgebrannt ist, kein Korn eingefahren, und ist er nicht an jenem Tage in der Scheure gewesen. Ich führe mit meinem Vater ein und dieselbe Wirthschaft und halten wir uns keinen Knecht, so wie ich noch bemerken muß, daß auch ich nicht am gedachten Tage in unsrer Scheure welche abgebrannt ist, gewesen bin. Mit Gewißheit, weiß ich, daß Zingelmann in seine Scheure, welche abgebrannt ist, am 13. d. M. kein Korn eingefahren hat. Er hat an dem gedachten Tage für den Stadtsprecher Stüdemann in dessen vor dem Mühlenthor belegenen Scheure, so wie an solchen Tage noch spät Abends in seine eigene, vor dem Mühlenthor beim Schießhause belegene Scheure Korn eingefahren. Zingelmann hatte nämlich außer dieser Scheure, noch eine zweite vor dem Malchiner Thor, welche abgebrannt ist. Die Entstehungs Ursache des Feuers ist mir nicht bekannt.

Vorgelesen, genehmiget, trat Comparent ab und ist hiemit geschlossen.

 

Zur Fortsetzung der vorliegenden Untersuchung hatten Eingangsgenannte sich heute Nachmittag wiederum versammelt. Es mußte vortreten

 

1. der Ackersmann Johann Hübener jun 33 Jahre alt, welcher deponirte:

Meine am 13. d. M. abgebrannte Scheure lag vor dem Malchiner Thor, zwischen der Scheure des Ackersmanns Gustav Schulz und Viertelsmann Busch. Als ich am letzten Freitag des Abends gegen 10 Uhr das Feuer der Scheuren zuerst erblickte, waren die Scheuren des Zingelmann, Busch so wie meine Scheure und viele andere daneben stehende, in hellen Flammen. Aus meiner Scheure konnte ich nichts mehr retten, und konnte man beim Löschen nur darauf Bedacht nehmen, das Feuer von der Stadt und von mehreren noch nicht angebrannten Scheuren, abzuhalten. Wo das Feuer zuerst ausgebrochen und wodurch dasselbe entstanden, weiß ich nicht. Ich hatte an dem genannten Tage bis gegen 7 Uhr des Abends Hafer in meine Scheure, die abgebrannt ist, eingefahren, jedoch ist beim Einfahren meines Korn gewiß nicht die geringste Ruchlosigkeit vorgefallen. Ob Busch und Zingelmann auch dermalen Korn eingefahren, weiß ich nicht.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

 

2.    der Viertelsmann Busch 43 Jahr alt, welcher deponirte:

Meine Scheure vor dem Malchiner Thor die abgebrannt, lag zwischen der von Zingelmann und Hübner. Am letzten Freitag als das Brand Unglück sich hier ereignete, habe ich in jener Scheure überall kein Korn eingefahren und ist dieselbe an solchen Tage gar nicht geöffnet worden. Als ich das Feuer ansichtig wurde, standen schon ohngefähr 12 Scheuren, worunter auch die Zingelmannsche und die Meinige waren, in hellen Flammen. In welcher Scheure das Feuer zuerst ausgebrochen und wodurch das Feuer entstanden, weiß ich nicht; soviel ist gewiß, daß ich mit den Meinigen mich einer Ruchlosigkeit nicht habe zu Schulden kommen lassen.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

 

3.    der Ackersmann Jochim Zingelmann jun: 35 Jahr alt, welcher deponirte:

Meine Scheure, welche am letzten Freitage des Abends abbrannte, lag zwischen derjenigen des Schneiders Stüdemann und des Viertelsmanns Busch. Als ich das Feuer zuerst erblickte, waren schon 4 bis 5 Scheuren in Brand; von meiner Scheure fiel das Dach schon nieder, dagegen war die neben meiner Scheure befindliche Scheure des Schneider Stüdemann vom Feuer bey weitem noch nicht so sehr ergriffen. Die Scheure des Busch stand auch schon in hellen Flammen, doch weiß ich nicht, ob das Dach desselben schon niedergestürzt war. Als das Dach meiner Scheure niederstürzte, eilte ich nach Hause, um meiner Frau die traurige Botschaft zu bringen, jedoch kehrte ich bald zur Löschung zurück. Am 13 d. M. habe ich in meiner Scheure die abgebrannt, kein Korn eingefahren und ist sie an jenem Tage verschlossen gewesen. An demselben Tage jedoch fuhr ich für den Stadtsprecher Stüdemann Korn in seine vor dem Mühlenthor belegene Scheure und am Abende desselben Tages, brachte ich meinen Wagen, womit ich solches Korn eingefahren, in eine vor dem Mühlenthor ohnweit des Schießhauses belegene Scheure; ich habe nämlich außer der abgebrannten Scheure noch eine Scheure am Schießhause, welche jedoch eigentlich meinem Vater gehört. Wodurch das Feuer entstanden, weiß ich nicht; so wie auch nicht, in welcher Scheure dasselbe aufgekommen, wenn ich gleich, was ich in Vorstehenden deponirt habe, vermuthe, daß in meiner Scheure zuerst das Feuer ausgebrochen. Aus dieser meiner Scheure zog ich am 13 d. M., an welchem Tage hier noch der Großherzog erwartet wurde, des Morgens meinen Wagen, welcher bis 1 Uhr vor der Scheure, stehen blieb und mit welchen ich darauf das Korn für den Stüdemann in dessen Scheure einfuhr.

Uebrigens muß ich noch bemerken, daß einige Tage vor dem Brande, die Ehefrau des Schneiders Schwarz von meiner Mutter ein Scheffel Roggen kaufen, jedoch nur dafür 28 Schilling geben wollte, wogegen meine Mutter 32 Schilling forderte, in meinem Auftrage. Die Frau kam darauf zu mir, fragte mich um den Preis, worauf ich erklärte, daß unter 32 Schilling der Roggen nicht fort solle, worauf die Frau fortging und nicht wieder kam. Die Leute haben nun ausgesprengt, daß die Frau einen großen Groll gegen mich gefaßt, und jenen Vorfall, mit dem Scheurenbrand in Beziehung gebracht. Ich jedoch, bin davon überzeugt, daß die verehelichte Schwarz überall gegen mich nicht feindseelig gesonnen ist, und kann mir die auf den erzählten Vorfall bezüglichen Reden der Leute gar nicht erklären. Ich habe mit der Frau nie ein böses Wort gewechselt.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

 

4.    die Ehefrau des Schneidermeister Schwarz 32 Jahr alt und deponirte auf Befragen:

Als am 13. d. M. des Abends hier der Scheurenbrand entstand, war ich mit meinem Mann schon zu Bett gegangen, wir stürzten im größten Schreck aus dem Bett, und lief mein Mann noch zum Löschen hin. Wodurch das Feuer entstanden und in welcher Scheure das Feuer zuerst ausgebrochen, weiß ich nicht. Mein Mann ist am 13 d. M. des Abends, bevor wir zu Bett gingen, gar nicht aus dem Hause gewesen und hat gearbeitet. Einige Tage vorher, wollte ich von Zingelmann ein Scheffel Roggen kaufen, ging jedoch, da er 32 Schilling forderte ich nur 28 Schilling geben wollte, unverrichteter Sache wieder weg von ihm; jedoch ist es mir nicht eingefallen, deshalb einen Groll gegen ihn zu fassen und holte ich mir, weil ich keinen Roggen kriegte, dermalen noch Mehl vom Grützmüller.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparentin ab und vor

 

5.    der Schmiedemeister Salchow 41 Jahr alt, welcher deponirte:

Ich glaube die Anzeige machen zu müssen, wie ich von dem Ackersmann Scheffus gehört, daß seine Frau zu ihm gesagt, wie sie von der Ehefrau des Ackersmann Heinrich Müller gehört, daß derselbe geäußert: ihr Mann der Ackersmann Heinrich Müller sey an allen Unglücke schuld. Diese Aeußerung sey von der Müllerschen Ehefrau gestern Mittag geschehen. Ob nun die gedachte Aeußerung auf das Brand Unglück oder einen andern Vorfall sich bezieht weiß ich nicht, muß jedoch noch hinzu fügen, daß die Heinr. Müllerschen Eheleute, in großen Unfrieden leben, der Ackersmann Müller früher Concurs gemacht, und mit dem Ackersmann Zingelmann, weil dieser der Curator seiner des Müller Ehefrau ist, und oft seinen Wünschen kein Gehör geben will, in keinen guten Vernehmen steht. Weiter ist mir von dem Verhältniß nichts bekannt.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

 

6. der Ackersmann Scheffus 55 Jahr alt und deponirte:

Gestern hörte ich von meiner Frau, daß die Ehefrau des Ackersmann Heinr: Müller, welchen wir grade gegenüber wohnen, als meine Frau vor dem Fenster stand, aus der Thüre auf die Straße gerufen, daß ihr Mann der Ackersmann Müller an dem Unglück der Leute schuld sey. Die Ehefrau des Tagelöhner Spiecker wird dasselbe gehört haben. Worauf die Rede der Müllerschen Ehefrau zu beziehen, weiß ich nicht und habe ich auch darüber mit dem Schmidt Salchow gesprochen.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

7. die Ehefrau des Ackersmann Scheffus 37 Jahr alt, welche deponirte 

Gestern um die Mittagszeit, als ich vor meinem Fenster butterte, sah ich, daß die Ehefrau des Ackersmann Heinr. Müller dessen Hause wir grade gegenüber wohnen, aus ihrer Hausthür, die offen stand mit ihren Händen schlug und hörte ich, daß sie folgende Worte sprach 

Sie könne es nicht länger verschweigen sie müsse es sagen, ihr Mann habe das Unglück angerichtet und die Dirne solle ihr dies bezeugen

Diese Worte wird der Tischlergeselle Paul, der zugleich mit mir in meiner Stube war und vor einen andern Fenster sich befand, welches jedoch offen stand, gehört haben. Hierauf ging ich mit meiner Nachbarin der Böttcherfrau Jacoby auf die Müllersche Diele, fragte die Müllersche Ehefrau, ob sie bei der Aeußerung, die sie so eben gemacht, verbleibe, worauf sie entgegnete

Ja dabey verbleibe sie, Dömitz sey für ihren Mann zu gut, er müsse verbrannt werden; in Zingelmanns Scheure, sey das Feuer aufge­gangen. Ihr Mann sey an dem Unglück schuld.

Auch die Ehefrau des Tagelöhner Spiecker wird dies gehört haben, und muß ich noch bemerken, daß, wenn die Müllersche Ehefrau von einer Dirne geredet, sie damit auf ihr Dienstmädchen die unbegebene Westphal gezielt haben wird.

Als die Müllersche Ehefrau jene Worte sprach, entfernte ich mich.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparentin ab und vor

 

8. der Tischlergeselle Paul 26 Jahre alt, welcher deponirte:

Gestern um die Mittagszeit, als ich in der Stube des Ackersmann Scheffus bei dessen Ehefrau war, und dort vor einen halbgeöffneten Fenster stand, kam die Müllersche Ehefrau von ihrer Diele und schlug mit einer Hand über die durchgeschnittene Hausthür, indem sie ausrief

Jetzt könne sie es nicht länger verschweigen und wolle es auch frei heraussagen, daß ihr Mann schuld sey an dem Unglück, welches die Dirne auch bezeugen werde

Die verehelichte Scheffus ging hierauf aus ihrem Hause nach der Müllern, kam bald darauf auch zurück und sagte, jetzt sey es heraus, daß ihr Mann der Ackersmann Müller, wie dessen Frau gesprochen, der Thäter sey. Bevor ich in das Scheffussche Haus trat, hörte ich ein starkes Schimpfen in dem Müllerschen Hause und hatte sich die Müllersche Ehefrau wahrscheinlich mit ihren Mann erzürnt.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

9. die Ehefrau des Böttchermeister Jacoby 37 Jahr alt, welche deponirte

Gestern um die Mittagszeit, nahm mich die verehelichte Scheffus, als ich auf der Straße vor dem Müllerschen Hause mich befand bey der Hand, führte mich in das Müllersche Haus und fragte dort auf der Diele, wo die Müllersche Ehefrau stand, ob sie der Worte geständig sey, die sie soeben gesprochen, worauf die Müllersche Ehefrau entgegnete:

Ja, sie wolle es vor 10 Gerichte beschwören, daß ihr Mann der Hund es gesagt, „es schade den Leuten nichts, welche abgebrannt seyen, Dömitz sey für ihren Mann noch zu gut, er müsse lebendig verbrannt werden.“ Die Dirn kann mir dies bezeugen.

Als die Müllersche Ehefrau dies gesprochen, ging ich nach Hause. Vorgelesen, genehmigt trat Comparentin ab und vor

 

10. die Ehefrau des Tagelöhner Spiecker 31 Jahr alt, welche deponirte

Gestern um die Mittagszeit, als ich dem Hause des Ackersmann Heinr. Müller vorbeiging, hörte ich daß die Müllersche Frau in ihrer Stube folgende Worte sprach,

Du bist schuld an dem Unglück, die Dirne ist mein Zeuge, ich will zum Bürgermeister gehen.

