Verlobung Irmgard von Harrach und Alexander von Levetzow im Februar 1897.
Alexander (Alex) Bernhard Wilhelm Hartwig von Levetzow starb am 12.12.1929, und seine beiden Söhne Hinrik und Joachim Dietrich erbten die Güter Lelkendorf, Karnitz und Sarmstorf.
Die Schule zu Karnitz
Ab 1826 war der Schneider Otto Köster auch als Schulmeister in Karnitz tätig. Aus einem Schriftverkehr ab 1854 erfahren wir, daß seine Leistungen wohl mehr schlecht als recht waren:
„An Herrn Pastor Breuel zu Neukalden.
Nach Ihrem Gemeindeberichte für verflossenes Jahr muß angenommen werden, daß der Schullehrer zu Carnitz gar wenig leistet und daß es nöthig ist, seine Stelle durch einen befähigteren Lehrer zu ersetzen, der wenigstens auch im Religionsunterrichte Genügendes leiste. Sie wollen nicht versäumen deßwegen sich baldigst an den Besitzer von Carnitz, den Herrn Minister von Levetzow auf Lelkendorf, in geeigneter Weise mit der Bitte zu wenden, den unfähigen Schullehrer zu pensioniren und einen tüchtigeren Mann anzustellen. Bei der bekannten Gesinnung des Herrn Ministers von Levetzow dürfen Sie wohl auf ein willfähriges Entgegenkommen rechnen. - Zu Johannis d. J. sehe ich einem Berichte über den Erfolg Ihrer Bemühungen entgegen. Mit amtsbrüderlichem Gruß
Ihr ergebener Schmidt
Malchin den 18. Februar 1854“
Pastor Breuel in Neukalen schrieb dazu:
„Den vom hohen Großherz. Ministerium, Abthl. für Unter.-Angel. von mir erforderten Bericht über die ritterschaftliche Schule zu Carnitz erstatte ich submissest wie folgt:
Um wenigstens den älteren Schulkindern zu Carnitz einen besseren Unterricht zu verschaffen, als der Lehrer Köster daselbst ihnen zu geben im Stande ist, wurde im Sommer des vorigen Jahres von dem Herrn Supertd. Schmidt in Malchin in meiner Gegenwart dem Besitzer von Carnitz, dem Herrn Minister a.D. von Levetzow auf Lelkendorf, mündlich der Vorschlag gemacht die Kinder zu Carnitz, welche das 10te Lebensjahr zurückgelegt hätten bis auf Weiteres nach Gr. Markow in die Schule gehen zu lassen, wenn der Eigenthümer von Gr. Markow, der Herr Domherr von Levetzow, seine Zustimmung dazu geben würde. Der Herr Minister a.D. von Levetzow erklärte sich bereit dazu, und hat auch auf desfallsige Anfrage der Herr Domherr von Levetzow seine Einwilligung ertheilt. Seit Michaelis vorigen Jahres besuchen nun die Schulkinder zu Carnitz vom 10ten Lebensjahr an die Schule zu Gr. Markow, die von dem Lehrer Wramp, einem tüchtigen Seminaristen, verwaltet wird. Der Lehrer Wramp hat mir noch kürzlich die Mittheilung gemacht, daß diese Kinder bisher regelmäßig zur Schule gekommen, und auch schon einige Fortschritte derselben bemerkbar geworden sind.
