Neukalener Schulgeschichte(n) Teil 5
Das Schuljahr 1959 / 1960
Am 4.9.1959 erfolgte die Einschulung von 46 Schülerinnen und Schüler.
Aus einem Zeitungsartikel:
„... So wurde als Ergänzung des alten Schulgebäudes mit der Errichtung eines Neubaus mit einer Kapazität von 6 Klassen begonnen. Die Arbeiten nahmen einen schnellen Fortgang, so daß im Mai gerichtet werden konnte. Die Lehrer, Schüler und Mitglieder des Elternbeirates haben beim Bau tüchtig mitgeholfen. So wird es also hinsichtlich des Raumes keine Schwierigkeiten geben.
Darüber hinaus hat die Stadtvertretung im April 1959 für die Entwicklung der Schule wichtige Maßnahmen beschlossen. So wird der Werkunterricht der Unterstufe soweit ausgebaut, daß jeder Schüler bis zum 1.4.1961 seinen eigenen Werkkasten hat. Die Kästen werden in der Schule angefertigt. Das ergibt eine Einsparung von 1800 DM. Die Einrichtung der Schulwerkstatt wird soweit vervollständigt, daß vom 1.9.1959 ab der Werkunterricht der Klassen 4 - 6 und die Grundlehrgänge der Klassen 7 und 8 dort durchgeführt werden können. Bis zum Jahre 1960 wird der Schulgarten zum Mustergarten entwickelt. Der bisher erreichte Stand gibt die Gewähr dafür, daß dieses Ziel wirklich erreicht wird. Eine Gerätebaracke ist auch schon aufgestellt worden. Alle Lehrer werden bis zum 31.12.1960 die Grundlehrgänge in Holz-, Metall- und Elektrotechnik absolvieren, damit sie über ein Minimum an polytechnischen Kenntnissen verfügen. Die endgültige Einrichtung des naturwissenschaftlichen Kabinetts erfolgt nach der Fertigstellung des Schulneubaus. Die Einrichtung von Arbeitsplätzen für jeden Schüler erfordert erhebliche Mehrausgaben für Lehrmittel.
Zur schrittweisen Verwirklichung der obligatorischen 10klassigen Oberschule in Neukalen wurden folgende Ziele beschlossen: Es sollen 1960 45, 1961 55, 1962 65 und 1963 80 Prozent aller Schüler diese Schule besuchen. Weitere 13 Prozent werden die erweiterte 12klassige Oberschule in Malchin besuchen. Im Interesse unserer Wirtschaft, die hochqualifizierte Facharbeiter braucht, muß in den kommenden Jahren das Sitzenbleiben vollständig liquidiert werden, zumal dies auch den Erkenntnissen der modernen sozialistischen Pädagogik entspricht. Die Erreichung dieses Zieles erfordert große Anstrengungen, die sich auf die Erhöhung der Qualität des Unterrichts, auf die Führung der Klasse durch den gleichen Klassenlehrer über mehrere Jahre, auf die Herbeiführung einer engeren Verbindung zwischen Schule und Elternhaus, auf die Verbesserung der Pionierarbeit mit Hilfe des Stufenprogramms und auf die ständige Verbesserung der Arbeit im Hort beziehen müssen. Damit der dauernde Lehrerwechsel aufhört und die verheirateten Lehrer seßhaft werden können, muß ihnen angemessener Wohnraum zur Verfügung gestellt werden. Der Raum für den Schulhort ist zu klein und ermöglicht nicht die restlose Aufnahme von Kindern werktätiger Mütter. Außerdem benötigt auch der Kindergarten diesen Raum. Der Rat der Stadt wird einen anderen geeigneten Raum zur Verfügung stellen. Unter Berücksichtigung des Umstandes, daß die Schule immer von vielen auswärts wohnenden Schülern besucht wird, ist die Einrichtung des Schülerbus - Verkehrs dringend erforderlich. Der Rat der Stadt hat es übernommen, dafür zu sorgen, daß im Herbst 1959 zunächst eine Linie von Karnitz über Schlakendorf geschaffen wird. Auch für die Schaffung einer ordentlichen Schulspeisungsanlage wird sich der Rat der Stadt in Zusammenarbeit mit der Schulleitung in den nächsten Jahren einsetzen. Durch die Bebauung des Schulhofes kann dort der Sportunterricht in den Sommermonaten nicht mehr durchgeführt werden. Deshalb muß in Kürze ein Kleinsportplatz in der Nähe der Schule geschaffen werden. Der jetzt zur Verfügung gestellte Sportplatz ist von der Schule aus erst in 20 Minuten zu erreichen.“
Eintragung zum Gruppennachmittag der Klasse 3a am 17.9.1959:
„Wir fahren und wandern nach Wagun und besuchen unser im Juni gefundenes Rehkitz, welches bei Koll. Beuster aufgezogen wird. Außerdem Orientierungsübung. Himmelsrichtungen und Veränderungen der Natur im Herbst. Als Helferin kam die Oberschülerin Renate Brüdigam mit. Anwesend 20 Pioniere.“
Die spätere Pionierstation Franzensberg wurde oft an Wandertagen oder bei Gruppennachmittagen aufgesucht, und die Schülerinnen und Schüler machten hier Aufräumarbeiten oder halfen beim Abladen von Baumaterialien.