Das untere Fenster der Müllerschen Stube stand offen und konnte ich jene Worte, die laut gesprochen wurden, deutlich hören. Späterhin ist die Scheffus noch zu der Müllerschen Ehefrau gewesen, und habe ich mich nicht weiter um die Sache bekümmert. Als jene Aeußerung von der Müllerschen Ehefrau geschah, sah ihr Mann aus der Hausthüre und sagte mehrere Male, „Mutter hole Wasser“ - obgleich er zu gleicher Zeit sahe, daß sein Dienstmädchen schon Wasser aus der Pumpe holte. Ob er nur diese Aeußerung wiederholt deshalb machte, damit ich die Worte seiner Frau nicht hören sollte, oder aus einem andern Grunde weiß ich nicht.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparentin ab und vor

 

11. das Dienstmädchen Sophia Westphal 16 Jahre alt welche deponirte: 

Am 13 d. M. als am letzten Freitage kam der Ackersmann Heinrich Müller des Nachmittags ohngefähr zwischen 1 und 2 Uhr von Laage mit einem Einspänner, fragte, was wir zum Mittag gegessen und als ich ihm entgegnete, daß wir Milch genossen, wollte er sie nicht und auch keine Cartoffel, die ihm angeboten wurden und ging er fort ohne Essen zu sich zu nehmen. Gewöhnlich pflegt er nach dem Gastwirth Anders zu gehen. An jenem Tage kam er des Abends zwischen 7 u 8 Uhr nach Hause, ging zu Bett und mußte ich ihn noch ausziehn, denn an seinen Füßen, ist er so erlahmt, daß er sich nicht allein an und ausziehen kann. Hierauf brachte ihm seine Frau noch Caffee vor das Bett, den er trank, so wie er auch noch etwas Semmel dazu aß. Ich blieb mit meiner Dienstfrau noch bis nach 9 Uhr auf, und saßen wir beide noch so lange vor der Hausthüre, worauf ich zu Boden ging und dort in mein Bett mich legte; während meine Dienstfrau unten in der Stube, wo ihr Mann lag, gleichfalls zu Bett ging. Ich hatte erst eine kurze Zeit geschlafen, als die Müllersche Frau zu mir herauf kam und mir zu rief, das Feuer ausgebrochen sey, worauf ich mich schnell anzog, nach dem Feuer eilte und sah ich auch, daß mein Dienstherr ein Feuer Eimer nahm und sich dorthin begab.

Gestern Mittag erzürnten sich die Müllerschen Eheleute beim Essen. Es kam die Rede auf das Feuer und äußerte mein Herr bei dieser Gelegenheit:

„das schadet ihnen ein Scheiß“

auf welche Personen dies zielen sollte, weiß ich jedoch nicht. Die Müllersche Frau entgegnete darauf „schämst du dich nicht, wie kannst du ein so böses Wort aus deinem Munde lassen: - wenn es dein ärgster Feind ist, mußt du ihm so etwas Böses nicht wünschen.“

Der Ackersmann Müller schlug hierauf mit dem Stock auf dem Tisch und ging sodann die Frau aus der Stube auf die Diele und rief, daß sie allen Leuten es sagen wolle, wie ihr Mann geäußert, daß es den Verunglückten nicht schade. Ihr Mann sey werth gewesen, daß, als er bei dem Feuer gegangen, er lebendig in dasselbe geworfen wäre.

Weiter habe ich nichts in dieser Hinsicht gehört.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparentin ab und vor

 

12. die Ehefrau des Ackersmann Heinr. Müller geborne Stüdemann 53 Jahre alt und deponirte:

Bekanntlich lebe ich mit meinen Mann in steten Unfrieden und habe ich viel von ihm zu erdulden. Am letzten Freitag gegen 2 Uhr kam er von Lage zurück wollte nichts essen, ging fort aus dem Hause, doch weiß ich nicht wohin; gewöhnlich pflegt er nach dem Gastwirth Anders oder Hingst zu gehen. Nach Verlauf einer halben Stunde kam er wieder zurück sah nach seinem Pferde, ging aber auch nach Verlauf einer viertel Stunde wieder fort und kam zwischen 7 u 8 Uhr zu Hause, wo er sich durch das Mädchen ausziehen ließ, ins Bett legte, und brachte ich ihn noch Caffee vors Bett, so wie etwas Semmel. Zwischen 9 u 10 Uhr ging auch ich zu Bett, jedoch hatte ich mich kaum einige Minuten niedergelegt als mein Mann der in derselben Stube, jedoch in einem andern Bett lag, mir zurief: Mutter komm schnell auf, die Sturm Glocke geht. Ich zog mich schnell an, und als ich meinen Mann angezogen hatte, ging er mit dem Feuer Eimer fort. Ich sagte noch zu ihm, was willst du mit dem Feuer Eimer, du kannst ja doch nichts damit thun, worauf er entgegnete, er müsse doch das Feuer Eimer dort haben.

Gestern Mittag erzürnten wir uns bei Tisch. Es kam die Rede auf das Feuer und daß der Kaufmann Ascher auch eine Scheure verloren habe und bemerkte mein Mann, daß Ascher bei der Löschung wenig gethan, indem er hinzufügte „das schadt ihm auch ein Scheiß“.

Hierauf äußerte ich

Pfui, schämst du dich nicht, wie kannst du solche böse Worte reden.

Hierauf nahm mein Mann den Stock, schlug damit auf dem Tisch, wodurch ich erboßt wurde, aufstand und zu meinem Mann sagte

„Nun will ich den Leuten auch sagen, daß du geäußert: es schade ihnen ein Scheiß“

Ich ging auf die Diele und rief aus der Hausthür, das was mein Mann gesagt, als die verehelichte Scheffus zu mir kam und mich fragte, ob ich der Worte geständig, die ich gesprochen, entgegnete:

„ja und mein Mann ist an allen Unglück schuld“, es ist aber allerdings möglich, daß ich in der Wuth, noch andre Worte dermalen ge­sprochen. Zu meinen Mann habe ich, als er auf dem Tisch schlug, gesagt „er sey werth, daß er verbrannt werde“, weil mein Mann mir immer soviel Unglück macht und Verdruß, deshalb habe ich diese Aeußerung gemacht. Noch muß ich bemerken, daß mein Mann an den Füßen erlahmt ist und ohne Stok nicht gehen kann.

Wenn auch mein Mann mir soviel zu nahe gethan, und ich soviel von ihm zu ertragen gehabt, so bin ich doch fest davon überzeugt, daß solche Bosheit nicht in ihm wohnt, daß er bei den Scheuren das Feuer angelegt hat. Dessen halte ich ihn überall nicht fähig, er mag nun seyn, wie er will.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparentin ab und ist hiemit geschlossen.

       in fidem     JFMüller

                           Secr. Civit.

 

Continuatum Neukalden den 18 Septbr. 1844 in Gegenwart 

des Herrn Bürgermeisters Görbitz 

des Herrn Senators Schumacher 

a me subscripto

In der vorliegenden Untersuchungs Sache war auf heute Nachmittag wiederum Termino angesetzt. Es mußte vortreten

1. der Ackersmann Heinrich Müller 56 Jahr alt, welcher deponirte: 

Am 5. d. M. fuhr ich mit dem hiesigen Fuhrmann Penzlin nach Laage, um meinen Bruder den dortigen Rathsverwandten Müller, welcher in Vermögensverfall gerathen, zu besuchen. Penzlin sollte für die hiesigen Kaufleute von Rostock Waaren holen, mußte durch Laage und nahm mich bis dahin unentgeldlich mit. In Laage war ich bis zum 12. d. M. Von dem Sohne meines Bruders in Laage dem dortigen Schlachtergesellen lieh ich mir ein Einspänner - Fuhrwerk, mit welchen ich am 12. d. M. bis Gr. Bützin fuhr, wo ich das Fuhrwerk bei dem Thierarzt Schlächter die Nacht unterbrachte und bei dem Oeconom Voss der Frau und Kinder hat, in dessen Wohnung schlief. Am 13 d. M. kam ich von Bützin des Nachmittags ohngefähr um 2 Uhr hier an; und da meine Frau zum Essen mir nur Cartoffel darbot, welche ich nicht mogte, und welche auch nicht sogleich bereitet waren, so verließ ich mein Haus ohn etwas gegessen zu haben und ging nach den Gastwirth Anders sen: bei dem ich ohne auch dort etwas zu genießen, eine halbe Stunde blieb und hierauf nach dem Müller Zörn mich begab, um an dessen Frau von ihrer Mutter und ihren Bruder aus Laage einen Gruß zu bestellen. Bei Zörn, wo ich Caffee trank, blieb ich ohngefähr 2 Stunden und hier auf ging ich nach den Oelmüller Schröderschen Hause, vor welchem ich mich auf eine daselbst stehende Bank setzte und sodann nach dem Gastwirth Hingst ging, wo ich jedoch kaum eine Minute blieb und noch den Bäkkergesellen Schröder traf, so wie die Ehefrau des Bäckers Hingst, welche ab und zuging. Von Hingst ging ich - die Uhr mogte wohl 6 seyn, nach meinem Hause zurück, gab dem Pferde Futter und traf ich daselbst weder meine Frau, noch mein Dienstmädchen. Ich nahm ein Stück Brod, welches ich mit Butter beschmierte, aß dasselbe, verließ hierauf mein Haus wieder nach Verlauf von etwa 10 Minuten und ging nach dem Gastwirth Anders sen: wo ich auch noch den Zimmermeister Benduhn und Schlachter Heincke traf mit denen ich mich unterhielt. Ohngefähr um 8 1/2 Uhr ging ich aus dem Anderschen Hause und ließ dort den Zimmermeister Benduhn und den Schlachtermeister Heincke in die Gaststube zurück. Von dem Anderschen Hause begab ich mich hierauf in meine Wohnung zurück und legte mich dort zu Bett. Da ich an meinen Füßen so erlahmt bin, daß ich mich nicht selbst an und ausziehen kann, so haben mich dermalen noch mein Dienstmädchen und meine Frau ausgezogen. Ich trank noch etwas Caffe jedoch weiß ich nicht, ob, als ich diesen zu mir nahm, ich schon im Bette, oder noch außerhalb desselben war. Ich schlief sogleich ein und bin ich nicht gewahr geworden, ob meine Frau und mein Dienstmädchen, nach mir sogleich zu Bette gingen. Es dauerte nicht lange, so wurde ich von dem Feuergeschrey auf der Straße, aufgeweckt und hörte ich bald darauf auch die Sturmglocke, weshalb ich meine Frau aufweckte, die sich schnell anzog, mir auch beim Anziehen behilflich war. Ich sagte zu dem Mädchen, daß sie das Feuer Eimer dorthin bringen solle, wo das Feuer sey, jedoch grauete dem Mädchen, weshalb ich das Feuer Eimer nahm, und als ich auf der Straße hörte, daß die Scheuren in Brand seyen, dorthin mich begab. Ich ging aus dem Amtsthor bei den Garten des Herrn Rectors und Postmeisters vorbey, wo nicht weit davon fast alle Scheuren schon in Brand standen. Mir begegneten von mehreren Leuten, auch noch der Brenner Krüger, der vom Feuer schon zurück kam, so wie, wenn ich nicht irre, der Schuster Berghauer, welcher gleichfalls vom Feuer zurückkam und den ich, wenn ich nicht irre, mein Feuer Eimer gab, mit welchem er nach dem Feuer zurückkehrte. Mein Feuer Eimer habe ich wenigstens wieder und habe ich solches Eimer jetzt vom Rathhause, wohin dasselbe gebracht ist, zurückholen lassen. Als ich mein Feuer Eimer abgegeben, ging ich zwar noch etwas auf meinen Stock mich stützend und setzte mich bald auf einen bei den Feuer stehende Wagen, welcher bey den 2ten Schäferteich stand. Ich ging nach Verlauf einiger Zeit wieder nach Hause, um zu sehen, ob dort alles in Ordnung sey, kehrte sodann nach dem Feuer zurück, wo ich bis zum hellen Tage blieb. Wodurch das Feuer entstanden, weiß ich nicht, es ist möglich durch Ruchlosigkeit oder auf sonstige Weise; durch nichts, kann nichts entstehen.