Ein Mehreres ist bisher nicht zur Verbesserung der Schule zu Carnitz geschehen; die jüngeren Kinder daselbst werden nach wie vor von dem Schullehrer Köster unterrichtet. Diesen ganz zu entfernen und durch einen tüchtigeren zu ersetzen liegt wohl gegenwärtig nicht in der Absicht des Herrn Minis. a.D. von Levetzow auf Lelkendorf. Doch scheint derselbe nicht abgeneigt zu sein, wenn etwa in Zukunft in Schlakendorf eine Domanial - Schule errichtet werden sollte, die Carnitzer Kinder gänzlich dahin einschulen zu lassen. Ehrfurchtsvoll verharre ich des hohen Minist. unterthänigster Breuel
NKalden, den 4 März 1856“
In der ritterschaftlichen Schule Karnitz war seit Ostern 1857 die 61 Jahre alte Tagelöhnerwitwe Sophia Brandt als ungeprüfte Lehrerin angestellt. Der Neukalener Pastor schrieb Michaelis 1858: „Die Wittwe Brandt kann bloß Lehr - Unterricht ertheilen, und auch diesen nur ungenügend. Sie hat übrigens nur die kleineren Kinder des Orts in der Schule; die Älteren, zur Zeit vom zurückgelegten 8ten Jahre an, besuchen die Schule zu Gr. Markow. Der sittliche Wandel der Brandt ist unbescholten.“
Martini 1858 gingen in Karnitz zur Schule: 7 Knaben und 6 Mädchen, in Gr. Markow aus Karnitz: 8 Knaben und 6 Mädchen.
Das Großherzogliche Ministerium, Abtheilung für Unterrichtsangelegenheiten, forderte am 20.5.1870 vom Pastor Petersen in Neukalen einen Bericht über die Schulverhältnisse in Karnitz. Dieser berichtete:
„Den Bericht über die Schulverhältnisse des ritterschaftlichen Gutes Carnitz, welchen das Hohe Ministerium unter dem 20 v. M. von mir gefordert, statte ich pflichtschuldigst und gehorsamst mit Folgendem ab.
Die Zahl der Feuerstellen in Carnitz beträgt, den Hof mit eingerechnet, 16. Schulpflichtige Kinder sind zur Zeit 16 vorhanden, von denen 5, welche über 9 Jahre alt sind, die Schule in Gr. Markow besuchen. Die übrigen 11 Kinder besuchen zur Zeit keine Schule. Es bestand nämlich bis kurz vor Weihnacht v. J. zu Carnitz eine Art Vorschule für die dortigen schulpflichtigen Kinder, welche das 9te Lebensjahr noch nicht überschritten. Diese Schule wurde von einer Tagelöhnerwittwe Brandt 13 Jahre lang verwaltet. Da aber die Brandt schon 74 Jahre alt und gebrechlich ist, ihr auch die bis dahin bezogenen Emolumente 2) von dem Besitzer des Gutes Carnitz, Herrn v. Levetzow auf Lelkendorf, geschmälert wurden, so gab sie den Schuldienst zu der oben erwähnten Zeit auf, ohne mich davon in Kenntniß zu setzen. Etliche Wochen nachher liefen hierüber Klagen von Seiten der Eltern bei mir ein, und machte ich der Zeit hievon beim Herrn Superintendenten Schmidt in Malchin die Anzeige, verhandelte aber zugleich mit dem Herrn Schulpatron über die Carnitzer Schulverhältnisse. Derselbe war Willens, eine ähnliche Schule, wie sie bis dahin in Carnitz bestanden, auch fortbestehen zulassen, falls sich dazu im Dorf eine geeignete und willige Persönlichkeit fände, was bislang noch nicht geschehen. Ganz neuerdings habe ich nun beim Herrn Schulpatron darauf gedrungen, die betreffenden Carnitzer Schulkinder einer andern Schule, entweder der zu Gr. Markow oder der zu Lelkendorf zuweisen zu lassen, und hoffe ich, daß die Sache endlich geregelt werden wird.
Die Schulwohnung, bestehend aus einer Schulstube, einer Wohnstube und Küche, befindet sich mit einer Tagelöhnerwohnung unter einem Dache. Das Schulzimmer liegt nach Osten und ist mit einem mittelgroßen Fenster versehen. Die Höhe der Stube beträgt 7 ½ Fuß, die Länge 12 ½ und die Breite 10 ½. Ausgestattet ist das Schulzimmer nur mit 3 Bänken.
Was die Leistungen der Lehrerin anbetrifft, so waren dieselben natürlich nicht erheblich. Die Kinder lernten kaum nothdürftig Lesen, die Gebote und einige Gesangverse. Das Diensteinkommen der Lehrerin betrug 6 Scheffel Roggen, 6 Scheffel Gerste, 2 Scheffel Erbsen, freie Weide und Fütterung für eine Kuh und 3 Schafe. Baares Schulgeld erhielt sie nicht. Auch wurde ihr weder Holz noch Torf geliefert.