Aus einem Zeitungsartikel:
„Ein besonderer Blickfang für die Einwohner Neukalens ist das Schaufenster des Tischlermeister Rost in der Straße des Friedens. Anläßlich des 10. Jahrestages unserer Republik hat die Mittelschule hier eine Ausstellung aufgebaut. Ausstellungsgegenstände aus den verschiedensten Lehrfächern - u. a. aus der Biologie, Geographie und Physik sowie aus dem Werkunterricht - werden gezeigt.
Ein besonderer Anziehungspunkt ist zweifellos die Miniaturausführung des Schulkomplexes mit dem 1861 erbauten Schulgebäude. Diese wahrheitsgetreue Nachahmung zeigt auch die weitere Entwicklung des Schulbaus nach 1945 in Neukalen, die 1952 erbaute Toilettenanlage, den 1957 erbauten Werkraum, den in diesem Jahr fertiggestellten Fahrrad- und Kohlenschuppen und den entstehenden Schulhausneubau.
Eine Statistik zeigt die Entwicklung der Mittelschule in den zehn Jahren des Bestehens der DDR. 1949 lehrten hier 14 Lehrer in der Mittelstufe, während 1959 11 Lehrer in der Unterstufe, 8 Lehrer in der Mittelstufe und 1 Lehrer in der Oberstufe unterrichten.
1949 wurden 6 288,26 DM an Staatsgeldern für die Schule ausgegeben. In diesem Jahr werden es dagegen 56 680 DM sein. Auch der Kampf gegen das Sitzenbleiben wurde energisch aufgenommen. Während es 1950 noch 9,2 Prozent Sitzenbleiber gab, waren es in diesem Jahr nur noch 3 Prozent. Betrachten wir einmal die Zahl der Schulabgänger aus den unteren Klassen, so können wir feststellen, daß es 1952 noch 51 Schüler waren, während in diesem Jahr nur elf Schüler aus unteren Klassen die Schule verließen.“
Aus einem Zeitungsartikel:
„Anläßlich der Festsitzung der Neukalener Stadtvertretung am 10. Jahrestag unserer Republik übergab die Pionierfreundschaft dem Rat der Stadt das "Rote Buch der guten Taten". Es enthält die mit entsprechenden Illustrationen versehenen Leistungen der Freundschaft und die für die Zukunft gestellten Ziele.
So wurden bis Anfang Oktober 11 127 kg Schrott, 1 576 kg Lumpen, 2 741 kg Altpapier, 5 287 Flaschen, 1 576 Gläser, 54 kg Knochen, 50 kg Heilkräuter und 1 165 kg Kastanien, Bucheckern und Eicheln gesammelt. Die Freundschaft züchtete 201 Kaninchen und sammelte für die Pioniersparbüchse 1 289 DM. 105 Pioniere leisteten 9 740 Aufbaustunden und haben 660 Stunden im Schulgarten gearbeitet.