Als ich zum 2ten Mal beim Gastwirth Anders kam, war es noch heller Tag denn der Schäfer war noch nicht mit den Schaafen in der Stadt. Die Schaafe pflegen um diese Jahreszeit um 6 1/4 Uhr zu kommen in die Stadt. Hiernach bin ich ohngefähr von 6 Uhr bis um 8 Uhr im Anderschen Hause gewesen; auch unterhielt ich mich dermalen mit dem Gastwirth Anders, hauptsächlich über den an jenem Tage Statt ge­fundenen Einzug des Großherzogs. Bei Gastwirth Anders habe ich nichts zu mir genommen.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

 

2. der Zimmermeister Benduhn 31 Jahr alt, welcher deponirte:

Am 13 d M kam ich des Abends ohngefähr 7 1/2 Uhr nach dem Gastwirth Anders sen und traf dort den hiesigen Ackersmann Heinr: Müller und den hiesigen Schlachtermeister Christoph Heincke, mit denen ich mich hauptsächlich über den an jenem Tage hier Stattgefundenen Einzug des Großherzogs unterhielt. Ich blieb im Andersschen Hause dermalen ohngefähr bis 8 1/4 Uhr und ging zu gleich mit mir der Schlachter Christoph Heincke fort. Ob Müller noch im Andersschen Hause blieb, als ich fort ging, oder schon vor mir fortgegangen war, weiß ich nicht mit Bestimmtheit. Ich ging vom Andersschen Hause nach meinem Hause zurück, welches nahe vor dem Malchiner Thor liegt, begab mich hierauf nach dem Hause des Färber Albrecht der gleichfalls vor dem Malchiner Thor wohnt, blieb bey ihm bis ohngefähr 9 1/2 Uhr, ging sodann nach meinen Hause zurück und als ich grade ins Bett steigen wollte, kurz vor 10 Uhr, sah ich den Schein von den Scheurenbrande. In welcher Scheure das Feuer zuerst aufgegangen und wodurch dasselbe entstanden, weiß ich nicht. Als ich bei den brennenden Scheuren ankam, standen schon 5 Scheuren in Brand; jedoch weiß ich nicht, welchen Personen die brennenden Scheuren gehörten.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor:

 

3. der Gastwirth Anders sen: 61 Jahr alt, welcher deponirte:

Am 13 d. M. Nachmittags ohngefähr zwischen 2 u 3 Uhr kam der Akkersmann Heinr Müller in meiner Gaststube, jedoch weiß ich nicht, wie lange er dermalen dort geblieben, denn ich ging zu Felde und als ich um 6 Uhr in mein Haus zurückkam, fand ich ihn dort nicht mehr vor. Ohngefähr um 7 Uhr vielleicht auch etwas später kam der Ackersmann Heinr: Müller wieder in die Gaststube; es war schon dunkel und in der Gaststube schon Licht angesteckt. Auch war der Zimmermeister Benduhn, so wie der Schlachter Christoph Heincke dermalen in meine Gaststube, doch weiß ich nicht, ob die eine oder die andere dieser Personen früher dort angekommen, als der Müller. Zwischen 8 und 9 Uhr ging Müller fort, so wie auch Benduhn, jedoch weiß ich nicht, ob der eine oder welcher von ihnen früher fortgegangen als der andere. Soviel ist gewiß, daß der Schlachter Christoph Heincke noch in der Stube war, als Müller und Benduhn fortgegangen waren. Müller hat dermalen nichts bei mir genossen und hatte derselbe, als er damals bei mir war, seine Pfeiffe in der Hand, wie er fast immer zu thun pflegt, jedoch weiß ich nicht, ob er bey mir rauchte. Kurz nach 9 Uhr ging Heincke auch fort und sprach ich noch mit meiner Frau noch eine Weile über den Einzug des Großherzogs und kurz vor 10 Uhr, als ich mich grade ausziehen wollte, hörte ich das Feuergeschrey auf der Straße. Als ich nach den brennenden Scheuren kam, standen schon wenigstens 7 bis 8 Scheuren in Flammen. Wodurch das Feuer entstanden, dies vermag ich mir auf keine Weise zu erklären.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

 

4. der Schustermeister Barnewitz 29 Jahre alt, und deponirte:

Am 13 d. M des Abends als ich grade mit meiner Frau zu Bette gegangen, rief meine Frau, da ein großer Schein in unsrer Stube entstand, daß Feuer ausgebrochen sey. Ich zog mich schnell an, eilte auf die Straße, von dort nach dem Amts Thor und hörte ich auf dem Wege dorthin, daß die Sturmglocke anfing zu läuten. Vom Amtsthor eilte ich nach den nahe dabey gelegenen Scheuren, von denen 2 schon sehr in Brand waren, und die 3te vom Feuer, welches weiter lief, ergriffen war. Als ich vom Amtsthor nach den brennenden Scheuren ging, traf ich auf meinen Wege dorthin, am Garten des Postmeister Müller schon den Ackersmann Heinrich Müller, welcher am Stocke hinkend einher ging und auch nach den brennenden Scheuren sich begab. Ob er sonst noch etwas außer seinen Stock hatte, ob er etwa ein Feuer Eimer trug, weiß ich nicht, denn ich achtete in der Angst, worin ich war, nicht sehr auf ihn. Späterhin fiel es mir auf, daß der p Müller der sich nicht allein an und ausziehn kann, schon so früh bey dem Feuer gewesen. Ich war einer der Ersten bei dem Feuer, was schon daraus hervorgeht, daß, als ich dort ankam, erst ohngefähr 3 Scheuren in Brand waren.

Uebrigens muß ich bemerken, daß ich etwas schwerer höre und ich daher nicht mit größter Bestimmtheit behaupten kann, ob die Sturm Glocke, als ich auf dem Wege nach den brennenden Scheuren war, erst anfing zu läuten. Auch weiß ich nicht, wenn dies der Fall, die Sturm Glocke an dem gedachten Abende nicht früher schon geschlagen, denn es ist möglich, daß die Sturm Glocke nicht fortwährend, sondern mit gewissen Pausen geläutet wurde.

Vorgelesen, genehmigt, ward Comparent entlassen und ist hiemit geschlossen.

                   in fidem           JFMüller

                                           Secr. Civit.

 

Continuatum Neukalden den 24 Septbr 1844 in Gegenwart 

des Herrn Bürgermeisters Görbitz 

des Herrn Senators Dr. Willgohs 

a me subscripto

In vorliegender Untersuchungssache mußte heute wieder vortreten

1. der Thorwärter Krüger 57 Jahre alt; welcher deponirte:

Als ich am 13 d. M kurz vor 10 Uhr des Abends den Feuerlärm auf der Straße hörte, sprang ich aus dem Bett und öffnete das hiesige Amtsthor, welches ich aufschloß und welches ohnweit des Rectorgartens zu den brennenden Scheuren führte. Als ich das Thor aufschloß, war bei demselben ein junger Mensch, welchen ich nicht kannte, der zu mir sagte: Krüger wir wollen schnell das Thor aufmachen, um zu sehen, ob noch etwas zu retten ist. Bald darauf kam eine ganze Masse Menschen herbei, welche aus dem Thore liefen. Als ich das Thor auf­schloß, ward die Sturmglocke noch nicht geläutet und erst ohngefähr 1/4 Stunde später hörte ich das Geläut der Sturm Glocke. Den Schu­stermeister Barnewitz habe ich dermalen bei dem Thore nicht, wohl aber später bei dem Feuer gesehen. Auch habe ich den Ackersmann H. Müller dermalen beim Amtsthore nicht gesehen, wohl aber ohngefähr 3/4 Stunde später bey dem Feuer und trug er ein Feuer Eimer.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

 

2. der Schustermeister Barnewitz welcher deponirte:

Als ich am 13 d. M des Abends bei Ausbruch des Feuers nach dem Amtsthor eilte, war dasselbe schon aufgeschlossen und sah ich dort nicht den Thorwärter Krüger. Welche Scheuren, als ich bei dem Feuer ankam schon in Brand waren, welchen Personen sie eigenthümlich gehörten, weiß ich nicht; denn ich bin mit den hiesigen Scheurenbesitzern nicht so genau bekannt.

Vorgelesen, genehmigt trat Comparent ab und vor

 

3. der Schlachtermeister Christoph Heincke, welcher deponirte:

Am 13 d. M des Abends zwischen 7 und 8 Uhr ging ich nach dem Andersschen Hause und traf ich dort mit dem Zimmermeister Benduhn und Ackersmann Heinr Müller zusammen; jedoch weiß ich nicht mehr, ob beide schon dort waren, als ich daselbst ankam. Wir sprachen über den Empfang des Großherzogs in hiesiger Stadt und ging ich später zwischen 8 u 9 Uhr mit dem Zimmermeister Benduhn aus dem Andersschen Hause jedoch weiß ich nicht, ob Ackersmann H. Müller dort noch blieb, oder ob er vor uns fortgegangen. Mit Benduhn ging ich nach dem Gastwirth Hingst bei den ich wohl eine gute halbe Stunde blieb und ging Benduhn vor mir fort, indem er erklärte er wolle nach Hause gehen. Von Hingsten ging ich dermalen wieder nach Anders zurück, wo ich den Ackersmann Müller nicht mehr antraf. Von Anders ging ich nach meinem Hause und als ich grade ins Bett gestiegen war, hörte ich den Feuerlärm.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

 

4. der hiesige Müller Zörn 30 Jahr alt, welcher deponirte:

Am 13 d. M des Nachmittags gegen 4 Uhr kam der hiesige Ackersmann Heinr: Müller zu mir und brachte an mich und meine Frau einen Gruß von meiner Schwiegermutter und meinem Schwager von Laage; er trank noch Caffe bei mir, den meine Frau ihn reichte, und blieb er wohl eine viertel Stunde bei uns. Kurz vor 10 Uhr des Abends sah ich eine große Helle bey meinem Hause und als ich hierauf aus dem Thore eilte, erblickte ich das Feuer bei den Scheuren, konnte jedoch nicht genau sehen, welche Scheure zuerst davon ergriffen war. Als ich nach meinem Hause wieder zurückgelaufen war, ließ ich meine Pferde zum Wasserholen anschirren und als ich hierauf wieder nach den Scheuren zurücklief, standen schon viele Scheuren in Brand. Wodurch das Feuer entstanden, ist mir nicht bekannt.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

 

5. die Ehefrau des hiesigen Müllers Zörn geb. Bethmann 25 Jahr alt, und deponirte:

Am 13ten d. M des Nachmittags zwischen 3 u 4 Uhr kam bey uns der hiesige Ackersmann H. Müller welcher von Laage eintraf, und mir einen Gruß von meiner dort wohnenden Mutter brachte. Er trank bei uns noch Caffé und ging nach Verlauf von etwa 1/4 Stunde schon wieder fort. Er war ganz so, wie er gewöhnlich zu seyn pflegte, bedauerte jedoch noch seinen Bruder der zu Laage Rathmann ist, im Vermögensverfall gerathen ist und dem man alles, wie er sagte, verkauft habe. Wodurch der am 13 d. M stattgefundene Scheurenbrand entstanden, ist mir überall nicht bekannt.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparentin ab und vor

 

6. die Ehefrau des hiesigen Gastwirths Hingst, geb. Wundemann 39 Jahr alt und deponirte:

Am 13 d. M. des Nachmittags zwischen 4 und 6 Uhr - genauer weiß ich die Zeit nicht anzugeben - sah ich den Ackersmann Heinr. Müller auf einen Augenblick in unserm Hause, welcher auch nichts verzehrte und war dermalen noch der Bäckergeselle Schröder bey uns; mein Mann hatte sich grade damals etwas niedergelegt zum schlafen. Später am Abende jenes Tages ohngefähr um 8 3/4 Uhr ging ich zu Bett und weiß ich nicht, zumal ich noch die größte Zeit, als ich an jenem Abende noch auf war, bey meiner bey uns wohnenden kranken Mutter mich befand, welche Personen dermalen weiter bey uns verkehrt haben. Kurz vor 10 Uhr an jenem Abende rief mein Mann der noch auf war, daß Feuer ausgebrochen sey und haben wir durch den Brand auch eine Scheure verloren. Wodurch das Feuer entstanden, weiß ich nicht.

Vorgelesen, genehmigt trat Comparentin ab und vor

 

7. der Bäckergeselle Schröder 30 Jahre alt, deponirte:

Als ich am 13 d. M. des Nachmittags im Hause des Gastwirth Hingst war, kam dort auch etwa zwischen 4 und 6 Uhr der Ackersmann Heinr. Müller, jedoch hielt sich derselbe gar nicht auf und ging sofort wieder weg, ohne etwas zu verzehren. Dies pflegte er früher auch schon häufig zu thun und kam er früher auch täglich oft 3 bis 4 mal in das Haus des p Hingst. Späterhin ging ich nach dem Hause der Wittwe Bruger, kam zwischen 9 u 10 Uhr in das Haus des p Hingst wieder zurück, wo ich den Gastwirth Hingst vorfand, so wie noch mehrere andere Gäste, worunter ich den Schuster Rahncke noch nahmhaft machen kann. Den Zimmermeister Benduhn und Schlächter Christoph Heincke habe ich dermalen bei dem Hingst nicht gesehen. Ich war noch keine halbe Stunde bey Hingst gewesen, als wir das Feuergeschrey auf der Straße hörten. In dem Gastwirth Andersschen Hause bin ich an jenem Abende gar nicht gewesen. Wodurch das Feuer entstanden ist, weiß ich nicht.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

 

8. der Schustermeister Berghauer 46 Jahr alt, welcher deponirte:

Am 13 d M. des Abends zwischen 9 und 10 Uhr hörte ich auf der Straße ein Feuergeschrey, worauf ich mich mit meinem Feuer Eimer aus dem Amtsthor, welches schon aufgeschlossen war, und woher der Schein kam, eilte. Als ich grade beim Amtsthor angekommen, hörte ich erst die Sturm Glocke. Es standen schon viele Scheuren in Brand, als ich beim Feuer ankam, und als ich schon eine ganze Zeit beim Feuer gewesen, erblickte ich ohnweit des Conrector Gartens den Ackersmann Heinr: Müller, welcher still stand und weiß ich nicht, ob er ein Feuer Eimer dermalen hatte, und ob er am Stocke ging; so genau habe ich auf ihn, mit dem ich an jenem Abende gar nicht sprach, nicht geachtet. Wodurch das Feuer entstanden, weiß ich nicht.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

 

9. das Dienstmädchen Sophia Westphal, welche deponirte:

Als ohngefähr um 2 Uhr des Nachmittags mein Herr am 13. d. M. hier ankam von Laage und zu Hause nichts essen wollte, ging er fort. Mein Herr war wohl schon 1/4 Stunde fort, als ich zugleich mit meiner Frau aus dem Hause ging, um Korn, welches der Ackersmann Gamm uns anfuhr in unsere vor dem Mühlenthor belegenen Scheure zu bringen. Ich kam mit meiner Frau ohngefähr des Abends zwischen 7 u 8 Uhr von der Arbeit nach Hause zurück; die Kühe waren schon in die Stadt getrieben. Uebrigens haben wir keine Kühe vor der großen Hude, sondern nur eine Kuh in der Siggenkoppel, welche dort die Nacht bleibt. Als ich mit meiner Frau nach Hause kam, wurde Nachtkost bereitet, welches in Kaffee bestand, wozu wir Semmel aßen den meine Dienstfrau gebackt hat. Als wir beim Kaffe trinken waren, kam mein Dienstherr, den ich, weil er erlahmt ist, ausziehen mußte, und worauf er zu Bett ging. Als er im Bette lag, gab die Frau ihm noch etwas Kaffe und Semmel. Ich und meine Frau gingen hierauf vor die Thüre, setzten uns dort nieder bis etwa um halb 10 Uhr, wo ich zu Bett ging. Bald darauf ward ich aufgeweckt, ich glaube von meiner Dienstfrau. Als ich mich angezogen hatte, und auf die Diele geeilt war, hörte ich noch, daß Müller zu seiner Frau sagte, sie solle ihn schnell anziehen, was sie auch that. Müller sagte zu mir, daß ich ein Feuer Eimer nehmen solle und als seine Frau bemerckte, was ich - da ich noch so behende bin, - wohl mit einen Feuer Eimer solle, und ich auch weinte, weil das Feuer nicht weit von der Wohnung meiner Mutter war; so nahm mein Herr das Feuer Eimer und ging damit fort. Als ich aufgeweckt wurde ging schon die Sturm Glocke. Als ich mit meiner Frau an dem gedachten Nachmittage fortging schloß sie das Haus zu und legte den Hausschlüßel zwischen die Fensterladen. Als wir ein Fuder eingefahren hatten, schickte meine Frau, welche inzwischen zur Herbeiholung des 2ten Fuders wieder von der Scheure nach dem Felde sich begab, mich zum Melken unsrer Kuh nach der Siggenkoppel. Zu dem Ende holte ich mir das Eimer aus unserm Hause, die Uhr mogte wohl gegen 6 schon seyn, und als ich bei unsern Hause ankam sahe ich den Schlüßel in unserer Hausthür gesteckt. Ich sagte dies, als ich vom Melken zurückkam, indem mein Weg mich bei unsrer Scheure vorbeiführte, meiner Dienstfrau, die ich dort antraf, worauf dieselbe erwiederte: daß ihr Mann wohl, während unsrer Abwesenheit im Hause gewesen sey.

Vorgelesen, genehmigt, ward Comparentin entlassen und ist hiemit geschlossen.

                                                       in fidem

                                                      JFMüller

 

Protocollum gehalten auf dem Rathhause zu Neukalden den 23. December 1844

in Gegenwart

des Herrn Bürgermeisters Görbitz

des Herrn Senators Dr. Willgohs

a me subscripto

In dem heutigen zur Fortsetzung der wegen des am 13 Septbr d. J. hier stattgefundenen Scheuren Brandes eingeleiteten Untersuchung angesetzten Termine, mußte vortreten

1. der Zimmermeister Benduhn, welcher auf seine Deposition zurückgeführt auf weiteres Befragen zu Protocoll gab:

Meine frühere Deposition ist ganz der Wahrheit gemäß. Ich ging am 13 Septbr des Abends ohngefähr um 8 1/4 Uhr nach meinem Hause zurück. Der Schlachter Heincke verließ zugleich mit mir, wie ich auch schon früher ausgesagt, das Anderssche Haus, doch weiß ich nicht, wo derselbe dermalen weiter geblieben.

Vorgehalten, daß der Schlachter Heincke  ausgesagt, wie Comparent mit ihm als beide des Abends am 13 Septbr d. J. das Anderssche Haus verlassen, nach dem Hingstschen Gasthause gegangen, entgegnete der Zimmermeister Benduhn:

Heincke muß im Irrthum seyn, denn ich weiß es mit Gewißheit, daß um die angegebene Zeit, ich nicht mit ihm in das Gasthaus des Hingst gegangen wahrscheinlich ist Heincke deshalb im Irrthum, weil ich am Abende vorher mit ihm aus dem Andersschen Hause nach demjenigen des Hingst gegangen.

Vorgelesen, genehmigt trat Comparent ab und vor

 

2. der Schlachtermeister Heincke der zurückgeführt auf seine Aussagen deponirte:

Ich glaube zwar, daß meine früheren Aussagen im Allgemeinen ganz richtig, doch kann ich es nicht mit Bestimmtheit behaupten, ob Benduhn, als ich am 13 Septbr mit ihm des Abends das Anderssche Haus verließ, dermalen mit mir nach dem Hingstschen Gasthause gegangen, es kann auch seyn, daß ich dermalen allein nach Hingsten gegangen und bin ich deshalb vielleicht im Irthum, weil Benduhn Abends vorher aus dem Andersschen Hause nach demjenigen des Hingst mit mir gegangen.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparent ab und vor

 

3. der Müller Zörn, welcher zurückgeführt auf seine Aussage darauf entgegnete:

Als Müller am 13 Septbr d. J. des Nachmittags bei uns Caffe trank ging ich zu Felde, während er noch in unserer Stube zurückblieb und wenn ich früher deponirte: daß er wohl nur 1/4 Stunde bey uns gewesen, so rührte diese meine Aussage daher, daß meine Frau später zu mir sagte: Müller sey dermalen bald wieder fortgegangen.

Vorgelesen, genehmigt trat Comparent ab und vor

 

4. die Ehefrau des Müller Zörn. Dieselbe wurde auf ihre Aussage zurückgeführt und entgegnete darauf:

Als am 13 Septbr. des Nachmittags Müller bey uns kam und Kaffe trank ging mein Mann fort, während Müller noch zurückblieb. Es kann seyn, daß Müller damals eine Stunde wohl bey uns blieb, länger aber doch nicht und in soferne muß ich meine frühere Deposition, welche dahin gerichtet war, daß Müller 1/4 Stunde bey uns geblieben, verbeßern. Ich achtete bei meiner früheren Vernehmung nicht sehr genau auf den fraglichen Vorgang, weshalb meine frühere Zeitangabe nicht ganz richtig war.

Vorgelesen, genehmigt trat Comparentin ab und vor

 

5. der Ackersmann Heinrich Müller, derselbe ward auf seine Deposition zurückgeführt und entgegnete derselbe darauf

Meine früheren Aussagen halte ich für richtig. Als ich am 13 Septbr des Nachmittags bei Zörn Kaffe trank blieb ich dort eine ganze Zeit und dies wollte ich damit andeuten, wenn ich früher bemerklich machte, daß ich daselbst 2 Stunden gewesen. Soviel ist aber gewiß, daß ich bei Zörn damals wenigstens eine Stunde gewesen; als ich fort ging, war der Müller Zörn schon fort und zu Felde gegangen.

Als ich am 13. des Nachmittags 2 Uhr von Laage nach Hause kam, verließ ich wie ich schon früher ausgesagt, bald darauf mein Haus, ohne etwas gegessen zu haben und ging nach dem Gastwirth Anders, von dort ging ich nach Verlauf einer halben Stunde nach meinem Hause zurück, um mein Pferd zu füttern, welche Angabe ich in meinen früheren Depositionen vergessen habe. Sodann ging ich nach Zörn. Als ich das erstemal nach Hause kam von Anders, war meine Frau noch zu Hause und mußte auch mein Dienstmädchen noch zu Hause gewesen seyn, doch weiß ich nicht mehr ob ich das Mädchen dermalen gesehen habe.

Als ich späterhin ohngefähr um 6 Uhr nach Hause ging, öffnete ich die Hausthüre, welche verschlossen war mit dem Schlüßel, welcher hinter den Laden lag und ließ ich nach meiner Meinung als ich bald darauf mein Haus wieder verließ, den Schlüßel in der Hausthüre stek­ken. Nach meiner Ueberzeugung kam ich an demselben Abend später um 8 1/2 Uhr nach Hause, doch kann diese meine Zurückkunft auch noch etwas früher stattgefunden haben. Einige Tage nach dem Scheurenbrande saß ich des Mittags mit meiner Frau und meinem Dienstmädchen Sophia Westphal, die jetzt nicht mehr bey uns sondern zu Hagensruhm bey einen Bauern dient, bey Tische und erzürnte ich mich mit meiner Frau. Da ich etwas gelähmt bin, für mein Pferd kein Wasser holen kann, das Pferd auch zur rechten Zeit kein Wasser erhalten hatte, so fragte ich meiner Frau, warum sie für mein Pferd kein Wasser geholt.

Als sie entgegnete, sie habe solches nicht nöthig, bemerkte ich, daß sie doch ein Dienstmädchen habe und das Mädchen doch hätte Wasser holen können. Meine Frau erwiederte: ich sollte mir erst ein Dienstmädchen miethen, dann hätte ich das Befehlen. Dadurch aber ward ich boshaft und schlug mit meinem Stock auf dem Tisch. Als meine Frau hierauf äußerte: ich solle kein Lärm machen, entgegnete ich: das schadt euch ein Scheiß, ihr Hunde. Ein weiteres dieser Art habe ich nicht gesagt. Meine Frau und das Mädchen liefen hierauf aus der Stube.

Vorgelesen, genehmigt wurden dem Comparenten die enthaltenen Depositionen des Dienstmädchen Westpfahl und seiner Ehefrau vorgelesen. Hierauf entgegnete Comparent:

Es kam an dem fraglichen Mittag die Rede auf dem Kaufmann Ascher, welcher keinen Acker hat und weshalb, da seine Scheure auch niedergebrannt, bemerkte, daß wenn er mit seinen Schutt nicht zu bleiben wisse, ich dazu ihm eine Stelle auf meinen Acker anweisen wolle. Diese Aeußerung schien ihr nicht genehm zu seyn, wenigstens gab sie mir darauf keine Antwort. Späterhin kam der Streit über das Wasserholen. Als ich mit meinem Stock auf dem Tisch geschlagen hatte kann meine Frau noch manches gesprochen haben, doch habe ich es nicht gehört, da sie aus Furcht mit dem Mädchen aus der Stube lief.

Vorgelesen, genehmigt, deponirte Comparent noch weiter: Gott ist mein Zeuge, daß ich nicht gesagt, daß es dem Ascher einen Scheiß schade und eben so wenig habe ich mich in dieser Hinsicht, über die andern Abgebrannten nachtheilig geäußert.

Vorgelesen, genehmigt trat Comparent ab und vor

 

6. das Dienstmädchen Westpfahl welche deponirte:

Seit einigen Wochen diene ich bei dem Bauer Köhrmann zu Hagensruhm. Die Ehefrau des Ackersmann Müller die jetzt gar kein Dienst­mädchen hat, hatte für mich im Winter nichts zu thun deshalb sie mich entließ.

Als am 13 Septbr des Nachmittags der Ackersmann Müller von Laage nach Hause kam, ging er bald darauf, wie ich schon früher ausgesagt habe, aus dem Hause ohne etwas gegessen zu haben und habe ich ihn späterhin des Abends nicht eher wieder gesehen als zwischen 8 und 9 Uhr. Es ist immer möglich, daß er früher an demselben Nachmittage mehrere Male nach Hause zurückgekommen, ohne, daß ich ihn gesehen, weil ich entweder konnte ausgeschickt seyn, oder im Hause wegen meiner Dienstgeschäfte verhindert wurde, ihn zu sehen.

Als einige Tage späterhin Müller mit seiner Frau bey Tische sich erzürnte, schlug er mit seinem Stock auf dem Tisch und war auch die Rede auf Ascher gekommen, indem Müller erklärte, wie er nicht wolle, daß Ascher den Schutt auf seinen des Müller Acker fahre. Müller sprach in der Wuth sehr viel, unter andern auch äußerte er: das schadt ihm den Scheiß, doch weiß ich nicht, worauf das zielen sollte. Die Frau entgegnete: Schämst du dich nicht, wie kannst du ein so böses Wort aus deinem Munde lassen. Dies sprach sie noch bey ihm in der Stube.

