Warsow
Warsow wird erstmalig in einer Urkunde vom 4. April 1232 erwähnt. Konrad, Bischof von Kamin, verlieh damals den Kirchen zu Dargun, Polchow und Röcknitz den Zehnten aus mehreren Dörfern, darunter auch aus Warsow.
Warsow war in alter Zeit ein Bauerndorf mit ursprünglich 12, später 8 und zuletzt 6 Bauernstellen. Heute ist der ursprüngliche Dorfkern mit den niederdeutschen Hallenhäusern nicht mehr zu erkennen. Die zahlreichen Wohnhäuser finden sich recht weitläufig über die Feldmark verteilt, nachdem in den Jahren 1829 ... 1831 elf Büdnereien am Weg von den sogenannten "Judentannen" bis zum Wald am nördlichen Dorfrand - früher als "Eisser Born" bezeichnet - entstanden und ab 1908 auch Häuser an der Straße von Neukalen nach Dargun erbaut wurden. Überregional bekannt ist die Landgaststätte mit dem Hotel von Uwe Moll. Die Geschichte dieser Gaststätte begann um 1880. Zu dieser Zeit errichtete der Arbeitsmann Friedrich Carl August Möller an der 1866 erbauten Straße von Neukalen nach Dargun ein Wohnhaus und eröffnete eine Gastwirtschaft. Im Volksmund gab man ihr den Namen „Lindenau“, weil vor dem Lokal, wie heute immer noch, prächtige Linden standen.
Als Gastwirt Möller am 19.6.1896 mit 50 Jahren starb, führte seine Frau, Friederica Möller unter Leitung ihres Bruders, dem Bierhändler Wilhelm Laartz, das Lokal mit angeschlossenem Bierverlag bis 1902 weiter. Dann zog sie nach Neukalen und verkaufte die Gaststätte an Karl Nebeck aus Ribnitz.
Für die Einwohner der umliegenden Dörfer war die Gaststätte eine der wenigen Einkehrmöglichkeiten. Der Spruch: „Heute ist der Himmel blau, auf geht´s nach Lindenau“ machte oft seine Runde. Vor dem I. Weltkrieg gaben die Musiker Ziegler, Böhmer und Kottke aus Neukalen hier oft ein Konzert und spielten zum Tanz auf.
Ab 1927 übernahm Wilhelm Bury aus Deven, der Großvater des jetzigen Besitzers Uwe Moll, die Gaststätte. 1936 wurde eine Bühne angebaut, so dass es verschieden Tanzveranstaltungen geben konnte. 1957 übergab Wilhelm Bury die Verantwortung des Hauses an seine Tochter Irmgard und an seinen Schwiegersohn Forstwirt Werner Moll weiter. 1960 wurde das Gasthaus enteignet und wurde ab 15.4.1960 eine Konsumgaststätte. Gaststättenleiter waren Heidi Wessel, Christa Wilbrandt und Elke Splettstößer.
1979 übernahm Manfred Gültzow die Gaststätte und ließ sie vollkommen umgestalten. Diese Umbauten sind in ihrer grundlegenden Form bis heute beibehalten worden. Die Neueröffnung war am 1.11.1979. Gemütlichkeit kam bei den Bauernmöbel, dem Kamin und der Holzverkleidung auf. Die besondere heimische Atmosphäre, das Knacken des Holzes im offenen Kamin, die “mollige“ Wärme; es war ein Ort zum Wohlfühlen, damals wie heute. Dadurch gewann das Restaurant als Ort der besonderen Gastlichkeit einen sehr guten Ruf.
Bis 1990 lief die Landgaststätte auf Kommission, danach bis 2003 auf Pachtbasis. Da sie von Ursel Gültzow geleitet wurde, hieß sie „Bei Ursel“. Am 1.1.2003 nutzte Uwe Moll die Gelegenheit, den Familienbesitz in eigener Regie weiter zu betreiben. Seit 1987 war der gelernte Klempner schon aktiv als Kellner im “eigenen Lokal angestellt“. Bereits in den Jahren 1990/91 erfolgte durch Uwe Moll der Bau eines Hotels im ehemaligen Schafstall. 1991 war Eröffnung. Gästen aus allen Teilen des Landes standen bzw. stehen 15 moderne Zimmer zur Verfügung. In den Folgejahren wurde alles stets modernisiert, der Parkplatz entstand und vieles andere mehr. Es wurde auch stets an die Linden gedacht. Von den ursprünglichen fünf Linden stehen noch drei. Die Moll’s haben auch hier für Nachwuchs gesorgt und vor Gaststätte und Hotel neue Linden gepflanzt. Die Tradition kann weiterleben. Dieses urtümliche einmalige Flair blieb stets erhalten; Romantik pur und einheimische Gerichte. Stets an der Seite von Uwe ist immer seine Frau Heike. Seit 2003 führen Sie zusammen das Hotel und die Gaststätte „Bei Moll“.