Die Zielstellung für die Zukunft sieht folgendermaßen aus: Alle Pioniere wollen das "Sputnikabzeichen" erwerben. In der Klasse 6b verpflichtete sich jeder Pionier, an einer Arbeitsgemeinschaft teilzunehmen und das "Sportleistungsabzeichen" zu erwerben. Jeder Pionier der Klasse 3a will ein Kleintier züchten. Die Klasse 6a hilft bei der Pflege des Denkmalplatzes. Um die schulischen Leistungen zu steigern, beteiligen sich 173 Pioniere in 34 Lernbrigaden. Natürlich werden die Pioniere auch weiterhin fleißig Altmaterial sammeln.
Um die Pionierarbeit noch mehr zu verbessern, wurde kürzlich von der Freundschaftsleitung ein Wettbewerb ausgeschrieben. Die Freundschaft "Ernst Thälmann" stiftet einen Wanderwimpel, der bei den Zwischenauswertungen am 13.12.1959 und 1.3.1960 der jeweils besten Gruppe übergeben wird. Die Gruppe, die bei der Endauswertung am 10.7.1960 die höchste Punktzahl erreicht hat, erhält diesen Wimpel endgültig und außerdem 50 DM für eine Ferienreise.
Die Plus- oder Minus-Punktbewertung erstreckt sich auf die Lernarbeit, die Pionierliteratur, die gesellschaftlich-nützliche Arbeit und die Pionierarbeit. So gibt es Minuspunkte für jede 4 oder 5 im Zwischen- und Endzeugnis und im Betragen, außerdem für jede Zensurenverschlechterung, für jede Abbestellung von Pionierzeitschriften und für jede Woche Rückstand in der Kassierung und schließlich für mangelhaftes Halstuchtragen beim Fahnenappell. Pluspunke gibt es für Zensurenverbesserungen, für jedes bestehende Lernaktiv, für jede neu abonnierte Zeitschrift, für jedes über den Winter gehaltene Kaninchen, für jedes abgelieferte Fell und Kaninchen, für jedes gesammelte Kilogramm Schrott, Lumpen, Papier und Wildfrüchte, für jede gesammelte Flasche und jedes Glas, für Aufbaustunden im Gruppenkollektiv, für jeden Sparer, für jeweils 50 DM Spareinlagen, für jeden durchgeführten Gruppennachmittag, für jedes erworbene "Sputnikabzeichen", "Abzeichen für gutes Wissen" bzw. "Sport-leistungsabzeichen", für regelmäßige Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften, und schließlich für jeden Jugendweiheteilnehmer.“
Dietrich Siebert, Klassenleiter der 6b, hatte sich zum Gruppennachmittag am 4.11.1959 etwas Besonderes ausgedacht:
„Anlage einer Kochstelle, Abkochen und vorschriftsmäßiges Verlassen des Platzes, Einteilung in 5 Gruppen:
1. Gruppe – Ochsenschwanzsuppe
2. Gruppe – Rührei mit Röstbrot
3. Gruppe – Spiegelei mit Bratkartoffel
4. Gruppe – Salzkartoffeln, Bratwurst, Mehlsauce
5. Gruppe – Salzkartoffeln, Klops, Sauce, Pudding u. Saft.
Der Nachmittag war ein voller Erfolg.“
Zum 7. und 8.11. sowie zum 28. und 29.11.1959 hatte die Schulleitung Eltern, Lehrer und Schüler aufgerufen, in freiwilliger Arbeit die Drainagegräben für das neue Schulhaus auszuschaufeln. Aus der Klasse 5b halfen z. B. folgende Eltern beim NAW: Herr Rademacher, Herr Weiher, Herr Schnürer, Herr Becker, Herr Kaiser, Herr Köppen, Herr Schimmel, Herr Graf und Herr Puls. Hierbei förderte man eine alte Grabplatte mit teilweise erhaltener Inschrift zu Tage.
Zeitungsartikel:
„Erfolge einer guten Überzeugungsarbeit
Ein bemerkenswertes Zeichen guter Zusammenarbeit zwischen unserer sozialistischen Schule und den Eltern der Schüler war der körperliche Einsatz vieler Eltern auf dem Schulhof. Die Lehrer hatten die Helfer rechtzeitig und in überzeugender Form angesprochen. Der Erfolg blieb nicht aus.