Der Schulbesuch war ziemlich gut. Eine Einrichtung für die Sommerschule existirte nicht, und Diensterlaubnißscheine wurden für die betreffenden Kinder, weil unter 10 Jahren, nicht ertheilt.
In ehrfurchtsvoller Hochachtung verharre ich als des Hohen Ministerii gehorsamer
Petersen, Pastor
Neukalen, den 9 Juni 1870“
Das Großherzogliche Ministerium, Abtheilung für Unterrichts – Angelegenheiten bat nun um Auskunft beim Herrn von Levetzow und erhielt zur Antwort:
„Lelkendorf d. 21sten Juni 1870
Dem Hohen Großherzoglich Mecklenburgischen Ministerium Abtheilung für Unterrichts – Angelegenheiten erlaube ich mir zu erwidern, daß die größeren schulpflichtigen Kinder aus Karnitz die Schule in Gr. Marckow besucht, die kleineren aber in Karnitz von einer alten Dame unterrichtet worden sind. Da diese Dame in letzter Zeit die Schule aufgegeben, so haben allerdings einige Kinder die Schule versäumt. Ich erlaube mir indessen dem Hohen Ministerium die Anzeige zu machen, daß ich die Aeltern dahin beschieden, ihre sämmtlichen im schulpflichtigen Alter stehenden Kinder hinfort nach Gr. Marckow in die Schule zu schicken.
HvLevetzow.“
Das Ministerium in Schwerin schrieb daraufhin an den Herrn von Levetzow auf Lelkendorf:
„Mit Bezugnahme auf euren Bericht vom 21 d. M. über die Schulverhältnisse des Gutes Karnitz geben Wir euch auf, binnen 14 Tagen anzuzeigen, wie viele mecklenburgische Ruthen vom Schulhause zu Gr. Markow die am weitesten entlegene Wohnung zu Karnitz entfernt ist ...“
Herr von Levetzow antwortete:
„... erlaube ich mir auf das Schreiben vom 23sten Juni dieses Jahres zu erwidern, daß die Entfernung von der am weitesten entlegenen Wohnung zu Karnitz bis zum Schulhause in Gr. Marckow 672 Rth. Schreibe Sechs Hundert Siebzig und Zwei mecklenburgische Ruthen beträgt.
Lelkendorf d. 29sten Juni 1870
HvLevetzow“
Nun schrieb das Schweriner Unterrichtsministerium an den Pastor Petersen in Neukalen am 2. Juli 1870:
„Laut Berichtes der Gutsherrschaft zu Karnitz sind die dortigen schulpflichtigen Kinder sämmtlich der Schule zu Gr. Markow zugewiesen worden. Da die Entfernung von Karnitz nach Gr. Markow, von der am weitesten entlegenen Wohnung bis zum Schulhause gemessen, nach der vorliegenden Angabe 672 mecklenburgische Ruthen beträgt, so ist es zwar für die kleineren Kinder vermuthlich schwierig, den Weg zurückzulegen, doch ist diese Entfernung kein gesetzliches Hindernis der Schulgemeinschaft. Sie werden aber hiedurch aufgefordert, auch Ihrerseits darauf zu achten, daß die Schule von allen Kindern ordnungsmäßig besucht werde, und es bei gegebener Veranlassung an der erforderlichen Anregung nicht fehlen zu lassen, nöthigenfalls hieher zu berichten.“
Bis 1905 gingen die Karnitzer Kinder in Groß Markow zur Schule. In Schlakendorf war 1886 ein Schulgebäude errichtet worden. Pastor Voß in Neukalen bemühte sich, daß die Karnitzer Kinder in Schlakendorf zur Schule gehen können und schrieb am 2. Juni 1905 an den Rittmeister von Levetzow in Lelkendorf:
„Hochwohlgeborner Herr!
Hochzuverehrender Herr Rittmeister!