Vorgelesen, genehmigt, trat Comparentin ab und vor:

 

7. die Ehefrau des Ackersmann Müller welche deponirte:

Mein früheres Dienstmädchen Tochter des hier verstorbenen Gänsehirten Westphal ist vor einigen Wochen aus meinem Dienst getreten, da ich ihr nicht mehr bedurfte und ich überhaupt im Winter kein Mädchen halte. Als ich im Septbr d. J. bei Tische mit meinen Mann mich erzürnte, fragte er zuerst, ob ich für sein Pferd schon Wasser geholt hätte. Als ich dies verneinte, fing er gleich an so sehr zu schelten, worauf ich endlich erklärte, wenn er Pferde halten wolle, so müsse er auch für dasselbe Wasser holen, denn ich könne solches nicht thun und eben sowenig dazu für ihn ein Mädchen halten. Deshalb erboste er sich und als die Rede auch noch auf Ascher gekommen, von dem er sagte, daß wenn derselbe sein Schutt abfahren wolle, solcher nicht auf sein meines Mannes Acker solle - bemerkte er weiter noch, die Abgebrannten hätten bey Abräumung des Schuttes soviel gethan, und fügte hinzu: das schadt ihm auch einen Scheiß, indem er wiederum bemerkte, das andere bey der Löschung wenig gethan hätten. Ich glaube auch, daß er Aschern darunter verstand, weil von Aschern namentlich die Rede war. Ich entgegnete meinen Mann, er solle sich was schämen u. s. w. Hierauf und nachdem er mit den Stock auf dem Tisch geschlagen, eilte ich aus der Stube machte hierauf diejenigen Aeußerungen, welche ich in meiner früheren Vernehmung näher angegeben, und glaube ich nicht, daß diese Aeußerung mein Mann gehört hat da er wenn ich nicht irre, nach dem Stalle ging.

Mein Mann ist allerdings sehr böse gegen mich stets gewesen, doch wiederhole ich, wie ich es ihn nicht zutraue, und ich nicht glaube, daß er eine Brandstiftung sich hat zu Schulden kommen lassen; darüber kann ich erforderlichen Falls einen Glaubenseid ableisten. Als ich später zu der Scheffus sagte, mein Mann ist an allen Unglück schuld, dachte ich keinesweges an den Scheurenbrand, sondern wollte dadurch nur soviel sagen, daß mein Mann mit dem ich in so vielen Ehezwistigkeiten gewesen, und der auch sein Vermögen verloren, an meinem ganzen Unglück schuld sey.

Vorgelesen, genehmigt ist

 

Erkannt

daß die vorliegende Untersuchung bis auf weitere sich ergebende Indicien auf sich beruhen bleiben solle.

Womit praelecto et ratihabilo protocollo geschlossen worden                                                                           

in fidem                                                                                                                                            

JFMüller

Secr. Civit.“

 

Die Brandursache blieb unaufgeklärt. Carl Voß schrieb hierzu: „Wenn im bewußten Protokoll eine Frau ihren eigenen Mann anzeigt, er habe die Scheunen angesteckt und es wird ein mehrtägiger Termin in dieser Sache angesetzt, in dessen Verlauf sich der Mann als Sünden­bock dahingestellt sieht; wenn allsdann seine eigene Frau die Klage widerruft, mit der Begründung: Sie habe aus Eifersucht so gehandelt, so ist das ein trauriges Zeichen jener Zeit.“

 

Als der Heimatforscher Richard Wossidlo 1911 nach Neukalen kam und nach alten Überlieferungen suchte, wurde ihm erzählt, daß einmal 42 Scheunen abbrannten und damals ein Herr aus Lelkendorf zum Besprechen (Beschwören) des Feuers gekommen war.

 

Zum Wiederaufbau der Scheunen gibt es noch folgende Aufzeichnungen: 

 

„Protocollum gehalten auf dem Rathhause zu Neukalden den 6ten Februar 1845 in Gegenwart

des Herrn Bürgermeisters Görbitz, des Herrn Senators Dr. Willgohs, im Beyseyn, des Stadtsprechers Stüdemann, der Viertelsleute Meyer, Seemann, Busch und Anders, des Cämmereybürgers Fischer, der Ausschußbürger Sohn, Falius, G. Zingelmann und Mamerow, a me subscripto

Eingangsgenannte hatten zur Berathung über den Wieder-Aufbau der am 13ten Septbr v. J. abgebrannten hiesigen Scheuren sich heute versammelt.

Aus dem Protocolle d 14. Septbr v. J. betreffend den am 13ten Septbr v. J. hier Statt gehabten Scheuren - Brand, ergiebt sich, daß folgende hiesige Einwohner durch jenen Brand ihre Scheuren verloren haben.

 

  1. Jochim Glasow Ackersmann, Scheure No 79

  2. Rademacher Niemann und Schuster Johann Grass Erben No 80

  3. Weber Lehsten No 81

  4. Rademacher Sontags Wittwe No 82

  5. Färbermeister Albrecht No 83

  6. Gastwirth Bruger jun No 84

  7. Schneider Bruger No 85

  8. Wittwe Tessmann No 86

  9. Ackersmann Rütz No 87

10. Wittwe Zingelmann No 88

11. Ackersmann Voss No 89

12. Kluth Wittwe No 90

13. Schuster Heinrich Stüdemann No 91

14. Bäcker Mahns früher Jacob Stüdemann No 92

15. Ackersmann H: Salchow No 93

16. Wittwe Ladendorf No 94

17. dieselbe No 95

18. Schneider Timm No 96 früher Gastwirth Bruger Erben

19. Ackersmann Jochim Glasow No 97 vidi auch No 1

20. Ackersmann Gustav Schulz No 98

21. Ackersmann Hübner No 99

22. Viertelsmann Busch No 100

23. Jochim Zingelmann No 101 früher H. Zingelmann

24. Schneider Stüdemann No 102

25. Schneider Fischer früher Postmstr. Müller No 103

    26. Pfarr Scheure No 104, wovon die westliche Hälfte die Stadt, die östliche Hälfte das Amt Dargun zu erbauen hat.

27. Maurermeister Ziems No 105

28. Schmidt Salchow No 106

29. Müller Zörn 107o Dom: Amt Dargun

30. Tischler Otto No 108

31. derselbe No 109

32. Ackersmann Pape No 110, früher Wittwe Pape an der Wallpforte

33. Ackersmann Kofeldt No 111

34. Maurer Sontags Wittwe No 112

35. Bäckermeister Hingst No 113

36. Ackersmann Scheffus No 114

37. Ackersmann Jacob Mahns No 115

38. Rademacher Rossow No 116

39. Brenner Krüger No 117

40. Töpfer Paul No 118

41. Kaufmann Ascher No 119

42. Hr. Dr. Willgohs No 120

 

Mit Berücksichtigung auf die Verordnung vom 24 Aug 1827, auch Febr 1844 ward beschlossen

A.   Die neuen Scheuren werden weder mit Stroh noch mit Rohr, sondern in der Art gedeckt, wie die Brand Statuten solche für die Gebäude innerhalb der Stadt vorschreiben.

B.   Die aneinander gebaueten Scheuren dürfen nicht ein Längenmaß von 240 Fuß überschreiten.

C.   Zwischen den einzelnen Theilen der Scheuren Reihen, muß ein mindestens 60 Fuß in Länge und Breite enthaltener Raum bleiben.

D.   Die Tiefe der Scheuren muß 40 Fuß seyn, die Stenderhöhe wenigstens 14 Fuß excl. der Plate.

E.    Die äußeren Giebelwände müssen massiv oder von Fachwerk seyn, die Zwischenwände der in einandergebaueten Scheuren, dürfen nicht geklehmt seyn.

 

Die im vorstehenden Protocoll sub 1 - 41 incl. aufgeführten Einwohner, waren geladen und erschienen. Auf Befragen erklärten hierauf von den Erschienenen

  1. Wittwe Tessmann

  2. Wittwe Zingelmann

  3. Ackersmann Pape

  4. Ackersmann Rütz

  5. Töpfer Paul

  6. Ackersmann Hübner

  7. Maurer Ziems

  8. Heinr. Salchow

  9. Brenner Krüger

10. Rademacher Rossow

11. Kaufmann Ascher

daß sie nicht, wenigstens in diesem Jahre nicht, ihre abgebrannten Scheuren wieder aufbauen wollten. Die übrigen erklärten jedoch den Wiederaufbau ihrer Scheuren noch in diesem Jahre bewerkstelligen zu wollen.

Den Comparenten ward hierauf der in vorstehenden Protocoll enthaltene Beschluß lit A - E inclusive, vorgelesen.

 

Es ward beauftragt:

der Stadtsprecher Stüdemann, der Viertelsmann Meyer der gleichfalls erschienene Kaufmann Herr Köhler - mit denjenigen Einwohnern, welche neue Scheuren erbauen wollen, zusammenzutreten, das Nähere über den Verband der Scheuren mit ihnen zu verabreden, und darüber demnächst zu berichten. Womit praelecto et ratihabilo protocollo geschlossen worden.“

Plan und Handzeichnung der auf der hiesigen Scheuren-Brandstelle wieder neu zu erbauenden Scheuren (zu 1845)

Nachzeichnung des Planes zum Wiederaufbau der Scheunen von 1845

(mit "Straße nach Malchin" ist der Salemer Weg gemeint;

die Angaben der Breite [z.B. 240´] erfolgten in Fuß)

Ausschnitt aus der Charte der Stadt Feldmarck Neukalen von 1859 (Stadtgebiet)

Auf dieser Karte von 1859 sind die außerhalb der Stadt liegenden Scheunenreihen sehr gut zu erkennen

 

1862 erbauten der Schlachtermeister Seelig, Schmiedemeister Pietschmann und Stellmachermeister Brandt etwa 32 Meter hinter der letzten Scheune am Warsower Weg auf dem westlichen Teil des alten Schützenplatzes drei Scheunen. Ihre Größe wurde mit 36 Fuß Tiefe, zwei mit 32 Fuß und eine mit 46 Fuß Breite angegeben. Heute stehen hier Garagen. Auch am Salemer Weg bei der sogenannten „Filzkuhle“ wurden mehrere Scheunen erbaut.

SITUAT~1

"Situations Plahn von den Scheüren vorn Muhlenthor, nach der neuen Bauverordnung müssen die grün Angelegten Scheuren entfernt werden" (25. April 1868).

 

1870 gab es 30 Steindachscheunen und 70 Strohdachscheunen.

 

Laut landesherrlicher Verordnung vom 27.2.1847 sollten bis zum 1. Januar 1877 alle Dächer von Rohr und Stroh auf den Scheunen und vorstädtischen Gebäuden in den Landstädten entfernt und an deren Stelle solche Bedachungen eingeführt werden, als die Statuten der städtischen Brandversicherungsgesellschaft für Gebäude innerhalb der Städte vorschreiben. Bei einer enstprechenden Kontrolle 1877 ergab sich in Neukalen folgende Situation:

 

Verzeichniß der Besitzer von Scheunen hieselbst

an der Darguner Chaussee

 

  1. Kaufmann Salchow ab 13.5.1837, jetzt Färber Zingelmann     -     Pappdach

  2. Tischler Jacob Fischer & Ackersmann Zarpentin     -     Dach ab

  3. Kaufmann Köhler ab 21.1.1842, jetzt Ackersmann Joach. Zingelmann     -     Dach ab

  4. Schuster Kottke jun.     -     Dach ab

  5. Ehefrau des Ackersmann Krüger, Auguste, geb. Salchow ab 10.9.1860, jetzt Ackersmann Fritz Krüger     -     Dach ab

  6. Witwe Kohfeldt, geb. Saehloff ab 14.11.1868, jetzt Ackersmann Carl Kohfeldt     -     Strohdach ab

  7. Schlachtermeister Johann Schröder     -     Steindach        

  8. Ackersmann Carl Niemann ab 27.7.1871     -     Dach ab

  9. Ackersmann Christoph Martens ab 5.7.1855, jetzt Schneider Fischer     -     Dach ab

10. Schenkwirth und Bäckermeister Fritz Burmeister, Eckscheure      -     Pappdach

     Pfarrscheune     -     Steindach

11. Ackersmann Fritz Schröder     -     Steindach

12. Grützmüller Joachim Fischer     -     Steindach

13. Ackersmann Heinrich Fischer ab 30.6.1834, jetzt Ackersmann Rud. Fischer     -     Dach ab

14. Hutmacher Stein, jetzt Ackersmann Fritz Schröder     -     Steindach        

15. Ackersmann Christian Krüger ab 21.6.1838     -     Steindach

16. Seiler Glasow     -     Steindach        

17. Bäckermeister Friedrich Schröder ab 19.3.1840, jetzt Glaser Lück     -     Steindach

18. Gastwirt Radöhl ab 6.3.1835, jetzt Ackersmann Georg Zingelmann     -     Strohdach ab

19. Ackersmann Wilhelm und Theodor Grohmann     -     Strohdach ab

20. Kupferschmied Heinke und Bäcker Mahns     -     Pappdach

21. Ackersmann Heinrich Sonntag     -     Steindach

22. Ackersmann Seemann     -     Dach ab

23. Ackersmann Kossow sen     -     Pappdach

24. Ackersmann Wilhelm Stüdemann     -     Pappdach

          (Später eingetragen: N. 12 bis 17 incl. am 30 Junius 1883 abgebrannt.)