Insgesamt 128 Eltern stellten sich zur Verfügung und schachteten etwa 300 m Gräben in einer Tiefe von 1,20 m für die Anlage einer Drainage des gesamten Schulgrundstückes aus, so daß gleich in den nächsten Tagen die Rohre gelegt werden konnten. Durch die Mithilfe der Eltern wurden 3000 DM im Nationalen Aufbauwerk erarbeitet. Besonders hervorgehoben werden muß die Beteiligung körperbehinderter und auswärts wohnender Eltern. An diesem Beispiel kann man sehen: Die gemeinschaftliche Kraft der Werktätigen vermag viel, ohne daß es dem einzelnen sauer wird. Die Eltern haben so der Allgemeinheit, ihren Kindern und sich selbst geholfen. VK Wilhelm Paulig“
Aus einem Zeitungsartikel:
„Um der Forderung, eine große Zahl von Schülern im Schulhort zu erfassen, gerecht werden zu können, hat der Rat der Stadt Neukalen das dicht an der Schule stehende Gebäude der "alten Molkerei" käuflich erworben. Nach einem notwendigen Um- und Ausbau wird die Möglichkeit bestehen, für etwa 120 Schüler einen Hortplatz zur Verfügung stellen zu können. Außerdem wird eine Krippe mit etwa 30 Plätzen geschaffen. Des weiteren ist in diesem Gebäude die Einrichtung der Schulküche und eines für die Allgemeinheit bestimmten Wannen- und Brausebades vorgesehen. Mit den notwendigen Arbeiten soll bald begonnen werden, damit die Räumlichkeiten im Schuljahr 1960/61 zur Verfügung stehen. Die Neukalener Stadtvertretung und der Rat der Stadt hoffen, daß ihnen der Rat des Kreises eine finanzielle Hilfe gewährt.“
Aus einem Zeitungsartikel vom 26.2.1960:
„Auf den Platz an der Bleiche werden etwa 1000 cbm Schutt und Boden gefahren. In diesem Frühjahr wird der Platz mit Rasen angesät und kann dann als Kinderspielplatz, besonders auch für die den Schulhort besuchenden Kinder, benutzt werden. Bei der Ausbesserung des Weges zum Sportplatz haben Jugendliche und Sportler weit über 1000 Stunden im Nationalen Aufbauwerk geleistet. Für die FDJ wurde ein Schlagzeug gekauft. Außerdem wurden zwei Viermannzelte angeschafft. Alle für die Jugendförderung vorgesehenen Mittel sind zweckentsprechend verwendet worden. Im Jahre 1959 wurde die "Alte Molkerei" für 18000 DM vom Rat der Stadt käuflich erworben. Sie wird zur Nutzung für die Jugend ausgebaut und soll den Schulhort, eine Kinderkrippe, die Schulküche und ein Wannen- und Brausebad aufnehmen.
Der Jugendförderungsplan für 1960 sieht u.a. vor: Ständige Hilfe und Anleitung der Jugend durch die Ortsleitung der SED und den Rat der Stadt vor allem bei der Stellung von Propagandisten für den Zirkel "Junger Sozialisten", Vorträge bei den Schülern über die sozialistische Großraumwirtschaft durch LPG-Vorsitzende und entsprechende Besichtigungen, die Anlage eines neuen, günstiger gelegenen Sportplatzes an der Chaussee nach Schlakendorf, einer Mehrkampfbahn im Stalinpark für die GST und einer Bahn für Geschicklichkeitsfahren am alten Sportplatz für den ADMV.“
Aus einem Zeitungsartikel:
“An den Jugendstunden im Schuljahr 1959/60 haben 32 Jungen und Mädchen teilgenommen. Das sind 89 Prozent der in Frage kommenden Schülerinnen und Schüler.