Gestatten Ew. Hochwohlgeboren wegen der Karnitzer Schulkinder Folgendes geneigtest entgegen zu nehmen:
Die Karnitzer sind hier eingepfarrt, aber ihre Kinder sind in Gr. Markow eingeschult, stehen also unter der Schulinspektion von Schorrentin. Schon dieser Umstand ist nicht wünschenswert und kann zu Unzuträglichkeiten führen. Dazu kommt, daß die Gr. Markower Schule überfüllt ist, und daß dort kein Industrie - Unterricht erteilt wird. Die Überfüllung der Schule hat es nötig gemacht, daß die Kinder geteilt und Halbtags - Unterricht erteilt werden mußte. Das ist ein Übelstand, der nur in der äußersten Not ertragen werden dürfte. Dazu kommt, daß dort kein Handarbeits - Unterricht für die Mädchen erteilt wird. Und wie groß der Übelstand ist, wenn ein Mädchen bezw. eine Hausfrau nicht flicken u. stopfen u. sich ihre Wäsche etc selbst besorgen kann, das werden Ew. Hochwohlgeboren selber hinlänglich beobachtet haben. Eine untüchtige Frau ist ein Ruin für die Familie.
Dem allen könnte abgeholfen werden, wenn Ew. Hochw. die Karnitzer Kinder aus Gr. Markow wegnehmen u. in die Schlakendorfer Schule schicken wollten. Dort sind meist unter 20 Kinder, und der Weg dahin ist bedeutend kürzer u. besser als der nach Gr. Markow. Und da nun in Gr. Markow gerade ein Lehrerwechsel stattfindet, so ließe sich das alles jetzt am leichtesten ordnen.
Indem ich hoffe, daß Ew. Hochwohlgeboren diesen Vorschlag für Ihre Karnitzer Leute ersprießlich finden mögen, zeichne mit vorzügl. Hochachtung Ew. Hochw.
ganz ergebenster J. Voß.“
Die Antwort lautete:
„Lelkendorf 6. Juni 1905
Hoch geehrter Herr Pastor!
Ihren an mich gerichteten Brief habe ich nach Grossen Markow weiter gegeben, daher kann ich auch erst offiziell antworten, wenn ich von der dortigen Gutsherrschaft eine Antwort erhalten haben werde.
Damit Ihr wertes Schreiben aber nicht ganz unbeantwortet bleibt, so erlaube ich mir privatim einstweilen meinen Standpunkt dahingehend festzustellen, daß es ja natürlich durchaus nicht allein von meiner augenblicklichen Entscheidung abhängen kann, wohin die Karnitzer Kinder zur Schule gehen sollen.
Nach den seiner Zeit getroffenen Vereinbarungen ist dazu sowohl die Zustimmung von Gr. Markow notwendig, als auch die ministerielle Genehmigung, welch Letztere ja wahrscheinlich erteilt werden dürfte.
Wenn sich die Schul - Verhältnisse in Gr. Markow nicht als unhaltbar erweisen, so würde ich persönlich aus vielfachen Gründen für Beibehaltung des derzeitigen Zustandes sein.
Besonders fällt für mich der Umstand ins Gewicht, daß der Schulweg nach Schlakendorf im Winter sehr schlecht und ganz ungedeckt ist, während nach Gr. Markow ein privater Weg zur Verfügung ist, auf welchem die Kinder den größten Teil durch einen Wald gedeckt sind und dadurch den Unbilden der Witterung weniger ausgesetzt sind.
Der Unterschied in der Entfernung ist sehr gering, da es sich nur um cr. 3 - 400 Mtr. handelt.
Mit vorzüglichster Hochachtung habe ich die Ehre zu sein, Euer Hochehrwürden ergebenster
A. von Levetzow - Lelkendorf“
„An die Verwaltungsbehörde
der Domainen u. Großh. Haushalte in Schwerin Neukalen, d. 5. Aug. 1905.
