Veranstaltungstipps

 

Brücke / Denkmal / Stadtpark

 

   Als die Stadt Neukalen 1281 gegründet und in den Folgejahren planmäßig angelegt wurde, war der Neubau einer Brücke über die Peene aus mehreren Gründen eine vorrangige und wichtige Angelegenheit. 

   Vor dem nördlichen Stadtausgang gab es - noch heute gut erkennbar - die sumpfige Peeneniederung. Es wurde also ein breiter Damm vom Stadttor bis in Höhe des heutigen Warsower Weges aufgeschüttet, um so eine Straße und zwei Brücken anlegen zu können. Die erste stadtwärts belegene kleinere Brücke war so eingerichtet, daß sie das fließende Wasser auf zwei Mühlenräder leiten konnte. Eine zweite größere, etwa 50 m weiter stadtauswärts angelegte Brücke, erlaubte die Regelung des Wasserflusses, um einen guten Betrieb der Mühle gewährleisten zu können. Bei Hochwasser wurde hier der Durchfluß geöffnet und bei Niedrigwasser entsprechend geschlossen. Durch diese Einrichtung war ein guter Betrieb der Wassermühle möglich, die sich zwischen den beiden Brücken auf der östlichen Seite des Dammes befand (heutiger Stadtort des Anglerheims).

   Vom Torwärter am Mühlentor wurde eine Zollabgabe, ursprünglich als Brückenzoll, später als Landzoll bezeichnet, eingefordet. Erst mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 entfiel dieser Zoll.

   1866 wurde die Straße nach Dargun fertiggestellt. Im Zuge dieser Maßnahme wurde die große Peenebrücke vor dem Mühlentor abgerissen und neu aufgebaut, während die kleinere Brücke vollkommen beseitigt wurde.

   Die hölzerne Peenebrücke aus dem Jahre 1866 stand bis zum 29.4.1956. Sie wurde dem zunehmenden Verkehr nicht mehr gerecht und mußte abgerissen werden. 

   Am 5.4.1957 erfolgte die Einweihung der neuen, 12 Meter breiten, Zweibogenbrücke für den öffentlichen Verkehr.

 

   Ab 1925 gab es konkrete Bemühungen durch den Kriegerverein zur Aufstellung eines Ehrenmals für die gefallenen Helden des I. Weltkrieges. Um 1929 wurde zur Beschaffung der nötigen Gelder eine Denkmalslotterie durchgeführt. Es gab auch zahlreiche Sammlungen und größere Spenden von Handwerksmeistern. Die speziell gegründete Denkmalsgemeinschaft wurde vom Gendarmeriemeister August Hasselmann geleitet. Der Rat der Stadt brachte als Standort für ein Denkmal die sogenannte „Insel“ in Vorschlag. Diese frühere Insel zwischen zwei Peenearmen war bei der Begradigung der Peene 1927 mit Schlamm aufgefüllt worden. Hier sollte schließlich das Denkmal seinen Platz finden und die Umgebung entsprechend gestaltet werden.

   Die Denkmalsgemeinschaft verfaßte einen Aufruf zur Gestaltung des Denkmals. In einem Geschäft am Markt waren bald verschiedene Entwürfe und Modelle zu sehen. Die Auswahl fiel auf den Vorschlag des Steinmetzmeisters Georg Behrendt aus Neukalen.

   Während Georg Behrendt mit seinen Beschäftigten im Sommer 1930 mit der Errichtung des Denkmals begann, sorgte ein eigens geschaffenes „Baukommitte des Kriegerdenkmals“ dafür, daß die notwendigen Erd- und Transportarbeiten durchgeführt, Grünflächen und Blumenrabatten angelegt sowie Bäume gepflanzt wurden.

   Das Denkmal wurde aus vorgefertigten Blöcken aus Kunststein an Ort und Stelle aufgebaut. Die Inschrift „Vergiss mein Volk die treuen Toten nicht! 1914 – 1918“ aus großen bronzenen Buchstaben auf der Vorderseite ist weithin sichtbar. An der linken und rechten Seite befinden sich gegossene Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen. Die Krönung des Denkmals bildete ein 2,25 Meter hoher Adler. Als Material hatte die Firma Betonwerkstein - vom Bildhauer überarbeitet - verwendet.

   Bei der Weihe des Denkmals am 19.10.1930 gab es einen gemeinsamen Ausmarsch der verschiedenen Vereine vom Markt zum Denkmalsplatz. Voran marschierte der Kriegerverein mit den Kriegerwiten, gefolgt vom Magistrat, der Schützenzunft, dem Gesangsverein usw. Mancher Neukalener Bürger mußte sich entscheiden, wo er sich einreihte, denn viele waren Mitglied in mehreren Vereinen.

   1931 beschaffte man Bäume zur Bepflanzung des Denkmalplatzes, u. a. auch 30 rotblühende Kastanien. Die in jüngster Zeit gefällten Birken am Peeneufer des    Kriegerdenkmalplatzes pflanzte 1933 Hermann Iben - der spätere Bürgermeister nach 1945 - im Rahmen von Notstandsarbeiten.

   Als Ende April 1945 die russischen Truppen näher rückten, riß der Erbauer des Denkmals aus Angst heimlich in der Nacht den Adler vom Denkmal, zerschlug ihn und versenkte die Bruchstücke in der Peene.

   Nach dem Ende des Krieges 1945 verwahrloste der Platz. Es gab andere Aufgaben. 1960 wurde er durch Abholzungen, aufgestellte Bänke und Kinderspielanlagen, angelegte Wege und Blumenbeete neu gestaltet. In den folgenden Jahren ist der Stadtpark mehr oder weniger gepflegt worden. Um 1992 brachten ihn ABM-Kräfte in Schuß. Seitdem wird der Platz vom Stadtbauhof gepflegt.

   Schmiedemeister Günter Brinkmann brachte 1995 zum Gedenken an die Gefallenen des II. Weltkrieges die Inschrift „1939 – 1945“ an.

   Seit dem 19.11.2006 schmückt ein neuer Adler das Denkmal.

   Die Einweihung eines neu gestalteten Spielplatzes fand am 30.7.2010 statt.

Ansichtskarte, um 1910

Ansichtskarte, um 1910

 

 

Das Denkmal 1914-1918, 1931

Das Denkmal 1914-1918 (Foto von 1931)

 

 

Denkmalsplatz, 1931

Denkmalsplatz 1931

 

 

Das Denkmal 1914-1918, um 1935

Ansichtskarte um 1935

 

 

Denkmalsplatz, 1964

Denkmalsplatz, 1964

 

 

Ansichtskarte, 1964

Die Peenebrücke auf einer Ansichtskarte von 1964