Die Stunden hatten ein gutes Niveau, und auch die Teilnehmer zeigten von sich aus Interesse und Aufgeschlossenheit. Eine gute Vorbereitung auf die Jugendweihe stellten die im Verlaufe des Jahres durchgeführten Fahrten und Expeditionen dar. So ging ein Ausflug nach Stralsund, wo das Planetarium, das Museum und der Rügendamm besichtigt wurden. Eine weitere Fahrt trug mehr heimatkundlichen Charakter. Sie führte u. a. nach Binz, Saßnitz, Stubbenkammer und Kap Arkona. Das dritte Fahrtunternehmen galt einem Theaterbesuch in Rostock, wo die Jungen und Mädchen im Rahmen des Schillerjahres das Schauspiel "Die Räuber" sahen.
Auf diese Weise wurden sie gut auf die Jugendweihe, die am 27. März stattfindet, vorbereitet. Die Feier wird unter der Losung: "Nur derjenige handelt sittlich und wahrhaft menschlich, der sich aktiv für den Sieg des Sozialismus einsetzt!" stehen. Die Festansprache hält die Verdiente Lehrerin des Volkes und Trägerin des Vaterländischen Verdienstordens Genossin Dr. Jutta Tiedemann. Für die Gestaltung der festlichen Umrahmung der Feierstunde konnte das Streichquartett des Staatstheaters Schwerin gewonnen werden.
Im Rahmen der "Festtage der sozialistischen Kultur" wird am 14. März noch ein Besuch der vom Ensemble des Friedrich-Wolf-Theaters gestalteten Theateraufführung "Sombrero" in der "Filmbühne" Malchin stattfinden.
Für 1961 wurden bisher schon ca. 70 Prozent der in Frage kommenden Schülerinnen und Schüler für die Teilnahme an den Jugendstunden gewonnen.”
Aus der Klassenchronik der Klasse 3b:
„26.3.60 Gruppennachmittag. Anläßlich des Besuches einer Delegation von Soldaten der NVA wurde ein Gruppennachmittag unter Mitwirkung des Elternaktivs der Klasse vorbereitet und durchgeführt (Kaffeetafel, Spielen, Singen gemeinsam mit den Soldaten).
3.4.60 In Vorbereitung eines Patenschaftsvertrages mit der Klasse 3b kamen 17 Soldaten der NVA zu Besuch. Am Vormittag erläuterten die Soldaten den Kindern die Handhabung von Waffen und veranstalteten ein Luftgewehrschießen. Am Nachmittag zeigten die Soldaten eine Übung im Gelände, um den Kindern etwas aus ihrer Arbeit zu zeigen. Zum Schluß der Übung übergaben die Soldaten ein Geschenk an die Pioniergruppe.“
In Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 1. Mai mußten Schülerinnen und Schüler die Hauptwege im „Stalinpark“ harken und hacken. [1960 wurde diese Bezeichnung zum letzten Mal verwendet, ab dann kam der alte Name „Gartsbruch“ wieder zur Anwendung.]
Am 27.5.1960 wurden die Grundmauern für eine Schmiede gelegt, die an das Werkhaus angebaut werden soll. Die Steine bekam die Schule kostenlos von der Ziegelei.
Am 18.6.1960 führte die Schule einen Sportelternabend durch.
Zeitungsartikel:
„Anläßlich der Abschlußfeier für das Schuljahr 1959/60 gab der Direktor unserer Oberschule einen Überblick über die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit. Man kann daraus ersehen, daß bisher große Erfolge erreicht wurden. Im Schuljahr 1958/59 hatten 33 Prozent der in Frage kommenden Schüler die Prüfung für die Mittlere Reife mit “gut” bestanden, im letzten Schuljahr waren es dagegen 41,3 Prozent. Besonders die mündlichen Prüfungen zeigten den Einfluß des mit der lebendigen Praxis verbundenen Unterrichtes, wie er durch den “Unterrichtstag in der Produktion” gegeben ist. Die Schüler konnten in vielen Fällen bei der Darlegung ihrer Prüfungsthemen auf Erfahrungen ihrer eigenen Praxis zurückgreifen und die Probleme erschöpfend und mit großer Einsicht behandeln. In den Fächern Physik und Chemie konnten die Schülerexperimente fast in vollem Maße durchgeführt werden. Die dadurch erreichte Selbständigkeit der Schüler führte zu einem Leistungsanstieg. Dies alles war möglich, weil der Rat der Stadt dank der großzügigen Hilfe unseres Staates erhebliche Mittel für die Beschaffung von Lehrmitteln zur Verfügung stellte und stellt. Wenn im Berichtsjahr der “Unterrichtstag in der Produktion” im großen und ganzen schon zufriedenstellend gestaltet wurde, so muß doch um eine weitere Qualitätsverbesserung gerungen werden. Eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Betreuern und Lehrern wird dabei helfen.