Betrifft:
Einschulung der Karnitzer Schulkinder in die Schule zu Schlakendorf
Die Kinder aus Karnitz haben bisher die Schule zu Gr. Markow besucht. Da diese Schule aber überfüllt ist und aus diesem Grunde nur Halbtagsunterricht gegeben werden kann, Handarbeitsunterricht aber gar nicht; so habe ich Herrn Rittmeister von Levetzow auf Lelkendorf geraten, die Karnitzer Schulkinder - durchschnittlich etwa 10 - nach Schlakendorf zur Schule zu schicken, da Schlakendorf und Franzensberg zusammen etwa 20 Schulkinder haben.
Der Herr Rittmeister ist auch damit einverstanden, vorausgesetzt, daß ihm dadurch nicht zu große Opfer auferlegt werden.
Da eine Vermehrung der Kinder in der Schlakendorfer Schule von 20 auf 30 für den Unterricht nur vorteilhaft sein kann und das Einkommen des dortigen Lehrers so minimal - 940 M incl. Wohnung bei dieser Gelegenheit äußerst erwünscht, ja notwendig erscheint, wenn nicht tüchtige Lehrer immer alsbald daran denken sollen, weiter zu kommen - so glaube ich, einer hochlöblichen Verwaltung die Aufnahme dieser Kinder in die Schlakendorfer Schule nur empfehlen zu können und erlaube mir daher die ergebene Anfrage,
ob überhaupt und unter welchen Bedingungen eine Großherzogliche Verwaltungsbehörde die Einschulung der Karnitzer Kinder nach Schlakendorf gestatten würde.
Gewünscht wird die Einschulung zum 1. October d. J. Empfehlenswert dürfte es vielleicht sein, beiderseits eine Kündigungsfrist von einem Jahre vorzusehen.
Einer geneigten Antwort entgegensehend, verharre ich als
Einer Großherzoglichen Verwaltungsbehörde
ganz ergebenster
J. Voß,
Pastor“
Ab Herbst 1905 gingen die Kinder von Karnitz in Schlakendorf zur Schule.
1872 wohnten in Karnitz:
Den Hof Karnitz bewirtschaftet: Inspector Geffers
Dienstleute: Wirtschafterin Frau Zeller
5 männl. Dienstleute
4 weibliche Dienstleute
Holzwärter Jonas
Statthalter Engel
Deputatschäfer Remer
1 Knecht
1 Kutscher
Altentheiler Schröder
Pachtmüller: Stielow und 2 Gesellen
weitere Einwohner: Tagelöhner Mamerow
Joh. Anders
Möller
Harder
C. Köster
Joh. Köppen
Joh. Riem
Joh. Fahsz
Witwe Brandt
Möller
Köster
Buchholz
Kührmann
Ein Fund 1886
Im „Jahrbuch des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde“ Jahrgang 51, 1886 findet sich folgender Bericht:
“IV. Herr v. Levetzow auf Lelkendorf übersandte dem Verein durch Herrn Bürgermeister Hofrath Mau zu Neukalen als Geschenk eine auf der Feldmark Karnitz in einem Moderloche gefundene Axt aus altem Sandstein. Diese hat eine Länge von 21,5 cm und mißt in ihrer größten Breite 7,5 cm bei 5,5 cm Dicke. Die hintere Fläche ist glatt und an der breitesten Stelle angebohrt, augenscheinlich mit einem konisch zugespitzten Instrument. Der Durchmesser des Bohrloches beträgt 2,3 cm, die spitz zugehende Tiefe 1,5 cm.”
Aus dem "Neukalener Wochenblatt" vom
19.6.1891:
„Neukalen, 18. Juni. Das dem Herrn von Levetzow gehörige benachbarte Gut Sarmstorf ist, wie uns berichtet wird, heute an den derzeitigen Inspector von Carnitz, Herrn Ziems, von Johannis 1892 ab auf die Dauer von 12 Jahren verpachtet worden. Über die Höhe des Pachtbetrages haben wir Bestimmtes nicht erfahren, doch heißt es, daß derselbe sich zwischen 16 bis 17 Tausend Mark pro Jahr stellt.“
In dem Buch „Mecklenburgische Vaterlandskunde“ von Wilhelm Raabe (1894) findet man über Karnitz folgende Angaben:
„Karnitz bei Neukalen (H. v. Levetzow), 3/4 Meile westlich von Neukalen, in holz– und wiesenreicher Gegend, nördlich die Rohrwiese. Hof, Ziegelei, Mühle.“
1855: 115 Einwohner
1893: 74 Einwohner
Fid.-Com. 1675,4 b. Sch. und 466,3 ha.