 

Beim alten Schützenplatz

 

25. Stadtsprecherwitwe Stüdemann ab 28.1.1833, jetzt Ackersmann Schnurstein     -     Steindach

26. Bäckermeister Mahns     -     Dach ab

27. Ackersmann Rossow     -     Dach ab

28. Jörss sen & Schuster Thürkow     -     Dach ab          

29. Schuster Fehlhaber     -     Dach ab

30. Weber Wickboldt     -     Steindach

31. Zimmergeselle Lück     -     Steindach

32. Apotheker Hermes ab 26.10.1853     -     Dach ab

33. Derselbe kleines Gebäude     -     Dach ab

34. Ackersmann Ernst Mamerow ab 26.10.1853     -     bereits Steindach

35. Schlachtermeister Gaetcke ab 26.10.1853     -     bereits Steindach

36. Ackersmann Busch     -     Pappdach

37. Grützmüller Adolf Roloff ab 9.2.1871, jetzt Ackersmann Wilhelm Ladendorf     -     Steindach

38. Maurer Fritz Becker und Maurer Carl Ahrens     -     Steindach

39. Schuster Sohn und Jacob Gesche      -     Steindach

40. Bäckermeister Christian Anders ab 31.1.1867     -      Dach ab

41. Tischler Peters und Färber Rothenhäuser      -     Steindach

42. Bäckermeister Adolf Soltmann ab 18.1.1871     -     Steindach

43. Ackersmann Jochim Friedrich Ulrich ab 27.2.1833, jetzt Christoph Rothenhäuser  und Tischler Carl Wasserstradt     -     Dach ab 

44. Schlosser Lange und Sattler Lange     -     Dach ab

45. Maurergeselle Johann Koch und Drechsler Carl Stiebeler     -     Dach ab

46. Ackersmann Jacob Glasow Erben, Bäckermeister August Kossow     -     Steindach

47. Ackersmann Carl Rothenhäuser     -     Steindach

 

Beim Schäferteich vor dem Amtstor bei der Koppel

 

48. Ackersmann Penzlin ab 24.1.1874     -     bereits Steindach

49. Ackersmann Heinrich Sonntag ab 13.3.1872     -     Dach ab

50. Schlachter Radöhl     -     Dach ab

51. a Sattler Ullrich     -     Dach ab

     b Zimmergeselle Krüger und Maurergeselle Schulz     -     Dach ab

52. Ackersmann Karnatz ab 25.1.1871     -     Steindach

53. Ackersmann Fritz Zarpentin ab 14.7.1870     -     Dach teilweise ab

54. Schmied Zarpentin     -     Steindach

55. Arbeitsmann Ladwig und Dempzin     -     Steindach

56. Schweinebart und Drechsler Stiebeler     -     Dach ab

57. Stellmacher Brandt ab 24.6.1835, jetzt Jacob Lahl und Schuster Johann Krüger junior     -     Dach ab

58. Färber Martens     -     Dach ab

59. Ackersmann Joachim Glasow     -     Dach ab

60. Stellmacher Niemann ab 26.4.1843, jetzt Schuster Salchow     -     Steindach

61. Glaserwitwe Ullrich und Ackersmann Voss     -     Dach ab

62. Ackersmann Johann Stüdemann ab 28.6.1841     -     Steindach

63. Ackersmann Friedrich Schröder     -     Dach ab

64. Maurergeselle Carl Koch, früher Arbeitsmann Wilken     -     Steindach

65. „Die Scheure soll vor Jahren umgewehet sein“

66. Schmied Clasen und Arbeitsmann L. Gundlach     -     Steindach

67. Maurergeselle Peters     -     Dach ab

68. Witwe Peters, geb. Rugenstein ab 17.12.1857, jetzt Glaserwitwe Ulrich und Tischler Pietschmann     -     Dach ab

69. Tischler Ulrichs Erben ab 19.11.1841, jetzt Ackersmann Kossow sen.     -     Dach ab

70. Schneidermeister Adolf Wolff ab 26.1.1853 und Arbeitsmann Pagels     -     Steindach

71. Schustermeister Georg Törber ab 2.9.1837, jetzt Ackersmann Joh. Seemann     -     Steindach

72. Glamann     -     Dach ab

73. Tischler Ziems und Böttcher Warnke     -     Steindach

74. Schneidermeister Carl Christian Zingelmann ab 24.10.1867     -     Steindach

75. a Weber Schwarz     -     Dach ab

     b Tischler Rugenstein     -     Steindach

76. Ackersmann Thürkow     -     Pappdach

77. Ackersmann Mamerow     -     Dach ab“

 

Ab 1878 hatten alle Scheunen die vorgeschriebene Bedachung.

 

Am 30.6.1883 brannten sechs Scheunen an der Straße nach Dargun ab. Sie wurden nicht wieder aufgebaut, sondern hier die Wohnhäuser Dargunerstraße 1 bis 11 errichtet. Im „Öffentlichen Anzeiger“ war zu lesen:

„30. Juni. Heute Morgen 9 Uhr sind in Neukalen sechs an der nach Dargun führenden Chaussee belegene, gut erhaltene Scheunen total abgebrannt. Der Brandstiftung dringend verdächtig ist ein berüchtigter Schustergeselle aus Pommern. Derselbe arbeitete zuletzt in Dargun bei einem Schuhmacher T. und sitzt bereits in Untersuchungshaft.“

 

Am 6.10.1883 findet sich im „Öffentlichen Anzeiger“ folgende Mitteilung:

„Der Schustergeselle Hermann Krüger aus Garz a. D., welcher beschuldigt war, am Morgen des 30. Juni zu Neukalen 6 Scheunen vorsätzlich in Brand gesetzt zu haben, ist am 3. d. M. vom Schwurgericht zu Güstrow wegen vorsätzlicher Brandstiftung zu 5 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt.“

 

Am 24.2.1901 kam es erneut zu einem Scheunenbrand, der schnell gelöscht, aber nicht aufgeklärt werden konnte:

 

„Neukalen, 25. Febr. Feuer. Gestern Abend gegen ½ 10 Uhr ertönte Feuerlärm. Es brannte in einer Scheune vor dem Mühlenthor, jedoch konnte der Brand ohne Hülfe der Feuerwehr gelöscht werden. Man glaubt bestimmt, daß man es hier mit Brandstiftung zu thun hat.“

 

Die folgenden Aufzeichnungen dazu sind erhalten geblieben:

 

„Gestern Abend gegen 9 1/2 Uhr ertönten Feuersignale.

Ich guckte aus dem Fenster und frug, wo das Feuer sei. Mir wurde die Antwort, daß das Feuer bei dem Ackerbürger Heinrich Glasow vor dem Mühlenthor sei. Ich ging sofort dorthin. Als ich über die hohe Brücke ging, sah ich, daß die Leute von den Scheunen kamen, die am Wege nach der schwarzen Erde liegen.

Bei den Scheunen angelangt, traf ich vor der Glasow'schen Scheune einen Haufen Menschen. Ich betrat die Scheune und fand hier den Gendarmeriewachtmeister Schölermann, Kaufmann F. H. Albrecht, den Besitzer der Scheune, Glasow, den Ackersmann Voss und den Stadtsecr. Köpke. Das Feuer war bereits gelöscht. Die Sohle der hinteren Thür, die Thür selbst und eine Fleke waren angebrannt.

Der Stadtsecretair Köpke teilte mir darauf mit, daß er eine Fußspur entdeckt habe, die aller Wahrscheinlichkeit nach von dem Brand­stifter herrühren müsse. Wir gingen darauf dieser Spur nach und ließ sich dieselbe verfolgen bis zum Durchgang der Scheune No 32 und 38. Von hier war sie nicht mehr zu verfolgen. Es wurde darauf von mir der Arbeiter Hering als Wächter bestellt und ihm aufgegeben, dafür Sorge zu tragen, daß die Fußspuren nicht verwischt würden.

Heute morgen, nachdem es Tag geworden, begab ich mich mit dem Stadtsecretair u. Polizeidiener Glasow nach den Scheunen.

Hier wurde der anliegende Situationsplan aufgestellt und ist derselbe diesem Schriftstücke als Anl. A angelegt.

Es wurde darauf konstatirt, daß die Fußspuren nicht verwischt waren.

Die einzelnen Fußspuren, welche von der Thür der angesteckten Scheune zu verfolgen waren, waren zuerst 80, dann 88, dann 90 cm, dann 1 m u.s.w. von einander entfernt. Die Fußspur maß 30 cm, die Breite des Absatzes 9,2 cm, die Breite der Sohle 13 cm.

Da die Fußspuren nicht genau ausgeprägt waren, mußte davon abgesehen werden, einen Gypsabdruck von den Spuren zu nehmen.

Sowohl ich als der Stadtsecretair, sind der festen Ansicht, daß diese Spuren von dem Brandstifter herrühren. Der Brandstifter muß es äußerst eilig gehabt haben, was aus der Entfernung der einen zur anderen Spur zu entnehmen ist.

Es wird noch bemerkt, daß sich in der hinteren Scheunenthür zwei Oeffnungen befinden, von denen die in der Mitte der Thür unten am Fuß derselben 13 cm und oben 5 1/2 cm groß war. Diese Oeffnung genügt reichlich um mit der Hand brennbare Körper in die Scheune zu bringen.      Neukalen, den 25 Febr 1901

                                           A Kossow   H Köpke

 

Protocoll gehalten im Rathhause zu Neukalen am 25 Febr. 1901 unter Leitung: des Herrn Senators Kossow

vom Mitunterschriebenen.

Zwecks Untersuchung der Entstehungsursache des am Abend des 24 Februar d.J. an der Scheune No 27 des Ackersmanns Heinrich Glasow hieselbst verübten Brandstiftung war auf heute morgen Termin anberaumt.

Auf bezügliche Ladung waren erschienen:

1. der Schneidergeselle Adolf Karsten, geb. 10 Aug. 1874 in Marlow in Arbeit seit dem 5 Novb. 1900 beim Schneidermeister Kubbernus hieselbst

Zur Sache:

Gestern Abend gegen 1/4 nach 8 ging ich mit dem Dienstmädchen bei Berger auf der Darguner Chaussee. Als wir bei dem Hause des Ackersmann Voss waren hielt ein Schlitten vor dem Hause des Voss. Die Personen stiegen vom Schlitten und fuhr darauf der Kutscher den Schlitten in die zweite Scheune, welche an dem Wege nach der schwarzen Erde liegt. Das Mädchen und ich gingen auf der Chaussee weiter bis nach Lindemann. Hier kehrten wir um. Als wir bei dem Kirchhof angelangt waren, bogen wir links in den Fußsteig ein, welcher dann zwischen dem Hause des Voss u der Scheune des Ackerbürgers Stüdemann auf die gen. Chaussee mündet. Als wir in der Mitte des Weges waren, nahm ich einen brennzelichen Geruch wahr. Ich sagte zu meiner Begleiterin, hier riecht es so eigenthümlich. Als wir ein kleines Ende weiter gegangen waren, sah ich das Feuer. Es brannte die hintere Scheunenthür des Ackersmanns Glasow.

Ich lief sofort nach dem Ackersmann Voss und teilte ihm meine Wahrnehmungen mit. Voss las in einer Zeitung. Voss und ich liefen nach der Brandstelle. Wir haben dann beide mit Schnee das Feuer ziemlich gelöscht.

Irgend eine Person haben wir nicht bemerkt, welcher verdächtig sein könnte, das Feuer angelegt zu haben.              V.g.     A. Karsten

 

entl. ist weiter vorgetreten

2.    das Dienstmädchen Anna Schepler von hier, 17 Jahre alt.

Zeugin bestätigte die Aussagen des Zeugen Karsten. Es wurde ihr die Aussage desselben verlesen, und erkannte sie dieselbe als richtig an.                                       V.g.     Anna Schepler

ist weiter vorgetreten:

 

3.    der Arbeiter Carl Peters, 29 Jahre alt.

Zur Sache:

Ich saß gestern Abend mit dem Schlachter Rost in meiner Wohnstube und spielten Karten. Mit einem Male wurde es laut auf der Straße. Der Ackersmann Voss klopfte an mein Stubenfenster und rief, es sei Feuer in der Scheune des Glasow. Rost und ich liefen zur Scheune. Ich hatte ein Eimer mit Wasser und eine Axt bei mir, da Voss gerufen, ich solle Wasser u. eine Axt mitbringen.

Ich schlug mit der Axt die vordere Scheunenthür auf, ging in die brennende Scheune und öffnete die hintere Scheunenthür. Quer vor dieser Thür waren drei Fleken geschoben und auf diesen stand ein Sack mit Müll. Die Scheunenthür, eine Fleke u. der Sack mit Müll brannten. Wir haben das Feuer ausgegossen.

Der junge Rudolf Glasow, der den Schlitten auf die Scheunendiele gefahren hat, ist Nichtraucher.

Ich bin der festen Meinung daß das Feuer von außen angelegt ist.                     V.g.     C. Peters

entlassen ist vorgetreten

 

4. der Ackerbürgersohn Rud. Glasow, 23 Jahre alt, Sohn des Ackerbürgers Heinrich Glasow

Zur Sache:

Ich kam gestern Abend gegen 8 1/4 Uhr von einer Schlittenpartie zurück. In Remplin habe ich mir eine Cigarre gekauft u. dieselbe angeraucht. Als ich aber Rauch im Halse bekam, habe ich die Cigarre weggeworfen und zwar auf die Dorfstraße. Ich bin sonst Nichtraucher.

Ich habe die Scheune vorne geöffnet, die Pferde darauf an den Kopf gefaßt und den Schlitten auf die Scheunendiele gefahren. Ich hatte kein Licht bei mir, brauchte auch kein Licht, da der Mond schien.

