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Ein Schwertfund bei Neukalen

 

Aus: "Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde", 1868, 33. Jahrg., Seite 146: "Schwert von Neukalen".

 

Im Sommer 1865 ward bei der Stadt Neukalen aus dem Peenefluß, nahe bei dessen Einmündung in den Kummerower See, durch den Bagger ein eisernes Schwert herausgehoben, welches dabei leider zerbrach und die Spitze von vielleicht 3 Zoll Länge verlor. Der Herr Bürgermeister Mau schenkte es dem Vereine. Die Klinge ist, wenn man die verloren gegangene Spitze hinzu denkt, ungefähr 2 Fuß 10 Zoll lang gewesen, von 2 1/4 bis 1 1/4 Zoll breit, zweischneidig, an jeder Seite mit einer Längsfurche oder "Blutrinne", welche fast bis zur Spitze hinab läuft. Der Griff ist 4 1/2 Zoll lang; der eiserne Knopf ist "mandelförmig", oben schmal und unten breit; die Parierstange, in Form einer einfachen, viereckigen, etwas breiten eisernen Stange von 1/4 bis 1/2 Zoll Dicke, ist 10 Zoll lang. In den oberen Teil der Längsfurche, nicht weit vom Griffe, sind an einer Seite drei Linien III eingetrieben.

Das Schwert gleicht den in Worsaae Nordiske Oldsager, 2. Aufl., Taf. 164 abgebildeten Schwertern. Wahrscheinlich gehört es der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts an. Diese alte Art von Schwertern ist bis jetzt in Mecklenburg außerordentlich selten. Die Sammlungen besitzen außerdem nur noch 4 ähnliche Schwerter, mit kurzem Griff; namentlich ist das in Jahrb. IX, S. 397 flgd. beschriebene Schwert von Schwaan bekannt, welches eine von Bronze eingelegte lateinische Inschrift an derselben Stelle hat, wo das Schwert von Neukalen die eingestempelten drei Linien zeigt. Wahrscheinlich stammt auch das Schwert von Neukalen aus der Zeit der Züge der Dänen nach Wenden, namentlich aus dem Zuge des Königs Waldemar von Tribsees aus in die Waldgegend des Landes Hart bis Teterow im Jahre 1171 (vgl. Jahrb. XXVI, S. 187).

 

Schwert