Auf dem Wege zur Lösung des Sitzenbleiberproblems wurden ebenfalls Fortschritte gemacht. In neuen Klassen gibt es keine Sitzenbleiber. Insgesamt gab es in diesem Jahr 1,5 Prozent Sitzenbleiber, während es im vergangenen Jahr noch 3 Prozent waren. Eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule und eine größere Einflußnahme der werktätigen Menschen auf die Erziehung unserer Kinder werden zu weiteren Erfolgen führen. Dazu gehört auch der Ausbau der “Alten Molkerei” zu einem neuen und kapazitätsmäßig ausreichenden Schulhort.
Von insgesamt 31 Schulentlassenen werden am 1.9. d. J. 15 einen landwirtschaftlichen Beruf und 4 einen Bauberuf erlernen. Bisher haben sich bis auf 6 alle Schüler der Klasse 8 zur Jugendweihe 1961 angemeldet.
Die Pionierfreundschaft hat im Berichtsjahr 7,6 t Schrott, 2,8 t Papier, 2,9 t Lumpen, über 1 t Wildfrüchte und mehr als 17 000 Flaschen und Gläser gesammelt. Weiterhin wurden 1648 Stunden gesellschaftlich - nützliche Arbeit geleistet, 420 Kaninchen, 166 Hühner sowie Tauben zusätzlich großgezogen und 128 Kaninchenfelle zur Ablieferung gebracht. Insgesamt wurden 321 Sputnikabzeichen, 103 “Goldene Schneeschuhe” und 47 Sportabzeichen errungen. 60 Pioniere pflegen den Briefwechsel mit sowjetischen Pionieren.
Aber noch nicht alle Pioniergruppen haben Patenschaftsverträge mit den Brigaden der sozialistischen Betriebe geschlossen.
Wir rufen alle Genossen und Kollegen dieser Betriebe auf, mit den restlichen Klassen und Gruppen bis zum 11. Jahrestag unserer Republik Patenschaftsverträge abzuschließen, damit unsere Kinder die ganze Liebe und Fürsorge der Werktätigen spüren und erleben.
Das Schuljahr 1959/60 stand im Zeichen dreier Schwerpunkte:
1. Qualifizierte Durchführung des UTP entsprechend der Lehrplansystematik
2. Methodische und fachliche Qualifizierung der Lehrer
3. Sicherung einer festen Ordnung
Die Erfüllung dieser Aufgaben war durch hohen Unterrichtsausfall erschwert, der durch Krankheit und Lehrgänge hervorgerufen wurde. Das amtliche Stundensoll konnte nur mit 84,7 % erfüllt werden. Die Prüfungen der Mittleren Reife zeigten wiederum einen weiteren Leistungsanstieg. 41,3 % der Schüler schlossen die Prüfung mit dem Gesamtprädikat "gut" ab. Der Anteil der guten Noten auf den Zeugnissen stieg auf 55 %. 12 Schüler der gesamten Schule erreichten nicht das Klassenziel. Das sind 2,9 %. In der Durchführung des UTP war eine erfreuliche Qualitätsverbesserung zu verzeichnen. Besonders gute Arbeit wurde in der Schulwerkstatt (Metall- und Elektrotechnik), in der MTS Dargun und in der LPG Warsow geleistet.
In der Berufswerbung gelang es, von 29 Schülern 15 Schüler für landwirtschaftliche und 4 Schüler für Bauberufe zu gewinnen. 89,1 % der Abgangsschüler nahmen an der vorbildlich organisierten Jugendweihefeier teil.
Im Pionierwettbewerb errangen die Klassen 3b und 7 die 1. Plätze. Sie erhielten einen Tischwimpel.