Als ich bereits ein Pferd abgespannt hatte, kam der Ackersmann Voss, dessen Tochter die Schlittenpartie mitgemacht hatte mit einer Leuchte in der Hand an. Voss faßte die Pferde, die aneinander befestigt waren an, nachdem ich die Thiere aus der Scheune herausgebracht hatte. Voss hat überall die Scheune nicht betreten. Ich habe darauf die Scheune verschlossen u. die Pferde in den Stall gezogen. Ich habe keine Feinde.                                   V.g.     R. Glasow

ist weiter vorgetreten

 

5. der Ackersmann Carl gen. Martin Voss von hier

Zur Sache

Die Aussage des Rudolf Glasow, soweit es das Ausspannen des Schlittens und das Herauffahren des Schlittens auf die Scheunendiele betrifft sind dem Zeugen verlesen und von ihm als richtig anerkannt.

Gestern Abend gegen 9 1/4 Uhr saß bei mir in der Stube der Rentner Wolff. Ich laß Zeitung. Als ich hierbei beschäftigt war kam ein junger Mensch in meine Stube u sagte, in der zweiten Scheune sei Feuer. Ich lief sofort nach der Scheune. Ich wollte den Besitzer der Scheune, welche brannte, rufen, kam aber an das Fenster des Arbeiters Peters und rief diesen. Ich war in großer Erregung.

Ich bin Besitzer der Scheune No 26, welche neben der Glasow´schen Scheune liegt u. welche brannte.

Meine Scheune, sowie die Glasow'sche sind bei der Vaterländischen Feuerversicherungsgesellschaft, Agent Kaufmann Broder versichert. Ich glaube, daß meine Scheune zu 1200 Mark versichert ist. Den Inhalt der Scheune habe ich nicht versichert. Ich hätte, wenn meine Scheune abgebrannt wäre, einen großen Schaden gehabt.

Ich glaube fest, daß das Feuer von außen angelegt ist.

Ich bemerke, daß als ich bei Peters über Feuer rief, dieser sofort mit einer Axt und Wassereimer erschien.                V.g.     C. M. Voss

ist weiter vorgetreten

 

6.    der Ackersmann Heinrich Glasow von hier, 56 Jahre alt. 

Zur Sache

Ich bin gestern Abend gleich nach 7 Uhr aus dem Hause und nach dem Gastwirt Seemann gegangen, wo ich an jedem Sonntag Abend verkehre.

Gleich nach 1/4 10 Uhr kam ein Bote in die Gaststube und teilte mit, daß es in meiner Scheune brenne. Ich lief sofort nach meiner Scheune. Hier angekommen war das Feuer bereits gelöscht.

Das Feuer muß unbedingt von außen angelegt sein.

Irgend welche Feinde habe ich nicht. Das Gebäude ist von mir bei der Vaterländischen Versicherungsgesellschaft zu noch nicht 800 M versichert.

Ich hätte, falls die Scheune abgebrannt wäre, einen großen Schaden gehabt, da der Inhalt der Scheune überall von mir nicht versichert ist. Bei der Gebäudeversicherung muß ich noch 1/3 Selbstversicherung tragen.   V.g.    H. Glasow

entl. ist weiter vorgetreten

 

7.    der Händler Friedrich Berghauer von hier 37 Jahre alt. 

Zur Sache

Ich bin Besitzer der Scheune No 28 vor dem Mühlenthor. Meine Scheune liegt neben der Glasow´schen Scheune. Meine Scheune ist bei dem Verein für kleinere Landwirte in Rostock bei 1/4 Selbstversicherung zu 900 M versichert.

Der Inhalt der Scheune ist bei derselben Versicherungsgesellschaft zu 180 M versichert.

Ich habe jetzt noch in der Scheune aufbewahrt circa 8 Fuder (zweispänder Heu) ca 10 Ctr. Haferstroh, ca 30 Centner schieres Roggenstroh, 1 Paar neue Ernteleitern, 1 Bauwagen, 1 Haken, 1 Schälpflug, 1 Paar Eggen. Ich hätte, falls die Scheune abgebrannt einen großen Schaden gehabt, da ich dann für mein Vieh nichts zu fressen gehabt hätte.

Ich bin am Nachmittage des 23 d. M. mit dem Burschen des Stellmachers Schoknecht zuletzt in meiner Scheune gewesen.

Irgend einen Feind habe ich nicht.

Ich glaube fest, daß die Scheune des Glasow von aussen angesteckt ist.   V.g. F. Berghauer

 

Die städtischen Diener sind darauf angewiesen, nach dem Thäter eifrigst zu recherchiren.

Geschlossen                       

                                           A Kossow       H Köpke

 

Fortgesetzt Neukalen, 25 Febr 1901

Ladungsgemäß trat vor:

der Ackersmann Wilh. Brandt, 31 Jahre alt.

Zur Sache

Ich bin Besitzer der Scheune No 31 vor dem Mühlenthor, das Gebäude habe ich bei der Hamburg - Bremer Versicherungsgesellschaft zu 750 M, den Inhalt der Scheune zu 500 M bei derselben Gesellschaft gegen Feuerschaden versichert. Ich habe in der Scheune noch lagern 3 Fuder Roggenstroh, 4 Fuder Heu, 1 Rummel, ca 25 Scheffel noch nicht reingemachten Roggen. Eingefahren habe ich im Herbst v.J. 85 Stiege Roggen, 70 Stiege Gerste, 80 Stiege Hafer, ca 6 Fuder Heu.

Am Donnerstag v. Woche bin ich zuletzt in der Scheune gewesen. Ueber die Entstehungsursache des Feuers kann ich nichts angeben. Ich bin der Meinung, daß die Glasow´sche Scheune vorsätzlich in Brand gesetzt ist. Meine Wagen habe ich sowohl in der Scheune wie im Hause versichert.                           V.g.     W. Brandt

entl. geschlossen H Köpke“

 

Ein Täter wurde scheinbar nicht gefunden; jedenfalls läßt sich aus den Akten diesbezüglich nichts ersehen.

Zeichnung zum Brand vom 24.2.1901

Zeichnung zum Brand vom 24.2.1901

 

Am 1. Ostertag 1909 brannten sieben Scheunen am Schäferteich ab.

 

Im April 1918 stürzten acht Scheunen an der Straße nach Dargun in sich zusammen. Der Magistrat schrieb dazu am 28.8.1918 an das Großherzogliche Ministerium des Innern in Schwerin:

„...An den Mühlendamm, der Strasse, die in Fortsetzung der Mühlenstrasse vom Neukalener Markt zu den Chausseen nach Lelkendorf und Dargun führt, stehen nach der Stadt zu zunächst an beiden Seiten Wohnhäuser und zwar an der westlichen Seite 6, an der östlichen 3. An diese Häuser schliesst sich dann an beiden Seiten eine Scheunenreihe an und zwar an der westlichen Seite eine solche von 10 Scheunen, an der östlichen eine solche von 8 Scheunen. An der östlichen Seite folgt dann zunächst ein Garten und dann noch ein Wohnhaus.

Im April d. Js. sind von der Scheunenreihe an der westlichen Seite die 8 mittleren Scheunen eingestürzt, anscheinend infolge von Altersschwäche, ein anderer Grund ist wenigstens nicht ersichtlich geworden. Die Umfassungswände sind zwar stehen geblieben, doch völlig aus dem Lot gebracht; die inneren Wände und die Dächer sind völlig zerstört. Wie aus dem Erachten des Maurermeisters Kienappel Malchin, das wir anschliessen, hervorgeht, ist eine Herstellung der Scheunen, so wie sie gewesen sind, nur möglich, wenn sie von Grund auf neu gebaut werden. Möglich ist zwar, die stehen gebliebenen Wände mit einem flachen Pappdach zu versehen und auf diese Art Schuppen herzustellen. Die gegenüberliegenden 8 Scheunen befinden sich in einem solchen Zustand, dass ihnen nur noch eine kurze Lebensdauer zugesprochen werden kann.

Magistrat sowohl wie auch Bürgerausschuss sind nun der Ansicht, dass die eingestürzten Scheunen nicht wieder aufgebaut werden dür­fen, da die Stelle des Stadtweichbildes, auf der die Scheunen gestanden haben, der Teil der Stadt ist, der für den Bau von Wohnhäusern in erster Linie in Frage kommt, da dies die einzige Stelle ist, nach der die Stadt sich ausdehnen kann. Es ist deshalb mit den Scheunenbesitzern verhandelt und ist ihnen angeboten, die Stadt wolle an anderer Stelle unentgeltlich Bauplätze zu Scheunenplätzen zur Verfügung stellen; die jetzigen Scheunenplätze sollten sie behalten, um sie als Bauplätze bezw. zunächst als Gärten zu verwenden. Die Scheunenbesitzer sind jedoch auf die Vorschläge der Stadtverwaltung nicht eingegangen. Die Behauptung, der Magistrat hätte gesagt, die Scheunenbesitzer würden ev. gezwungen, die Scheunen niederzureissen, ist unwahr.

Von den Scheunenbesitzern hat lediglich der Arbeiter Wilhelm Ahrns eine vorschriftsmässige Bauerlaubnis beantragt dahingehend, dass er auf die stehengebliebenen Wände der Scheune ein Pappdach befestigen wolle; dies Gesuch ist aber abgelehnt, da die Stadtverwaltung an der fraglichen Stelle keine Scheunen wieder aufbauen lassen will, sondern die Stelle für Häuserbauten reservieren will. Falls jetzt an der fraglichen Stelle wieder Scheunen aufgebaut würden, wäre ein Bauen von Häusern auf lange Jahre an dieser Strasse ausgeschlossen, was um so schlimmer wäre, als bei der jetzigen Wohnungsnot nach dem Kriege zweifellos eine große Nachfrage nach Bauplätzen für Wohnungen einsetzen wird...“

Zeichnung zum Schriftstück vom 28.8.1918, Scheunen am Mühlendamm

Zeichnung zum Schreiben vom 28.8.1918

 

   1934 /1935 wurden hinfällige Scheunen an der Dargunerstraße, nördlich der Scheune von Sass, bei einem Sturm umgeweht und an ihrer Stelle neue errichtet (siehe Zeichnung dazu). Es waren die letzten, die erbaut wurden. Ab diesem Zeitpunkt dezimierte sich ihre Anzahl durch Zerfall und Brände rapide.

Scheunen an der Dargunerstraße

Zeichnung zum Scheunenbau für Schlachtermeister Gustav Glasow (1935, links), Ackerbürger Gustav Krüger (1934, Mitte) und Ernst Ladendorf (1934, rechts). Die Scheune von Glasow ist 1974/75 zu einem Wohnhaus umgebaut worden (Dargunerstraße 10), während die Scheunen von Krüger und Ladendorf von der Straßenmeisterei ausgebaut wurden.

 

 

1935 gab es folgende Scheunenbesitzer:

 

