Gartsbruch

 

   Dieses städtische Waldstück, welches sich zwischen dem Bahnhofsbereich und dem ehemaligem Ziegeleigelände befindet, war in früheren Zeiten sehr sumpfig und erstreckte sich einmal viel weiter nach Westen hin. Der Name leitet sich vom slawischen Wort „gard“ = Burg ab. Es wird schon im ältesten Stadtbuch 1414 „Gartbruk“ und „ghartbruke“ genannt. 

   1811 bemühte man sich um eine Verbesserung der Stadteinnahmen. Eine Kommission nahm u. a. das Gartsbruch in Augenschein und empfahl, die Bäume im westlich gelegenen Teil zu fällen, zu verkaufen und die Fläche als Wiese einzurichten. Im Januar und Februar 1812 beschah die Abholzung. Einige Grenzeichen blieben stehen und stehen heute noch. Die gefällten Bäume wurden nach dem Gutachten des Oberförsters Grohmann meistbietend für 565 Rthlr. 29 Schilling verkauft. Es waren 166 Eichen, 72 Buchen und etliche Eschen und Birken. Die Gesamteinnahme betrug also 565 Rthlr. 29 Schilling.

   Am 5.2.1836 wurde beschlossen, im Gartsbruch 200 bis 300 Eichen anzupflanzen. Einige der heutigen alten Eichen dürften noch aus dieser Zeit stammen. Die westlich gelegene Fläche wurde weiter als Wiese genutzt. Heute zeugen nur noch einige alte Grenzeichen von der einstigen Ausdehnung des Gartsbruches.

   Als der Schießplatz der Schützenzunft 1849 in das Gartsbruch verlegt und hier ein Schützenhaus errichtet wurde, bekam dieses Waldstückchen eine ganz andere Bedeutung. Ein Platz und ein Weg dahin mußte angelegt werden. Das Schützenfest lockte in jedem Jahr viele Besucher an. Nach und nach entstanden kleinere Wege für die Spaziergänger. Viele davon sind allerdings heute nicht mehr vorhanden.

   Nach 1945 gab es kein Schützenfest mehr, aber der Platz wurde für Feierlichkeiten zum 1. Mai und von der Schule für den Sportunterricht oder für die Ferienspiele genutzt.

   Zum 100jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr 1975 errichteten Mitglieder derselben eine Freilichtbühne auf dem Platz im Gartsbruch, die dann 1980 eine Überdachung erhielt. Sie wird heute noch gerne bei Veranstaltungen genutzt. Der Platz wurde nach und nach als Festspielort in nördlicher Richtung durch Abholzung erweitert.

   1995 übernahm der TuS das alte Schützenhaus im Gartsbruch und baute es für Sanitär- und Umkleideräume aus. Die Mitglieder des TuS erbrachten mehr als 50 000 Mark Eigenleistungen. Am 27.6.1997 war die feierliche Einweihung.

   In der neueren Zeit spielt nur noch Geld – Geld – Geld die entscheidende Rolle. Die Stadt verpachtete das Wäldchen an einen Pächter, der nicht mehr den Erholungswert sieht, sondern nur noch an das Abholzen der wetvollen Eichen denkt. Der Neukalener Heimatverein setzte sich sehr für den Erhalt des Gartsbruches ein. Er möchte, daß der Park mit seinen alten Bäumen weiter der Bevölkerung für Spaziergänge oder Veranstaltungen zur Verfügung steht.

Kriegerdenkmal im Gartsbruch,  Eingang zum Gartsbruch, 1911 oder früher

Kriegerdenkmal im Gartsbruch, Eingang zum Gartsbruch (1911 oder etwas früher)

 

 

Ansichtskarte Gartsbruch, 1917 oder früher

Ansichtskarte Gartsbruch (1917 oder etwas früher)

 

 

Ansichtskarte Gartsbruch

Ansichtskarte Gartsbruch

 

 

Ansichtskarte Eingang zum Gartsbruch, 1928 oder früher

Ansichtskarte "Eingang zum Gartsbruch" (1928 oder etwas früher)