Im einzelnen wurden folgende Ergebnisse erzielt:
1. Es bestanden 26 Lernbrigaden
2. 112 feste Leser bei der Schülerbücherei
3. 3 651,- DM wurden gespart
4. 158 Teilnehmer an Arbeitsgemeinschaften
5. 321 Sputnikabzeichen wurden errungen
6. 8 Patenschaftsverträge wurden mit Brigaden abgeschlossen
7. 304 "Goldene Schneeschuhe" wurden erworben
8. Literaturvertrieb:
107 Leser der "Trommel"
100 Leser der "ABC - Zeitung"
135 Leser "Fröhlich sein und singen"
15 Leser der "Rakete"
9. 60 Pioniere standen im Briefwechsel mit sowjetischen Pionieren
10. Ergebnisse der gesellschaftlich nützlichen Arbeit:
7,6 to Schrott
2,8 to Papier
2,9 to Lumpen
17.300 Stck. Flaschen
1.650 NAW - Stunden
1.08 to Wildfrüchte
128 Kaninchenfelle
11. Kleintierhaltung:
420 Kaninchen
20 Hühner
7 Hähne
139 Tauben
Im Laufe des Frühjahrs 1960 wurde das neue Schulgebäude fertiggestellt, so daß mit Beginn des Schuljahres 1960/61 der Unterricht dort aufgenommen werden kann. Viele fleißige Helfer waren emsig bei der Einrichtung beschäftigt. Reinigungskräfte, unsere Sekretärin, Lehrer und selbst der Direktor halfen Gardinen anbringen und Bänke aufstellen.
Zur gleichen Zeit hatte der Kollege Hilbricht die Erweiterung unserer Schulwerkstatt organisiert. Eltern und ehemalige Schüler halfen fleißig bei der Errichtung des Maschinenraumes. Fenster, Türen und auch die Decke wurden in freiwilliger Arbeit vom Kollegen Hilbricht in Zusammenarbeit mit unserem Hausmeister, Koll. Greschner, fertiggestellt. Jetzt genügt unsere Schulwerkstatt den höchsten Ansprüchen. Zur Einrichtung des neuen Schulhauses, zur Anschaffung von Lehrmitteln für das Schülerexperiment und zur Unterstützung der Schüler der Klasse 9 und 10 wurden insgesamt 37.000,- DM ausgegeben.
Zum Ende des Schuljahres kündigte nach 10jähriger Tätigkeit unser bisheriger Hausmeister, Kollege Greschner, auf Grund der Krankheit seiner Frau den Dienst.
Als neuer Hausmeister zog Kollege Waterstrat mit seiner Frau zu uns. Zum Ende des Schuljahres wurden zwei langjährige Lehrkräfte unserer Schule durch die Abteilung Volksbildung versetzt. Kollege Carls ging als stellv. Direktor an die Karl-Marx-Oberschule Malchin, Kollege Scharff wurde Schulinspektor bei der Abt. Volksbildung Malchin. Für guten Einsatz beim Schulneubau erhielten folgende Kollegen eine Kollektivprämie in Höhe von 500,- DM: Koll. Steinberg, Koll. Carls, Koll. Drenk, Koll. Remmert, Koll. Siebert, Koll. Hilbricht, Koll. Greschner. Weitere Geldprämien erhielten im Laufe des Schuljahres: Kolln. Drenk, Kolln. Derkow, Koll. Scabell, Kolln. Löschner, Koll. Dominka, Koll. Scharff, Kolln. Greschner, Kolln. Olesch, Kolln. Palesch, Kolln. Zingelmann. Zum Tag des Lehrers 1960 wurden folgende Kollegen mit einer Auslandsfahrt ausgezeichnet: Koll. Carls - Rumänien, Koll. Dominka - Ungarn, Koll. Scharff - Ungarn. Für 10jährige treue Dienste erhielt Kolln. Schacht die Pestalozzi-Medaille.“
Beim Bezirksausscheid der "Jungen Kaninchenzüchter" errang die Arbeitsgruppe der Oberschule Neukalen den 1. Platz.
Bei der II. Bezirksmesse der Meister von Morgen in Neustrelitz wurde die Pionierfreundschaft Neukalen mit dem Prädikat "gut" ausgezeichnet.