Ein Unglücksfall 1895
"Neukalen, 8. Mai. Gestern Nachmittag ereignete sich auf dem nahe gelegenen Gute Carnitz, dem Herrn von Levetzow auf Lelkendorf gehörig, ein höchst bedauernswerther Unglücksfall. Auf Geheiß des dortigen Inspectors schoß der Tagelöhner Schäfer auf dem Felde nach Krähen, hierbei traf das Geschoß unglücklicherweise den beim Kornaussähen beschäftigten Tagelöhner Witt und sind demselben die Hagelkörner in Leib, Kopf und Brust gedrungen. Es vernothwendigte sich seine sofortige Überführung in das hiesige städtische Krankenhaus. Nach Aussage des Herrn Sanitätsraths Dr. Buschmann soll Aussicht vorhanden sein, den so schwer Verletzten am Leben zu erhalten."
1910 hatte Karnitz 71 Einwohner.
Am 13.5.1916 fiel die Arbeitertochter Erna Lewerenz, geboren am 13.10.1914, in den Dorfbrunnen und ertrank.
Volkszählung Karnitz am 1.12.1900
Haush. Zähl- Name geb. in Stellung
Nr. karte
1 1 Max Ahlefeld 6.10.1868 Slete Wirtschafts - Inspector
1 2 Frieda Zarnsdorf 6.11.1875 Upost Wirtschafterin
1 3 Carl Wegner 2.9.1877 Neukalen Pferdeknecht
1 4 Fritz Sass 30.11.1883 Karnitz Pferdeknecht
1 5 Heinrich Peters 29.12.1882 Schlakendorf Pferdeknecht
1 6 Anna Fürstenberg 9.11.1878 Karnitz Leuteköchin
1 7 Emma Bargholz 7.11.1881 Teschow Hausmädchen
1 8 Elisabeth Kollmorgen 18.6.1884 Malchin Milchmädchen
2 1 Wilhelm Witt 3.3.1860 Bartelshagen landw. Arbeiter
2 2 Sophia Witt 21.6.1861 Neukalen Ehefrau
2 3 Ina Witt 17.8.1885 Neukalen Hofgänger
2 4 Emma Witt 14.9.1887 Neukalen Tochter
2 5 Frieda Witt 1.9.1889 Karnitz Tochter
2 6 Anne Witt 8.11.1891 Karnitz Tochter
2 7 Erna Witt 27.10.1893 Karnitz Tochter
2 8 Marie Witt 20.8.1897 Karnitz Tochter
3 1 Gerhard Schlötke 13.4.1827 Osnabrück Forstaufseher a.D.