  669           Albert Krüger, Ackerbürger

  727           Gustav Krüger, Ackerbürger

  730           Karl Kottke, Schuhmacher, früher Scheune

  742           Lucie Wilken, geb. Glasow, Witwe, früher Scheunenplatz, jetzt Garten

  744           Friedrich Zingelmann, Ackerbürger

  745           Gustav Krüger, Ackerbürger

  746           Ernst Ladendorf, Ackerbürger

  747           Ernst Sass, Ackerbürger

  748           Fritz Gültzow, Händler 1/2 Scheune

  748           Karl Riebe, Ackerbürger 1/2 Scheune

  749           Anna Seemann, geb. Eggert, Ackerbürgerwitwe 1/2 Scheune

  749           Johannes Seemann, Ackerbürger 1/2 Scheune

  750           Hermann Fischer, Schneidermeister

  751           Rudolf Grambow, Stellmacher Erben

  752           Rudolf Glasow, Ackerbürger

  753           Gustav Krüger, Landwirt

  754           Ernst Remer, Fuhrmann

  755           Heinrich Lüders jun., Schlachtermeister

  756           Emil Brandt, Viehhändler

  757           Karl Wilken, Spediteur

  759           Friedrich Fehlhaber, Rentner

  760           Karl Peters, Rentner

  761           Friedrich Möller, Friedhofswärter ½ Scheune

  761           Fritz Schlundt, Arbeiter Erben 1/2 Scheune

  762           Karl Thürkow, Ackerbürger

  763           Heinrich Schlapmann, Ackerbürger

  764           August Mehls, Dachdecker

  765           Albert Wasserstradt, Landwirt

  766           Albert Glasow, Seilermeister

  768           Karl Krüger, Ackerbürger

  769           Karl Freitag, Ackerbürger

  771           Gustav Schönrock, Bäckermeister

  772           Hans Schoknecht, Landwirt

  773           Karl Mohrkamm, Händler

  774           Fritz Hoff, Ackerbürger

  775           Müllerfrau Hoppe, geb. Lange Erben

  776           Julius Grambow, Müllermeister

  777           Wilhelm Westphal, Ackerbürger und Fuhrmann

  778           Karl Schröder, Ackerbürger Erben

1527           Fritz Penzlin, Ackerbürger

1590           Robert Schulz, Töpfermeister

1591           Karl Federow, Bierverleger

1592           Wilhelm Laartz, Bierverleger

1593           Heinrich Krüger, Händler Erben

1594           Wilhelm Sonntag, Schuhmacher

1595           Fritz Wagenknecht, Arbeiter

1596           Hermann Lüders, Schlachtermeister

1597           Ernst Kohfeldt, Ackerbürger

1598           Heinrich Kasch, Maurer

1599           Otto Dreyer, Zigarrenmacher

1600           Elise Zarpentin, geb. Zingelmann, Witwe

1601           Paul Griebahn, Arbeiter 1/2 Scheune

1601           Johann Kubbernuss, Arbeiter 1/2 Scheune

1602           Christian Dempzin, Maurer 1/2 Scheune

1602           Friederike Ladwig, geb. Schwarz, Maurerwitwe 1/2 Scheune

1603           Johann Ahrens, Maurer

1604           Helmuth Pagels, Schuhmacher

1605           Fritz Ladendorf, Schuhmacher Erben

1606           Heinrich Sonntag, Ackerbürger

1607           Wilhelm Möller, Arbeiter

1609           August Bachmann, Statthalter (Scheunenplatz, jetzt Garten)

1609           Otto Richter, Seilermeister, jetzt Garten, früher Scheunenplatz

1615           Heinrich Freimuth, Arbeiter 1/2 Scheune

1615           Rudolf Krüger, Schuhmacher 1/2 Scheune

1616           Karl Eggert, Landwirt

1617           Gustav Rachow, Viehhändler

1618           Fritz Heuer, Schmiedemeister 1/2 Scheune

1618           Johann Hering, Arbeiter Erben 1/2 Scheune

1634           Karl Glasow, Schlachtermeister

1640           Wilhelm Seemann, Ackerbürger

1641           Karl Krüger, Ackerbürger

1642           Adolf Soltmann, Ackerbürger

1643           Theodor Karnatz, Ackerbürger

1644           Heinrich Wilken, Arbeiter

1645           Hermann Schröder, Schlachter Erben

1646           Karl Griebahn, Ackerbürger

1647           Wilhelm Schönrock, Bäckermeister

1648           Ernst Kohfeldt, Ackerbürger

1649           Karl Gamm, Ackerbürger

1650           Wilhelm Martens, Ackerbürger

1651           Wilhelm Koch, Zimmerer 1/2 Scheune

1651           Karl Peters, Arbeiter 1/2 Scheune

1652           Fritz Hoff, Ackerbürger

1653           Fritz Ladwig, Maurer 1/2 Scheune

1653           Hans Lückstädt, Schlachtermeister 1/2 Scheune

1654           Robert Zingelmann, Ackerbürger

1655           Pfarre

1656           Robert Zingelmann, Ackerbürger

1657           Karl Gamm, Ackerbürger

1658           Friedrich Burmeister, Ackerbürger

1659           Karl Kottke, Musiker

1660           Georg Schönfeldt, Müllermeister

1661           Otto Schefoth, Landwirt

1662           Paul Schröder, Ackerbürger

1663           Ernst Lückstädt, Viehhändler

1664           Otto Hahn, Mühlenbesitzer

1665           Otto Hahn, Mühlenbesitzer

1666           Heinrich Zingelmann, Ackerbürger

1667           Rudolf Roggenkamp, Ackerbürger

1668           Reinhard Hagen, Rentier, Scheunenplatz

1669           Karl Bachmann, Maurer

1767           Fritz Krüger, Schneidermeister

3413           Berta Röpke, Ackerbürgerwitwe

3414           Fritz Wiegert, Ackerbürger 

 

 

1940 stürzten die Dächer von 11 Scheunen an der Nordseite des Warsower Weges ab Kirchhofsteig ein.

Ende April 1945 trafen einige Bomben russischer Jagdflieger zwei Scheunen am Warsower Weg an der Ecke zur Hafenbrücke hin (Besitzer: Grambow und Rost) und einige am Schäferteich, die darauf abbrannten.

1948 gab es einen Scheunenbrand am Salemer Weg. Am 8.6.1956 stürzten vier Scheunen am Warsower Weg (gleich östlich vom Kirchhofsteig) ein.

 

In der Nacht vom 28. zum 29.3.1960 brannten zwischen Schäferteich und Salemer Weg sechs Scheunen ab. Der gesamte Himmel flackerte im rötlichen Feuerschein. Vom Osten der Stadt wehten Rauchschwaden und verbranntes Stroh über die Dächer. Bald begann die Feuerwehr mit den Löscharbeiten. Die ersten beiden Scheunen auf der südlichen Seite standen in Flammen. Doch hier war nichts mehr zu retten. Eine Scheune nach der anderen stürzte ein. Aus den nördlich stehenden Scheunen konnten noch Wagen und Geräte gerettet werden.

Herr Schaeffer, der Leiter der Gasanstalt, befürchtete, daß der Gasbehälter der Gasanstalt Feuer fangen und explodieren könnte. Er ließ das Gas ausströmen.

Bis zum Morgen bekämpfte die Feuerwehr den Brand.

Wie sich herausstellte, hatte das Feuer in der Scheune von Fritz Schlundt, dem Vorsitzenden der LPG Typ II, begonnen. Man vermutete Brandstiftung, deren Hintergrund wohl mit der LPG - Bildung zusammenhing. Angeblich war die Entzündung mit Hilfe von Phosphor geschehen, welches an das Tor geschmiert worden war. In den folgenden Tagen wurde intensiv von der Kriminalpolizei nach dem Täter gefahndet. Täglich hielten bis zu zehn PKW vor dem Rathaus, den Kennzeichen nach auch aus Berlin. Viele Personen wurden zum Verhör vorgeladen. Der Täter konnte aber nicht gefaßt werden.

Die Besitzer der sechs abgebrannten Scheunen waren: Fritz Schlundt, Karl Bromberg, Fritz Waterstrat, Willi Gamm, Gustav Kohfeldt und Heinrich Krüger.

Aufruf zur Klärung des Scheunenbrandes am 28.-29. März 1960 (1)
Aufruf zur Klärung des Scheunenbrandes am 28.-29. März 1960 (2)

Aushänge zum Scheunenbrand vom 28. / 29. März 1960

 

Nun gab es nur noch 9 alte Scheunen zwischen dem Salemer Weg und dem „Schäfer-teich“, 9 Scheunen direkt am Salemer Weg, 24 Scheunen östlich vom „Schäferteich“, 12 Scheunen an der Dargunerstraße, 11 Scheunen am Warsower Weg und 4 Scheunen in der Nähe des Hafens.

 

1967 wurden baufällige Scheunen an der Dargunerstraße abgerissen.

 

Am 30. März 1978 wurde gegen 16.10 Uhr die Freiwillige Feuerwehr in Neukalen und Malchin alarmiert. Was war geschehen? In Neukalen brannte ein Scheunenkomplex. Der Brand konnte von den Löschkräften schnell bekämpft werden. Durch die Bürger Klaus Gieseler, Klaus Neubauer und Fred Hill konnten die in einer Scheune untergebrachten elf Schafe noch rechtzeitig und unversehrt gerettet werden. Durch diese mutige Tat der genannten Bürger wurde ein Wert von ca. 5000 Mark erhalten. An dieser Stelle sei diesen Bürgern deshalb ein öffentliches Lob ausgesprochen.

Die Ermittlungen zur Brandursache sind noch nicht abgeschlossen. Es wird gegebenenfalls darüber berichtet.“

 

Einige Tage später stand in der Zeitung:

„Wie wir inzwischen von der Abteilung Feuerwehr erfuhren, konnte auch die Ursache des Scheunenbrandes am 30. März in Neukalen geklärt werden. An diesem Tag hatte ein 12jähriger Junge in der Scheune mit Streichhölzern gespielt und so den Brand verursacht.“

 

Den letzten größeren Scheunenbrand gab es am 5.12.1978 in der Nähe des Schäferteiches.

 

Seit dem Einsatz von Mähdreschern wurden Scheunen immer weniger gebraucht. Die verbliebenen Scheunen wurden abgerissen, oder man baute einige nach und nach für andere Zwecke aus. Heute läßt sich in Neukalen eine Scheune im ursprünglichen Zustand als Fachwerkbau mit Klehmwänden und eingelagertem Stroh oder Heu nicht mehr finden.

 

 

1) Die Scheunen werden in alten Akten als vor dem Malchiner Tor belegen angegeben. Sie befanden sich in der Gegend zwischen dem Salemer Weg und dem Schäferteich.

2) Gemeint ist folgende Eintragung im Neukalener Stadtbuch: „Anno 1700 den 18. Agusty Ist die gute Stadt Teterau abgebrandt. Da nur die Kirch und weinig Heüßer er halten worden, Auß unser Stadt auß mitleiden, ist ihnen folgenden Tag zugesandt 2 ton Bier, vnd 700 Pfund Brod.“

3) Im Fachwerk der Scheunen galt der Bereich zwischen zwei senkrechten Ständern als ein „gebindt“; somit kann man hier die ungefähre Größe der Scheunen entnehmen.

 

 

 

Nach dem Scheunenbrand am 28.-29.3.1960 (1)
Nach dem Scheunenbrand vom 28.-29.3.1960 (3)
Nach dem Scheunenbrand vom 28.-29.3.1960 (2)

Nach dem Scheunenbrand vom 28. / 29. März 1960

 

 

Nördlich vom Schäferteich (um 1960)

Weg zu den Scheunen am Schäferteich (um 1960)

 

 

Scheunen am Salemer Weg (1963)

Scheunen am Salemer Weg (1963)

 

 

Scheunenecke (1963)
Scheunen in Richtung Dargun (1967)

Diese Scheunen an der Dargunerstraße wurden 1967 abgerissen. Jetzt befindet sich hier die Straßenmeisterei.

 

 

Scheunen am Salemer Weg (1959)

Scheunen am Salemer Weg (1959)

 

 

Scheunen am Salemer Weg (1975) (1)

Scheunen am Salemer Weg (1975)

 

 

Scheunen am Salemer Weg (1975) (2)

Scheunen nördlich vom Salemer Weg (1975)

 

 

Eingefallene Scheune am Schäferteich (1975)

Eigefallene Scheunen beim Schäferteich (1975)

 

 

Scheunen am Schäferteich (1976)

Weg beim Schäferteich (1975)

 

 

Pfarrscheune am früheren Lelkendorfer Weg, Aufnahme von 1976, abgerissen 1979
Pfarrscheune am Lelkendorfer Weg (aus nördl. Richtung), 1977 (1979 abgerissen)

Die Pfarrscheune am Lelkendorfer Weg wurde 1979 abgerissen (Foto von 1976)

 

 

Blick von den alten Scheunen am Schäferteich auf den Neubau (1976)

Scheunen beim Schäferteich (1976)

 

 

Am 30.3.1978 abgebrannte Scheunen am Schäferteich (1)

Nach dem Scheunenbrand vom 30. März 1978

 

 

Am 30.3.1978 abgebrannte Scheunen am Schäferteich (2)

Nach dem Scheunenbrand vom 30. März 1978

 

 

Am 30.3.1978 abgebrannte Scheunen am Schäferteich (3)

Nach dem Scheunenbrand vom 30. März 1978

 

 

Am Salemer Weg (Anfang Dezember 1978)

Am Salemer Weg (1978)

 

 

Am 5.12.1978 abgebrannte Scheunen am Schäferteich (1)
Am 5.12.1978 abgebrannte Scheunen am Schäferteich (2)
Am 5.12.1978 abgebrannte Scheunen am Schäferteich (3)
Am 5.12.1978 abgebrannte Scheunen am Schäferteich (4)
Am 5.12.1978 abgebrannte Scheunen am Schäferteich (5)
Am 5.12.1978 abgebrannte Scheunen am Schäferteich (6)
Am 5.12.1978 abgebrannte Scheunen am Schäferteich (7)
Scheunen am Schäferteich (1978)

Am 5. Dezember 1978 brannten zahlreiche Scheunen östlich des Schäferteiches ab.

In den Folgejahren wurden auf diesen Plätzen Garagen errichtet.

 

 

Scheune am Warsower Weg (1976)

Scheune am Warsower Weg (1976)

 

 

Scheune am Warsower Weg (Juni 1979)

Scheune am Warsower Weg (1979)

 

 

Scheune am Salemer Weg vor der LPG (Juli 1979)

Scheune am Salemer Weg (1979)

 

 

Die sogenannte Schloßscheune am Schäferteich (1976)

Die sogenannte "Schloßscheune" am Schäferteich (1976)

 

 

Die Schloßscheune am Schäferteich (Juli 1979)

Die sogenannte "Schloßscheune" am Schäferteich (1979)

 

 

Scheune am Schäferteich, Schloßscheune genannt (1979)

Die sogenannte "Schloßscheune" am Schäferteich (1979)

 

 

Abriß der alten Scheune am Schäferteich (Sept. 1982) (1)
Abriß der alten Scheune am Schäferteich (Sept. 1982) (2)

Diese Scheune am Schäferteich wurde im September 1982 abgerissen

 

 

Umbau einer alten Scheune am Warsower Weg (1976)

Umbau einer Scheune am Warsower Weg (1976)

 

 

Scheune, Westseite Dargunerstraße (1976)

Ehemalige Scheune in der Dargunerstraße (1976)

 

 

Scheune am Salemer Weg (Juli 1981)

Scheunen am Salemer Weg (1981)

Scheune am Salemer Weg, ausgebaut von Dachdeckermeister Zingelmann (16.4.1987)
Scheune am Salemer Weg, wird umgebaut (August 1987)

Umbau von Scheunen am Salemer Weg durch die Dachdeckerfirma Zingelmann (April 1987)