Die Dorfkirche Schorrentin befindet sich auf einem Hügel in der Ortsmitte von Schorrentin. Das Gebäude ist ein rechtwinkliger frühgotischer Backsteinbau auf einem Feldsteinsockel mit eingezogenem, nach Osten ausgerichtetem Chorraum. Als Gründer der Kirche, die bei Gelegenheit der Errichtung der Filiale Schlakendorf im Jahre 1305 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird und deren damaliger Pleban Bordekinus bis zu seinem Tode das Kirchherrnrecht auch über Schlakendorf behielt, nennt der Notar D. Clandrian nach einem bei der Kirchenvisitation 1585 „in der gadeslude Kiste“ gefundenen und von ihm abgeschriebenen Pergament, die Ritter Peter und Ruchill. In diesem Pergament steht auch geschrieben, daß die Kirche in Schorrentin den beiden heiligen Märtyrern Mauritius und Dionysius samt ihren Genossen geweiht worden sei.
Die Kirche besteht aus drei Teilen verschiedener Bauperioden:
1. Der frühgotische Chor (Altarraum) ist vermutlich zwischen 1230 und 1260 erbaut worden. Ursprünglich befanden sich in der geraden Altarwand drei von Wulsten eingefaßte Fenster und an den Seitenwänden jeweils zwei Fenster. In dem Giebel über der Altarwand stehen alle Steine im Zickzack, wie es öfter in Kirchengiebeln aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts vorkommt. In der Spitze des Ostgiebels befindet sich eine große, flache Rosette in einem äußeren Kreise, welcher aus der schmalen Seite der Mauersteine gebildet ist. Die Rosette hat in der Mitte einen Knopf, welcher aus vier Dreiviertelkreisen besteht, um welchen auf einem Kreise acht nach innen geöffnete Dreiviertelkreise angeordnet sind. Der Giebel wird gerahmt von steigendem Treppenfries. Treppenfries und Deutsches Band setzen sich am Chor und am Langhaus fort. Ein 1791 erbauter Außenaufgang am Ostgiebel führte zu der 1735 eingerichteten herrschaftlichen Empore im Chorraum auf der nördlichen Seite neben dem Altar.
Immer wieder zeigten sich Risse im Gemäuder der Kirche, und Kalk fiel von den Wänden. Wahrscheinlich entstanden diese Schäden durch die Senkung der früheren Begräbnisstätten unter dem Fußboden. 1878 wurde deshalb eine Verstärkung der Außenmauern mit Pfeilern erwogen. Die notwendigen Arbeiten erfolgten 1879 durch den Maurermeister Zastrow aus Neukalen.
Der vorher etwas weiter seitlich eingerichtete Außenaufgang wurde in der Mitte der Stützpfeiler aus Mauersteinen neu aufgeführt. Dieser verunstaltende Aufgang wurde noch bis 1945 genutzt. 1951 ersetzte man das Türloch durch ein bleiverglastes Fenster. In den 1960er Jahren wurde auch der äußere Treppenaufgang entfernt.
1881 mußte das Bienenkorbgewölbe über dem Altarhaus herabgenommen und durch eine flache Holzdecke ersetzt werden, „weil die schlecht fundamentierten Wände bei sehr nassem Wetter auswichen“.
2. Ursprünglich war wohl am Altarraum ein einfaches geklehmtes Langhaus für die Gemeinde angebaut, welches dann 1390 durch einen massiven Neubau ersetzt wurde, wie eine Inschrift an der Südseite aussagt. Die Ansätze von Strebepfeilern lassen darauf schließen, daß zwei Gewölbe vorgesehen oder sogar vorhanden gewesen sind. Um 1857 wurde die Decke im Kirchenschiff, die davor auf hohen Ständern ruhte, erneuert und auf die Wände gelegt. 1900 mußte der Dachstuhl der Kirche, der sich in bedenklicher Weise nach Osten neigte, zurückgeholt und verstärkt werden.
3. Der auf quadratischem Grundriß errichtete Kirchturm stammt im unteren Teil aus der Zeit um 1400 und besaß bis 1760 einen hölzernen, mit Holzschindeln bedeckten Glockenturm. Am 21.11.1760 wurde der obere hölzerne Teil des Kirchturms von einem starken Sturm umgeweht. Auf Grund des siebenjährigen Krieges konnte man erst 1767 mit dem neuen Aufbau eines massiven Kirchturms beginnen. Anfangs war geplant, die Glocken herunterzunehmen und in einen Glockenstuhl auf dem Kirchhof zu hängen. Das fand aber keinen Zuspruch. Nach ausgiebiger Beratung einigte man sich, und der Zimmermeister Johann Wilhelm Aeder aus Sülz begann mit den Bauarbeiten. 1769 war der Turm fertig.
1811 war der Kirchturm beschädigt. Pastor Böhmer sprach sich dafür aus, den Turm ganz abzutragen oder die Turmspitze in "abge-stumpfter" Form neu aufzubauen. Er befürchtete, wie in den letzten Jahren mehrmals geschehen, daß der städtisch wirkende Turm immer wieder fremde Heerscharen zum Unglück der armen Dorfbewohner anlocken würde. Nach einer Stellungnahme des Landbaumeisters Brandt vom 20.2.1812 war aber eine Reparatur vollkommen ausreichend: "Der Thurm zu Schorrentin ist erst im Jahre 1769 und zwar sehr solide erbauet. Der innere Verband, welcher größtentheils aus starkem eichenen Holze besteht, ist noch von sehr guter Beschaffenheit, und die wenigen Beschädigungen an demselben, die durch Vernachläßigung des Spohndaches verursacht sind, findet man nur in den Steifbalken und Sparren des äußern Dachwerks. Dieser Verband ist sehr leicht vollkommen wieder herzustellen..." Landbaumeister Brandt unterbreitete mehrere Vorschläge zur Gestaltung des Kirchturmes. 1813 erfolgte dann nach Beratungen eine geringfügige Verkürzung des Turmes. Das alte Spohndach wurde abgenommen und ein Steindach aufgelegt.
Das Gemäuer des Turmes erhebt sich in ziemlicher Höhe über das Dach der Kirche, endigt glatt, d. h. ohne Giebel, und trägt einen Helm, dessen unterer Teil eine abgestumpfte vierseitige Pyramide darstellt und dessen oberer Teil eine aus Eichenholz konstruierte achtseitige sogenannte Laterne mit aufgesetzter achtseitiger Spitze ist. Die Spitze ist mit Knopf und Hahn verziert. Im Turm war seit 1813 auch eine Uhr vorhanden, die ein Geschenk von Kaufmann Doll in Stralsund, einem Schorrentiner Bauernsohn, war.
Am 2.7.1884 traf ein Blitzschlag den Turm, und es mußte eine Reparatur erfolgen.
1904 schrieb Pastor Brasch: “In diesem Jahre ist die Turmhalle (Eingang in die Kirche durch den Turm), die bisher ohne Licht, ohne Wandbekleidung und Fußboden als Rumpelkammer diente, in würdigen Zustand versetzt worden; nach Süden ist ein Fenster durch die Felsenmauer gebrochen, die Wände und die Treppe sind bekleidet und ausgemalt, eine neue Balkendecke hergestellt und gestrichen, der Fußboden mit Steinen ausgelegt und die Turmtür erneuert. Der Bau hat gegen 1600 M gekostet. Ebenso ist der äußere Aufgang zum Orgelchor an der Nordseite der Kirche beseitigt und anstelle der Tür ein Fenster eingerichtet worden.“