4 1 Ludwig Glamann 16.12.1867 Mamerow Stellmacher
4 2 Carolina Glamann 10.3.1864 Lelkendorf Ehefrau
4 3 Minna Glamann 24.7.1893 Karnitz Tochter
4 4 Sophia Kulow 1.3.1839 Lelkendorf Witwe
5 1 Wilhelm Fürstenberg 26.2.1873 Karnitz landw. Arbeiter
5 2 Anna Fürstenberg 15.7.1873 Glandelin Ehefrau
5 3 Olga Fürstenberg 19.5.1896 Kützerhof Tochter
5 4 Karl Köpernick 25.9.1862 Narwell Amt Fraustadt Hofgänger
6 1 Heinrich Remer 29.8.1866 Karnitz Schäfer
6 2 Linda Remer 30.7.1872 Alt Sührkow Ehefrau
6 3 Hanni Remer 25.7.1894 Karnitz Tochter
6 4 Karl Remer 14.2.1899 Karnitz Sohn
7 1 Fritz Ullrich 22.6.1850 Neukalen landw. Arbeiter
7 2 Henriette Ullrich 4.2.1854 Alt Sührkow Ehefrau
7 3 Ernst Ullrich 16.10.1884 Karnitz Hofgänger
7 4 Albert Ullrich 3.12.1889 Karnitz Sohn
8 1 Carl Klutzke 26.6.1872 Landeck Amt Neu Stettin landw. Arbeiter
8 2 Anna Klutzke 14.9.1872 Karnitz Ehefrau
8 3 Hermann Klutzke 21.6.1894 Karnitz Sohn
8 4 Auguste Klutzke 3.6.1900 Karnitz Tochter
8 5 Wilhelm Stauck 11.11.1845 Nowanes Amt Telto Hofgänger
9 1 Hermann Voss 28.12.1875 Tessin landw. Arbeiter
9 2 Caroline Voss 30.3.1875 Sarmstorf Ehefrau
9 3 Wilhelm Voss 12.2.1896 Karnitz Sohn
9 4 Heinrich Voss 21.5.1898 Karnitz Sohn
9 5 Friedrich Cörmann 14.11.1822 Sarmstorf Altenteiler
9 6 Friederike Cörmann 10.4.1830 Kämmerich Ehefrau
10 1 Johann Bastian 21.6.1835 Buckow Lohnziegler
10 2 Lisette Bastian 25.8.1845 Jägerhof, Amt Dargun Ehefrau
10 3 Franz Bastian 9.5.1876 Karnitz Zieglergeselle
10 4 Bertha Bastian 9.9.1878 Karnitz Tochter
11 1 Carl Plog 13.3.1846 Borgfeld Müllermeister
11 2 Elisa Plog 25.3.1849 Karnitz Ehefrau
11 3 Hermann Plog 11.4.1876 Karnitz Müllergeselle
11 4 Elisabeth Plog 16.11.1886 Karnitz Tochter
11 5 Wilhelm Görs 7.5.1867 Anklam Müllergeselle
12 1 Christian Schäfer 27.4.1865 Neukalen Statthalter
12 2 Frieda Schäfer 1.1.1866 Kl. Markow Ehefrau
12 3 Paul Schäfer 17.6.1889 Lelkendorf Sohn
12 4 Wilhelm Schäfer 5.3.1892 Karnitz Sohn
12 5 Elisabeth Schäfer 10.12.1899 Karnitz Tochter
12 6 Wilhelm Becker 12.3.1828 Dargun Altenteiler
12 7 Friederike Becker 15.10.1828 Kützerhof Ehefrau
13 1 Ernst Schröder 7.5.1871 Teschow Vorknecht
13 2 Anna Schröder 1.4.1875 Teschow Ehefrau
13 3 Frieda Schröder 14.12.1895 Teschow Tochter
13 4 Emma Schröder 1.4.1899 Teterow Tochter
14 1 Johann Harder 9.4.1839 Kloksin Milchfahrer
14 2 Wilhelmine Harder 18.7.1834 Rothenmoor Ehefrau
14 3 Wilhelmine Harder 14.2.1875 Karnitz Tochter
14 4 Bertha Harder 13.10.1899 Karnitz Tochter
15 1 Joachim Mamerow 7.1.1838 Karnitz Altenteiler
15 2 Wilhelmine Mamerow 21.6.1837 Neukalen Ehefrau
15 3 Abetta Mamerow 6.12.1899 Karnitz Tochter
15 4 Friederike Voss 30.4.1835 Pohnstorf Witwe
16 1 Martin Sass 16.12.1853 Tellow landw. Arbeiter
16 2 Wilhelmine Sass 3.8.1859 Neu Sührkow Ehefrau
16 3 Auguste Sass 13.2.1885 Karnitz Hofgängerin
16 4 Wilhelm Sass 21.12.1886 Karnitz Sohn
16 5 Ernst Sass 28.10.1888 Karnitz Sohn
16 6 Anne Sass 21.11.1892 Karnitz Tochter
16 7 Karl Sass 21.11.1892 Karnitz Sohn