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Forst– und Jagdwirtschaft in Warsow

 

Horst Burmeister

 

   Die Försterei war in Neu Warsow Nr. 22 untergebracht, was man an dem Gebäude unschwer erkennen kann. Ab 1866 richtete das Darguner Amt hier eine Holzwärterei mit dem Holzwärter Eduard Kühlewind (ca. 1880 - 1901) ein. Später wurden in dem Haus Dienstwohnungen für den Förster Friedrich Hückstedt (um 1913), für Förster Ulrich Köppke (1921) sowie andere Forstangestellte ausgebaut.
   Auf dem Forsthof stand auch ein Pferdegespann, daß für Forstarbeiten genutzt wurde. Bis zum Ende der sechziger Jahre wurden von der Forst ebenfalls Jungrinder gehalten. Zur Försterei gehörte auch Ackerland beidseitig an der Straße nach Dargun. Dazu kamen Wiese und Weideland direkt hinter dem Grundstück der Försterei.
   Später wirkten hier auch der Förster Max Kröning (um 1942) sowie der Förster Diesing. Einer seiner Söhne versteckte Gewehre im Schornstein beim Einmarsch der Russen 1945 und bekam dafür eine 4-jährige Gefängnisstrafe. In der Försterei war ab Mai 1945 auch eine Russenkommandantur untergebracht. Nach dem Krieg wirkte auch für kurze Zeit ein Förster Kremelpacher.
   Warsower Landwirte mußten nach dem Krieg auch Kurzholz fahren, das in Güterwaggons verladen wurde. Oder es wurde Langholz zu Sägewerken bis in den Raum Neustrelitz-Mirow transportiert.
   Bis 1990 gab es in der Försterei auch eine Wildsammelstelle für das von Jägern erlegte Wild. Heute dient das Forsthaus dem langjährigen Forstamtsleiter Herrn Dr. H.-J. Müller und seiner Familie als Wohnhaus.
   Nicht zu vergessen sind auch die ehemaligen Forstmitarbeiter Weißhaupt, Kölzow, Gentsch, Herrmann, Splettstößer, Moll und Wendt, die im Wald gearbeitet haben.
   Während die Jagd im Wald in erster Linie von den Förstern ausgeübt wurde, kam es bei der Feld- bzw. Gemeindejagd zur Verpachtung der Wald-, Wiesen- und Ackerflächen.
   Die Warsower Gemeindejagd wurde mit einem Gebot von 330,00 Mark von den Hofbesitzern Herrn E. Sass, Herrn Schlapmann, Herrn A. Grambow sowie Lehrer Müller ersteigert. Die erste Aufzeichnung hierzu stammt vom 15.04.1926. Eine Neuverpachtung erfolgte am 23.05.1932; wiederum durch ein Gebot von den Hofbesitzern Grambow, Sass und Lehrer Müller.
   Am 25.10.1932 erhielt auch der Landwirt Franz Reder die Erlaubnis, die Jagd sowie den Jagdschutz in der Gemeindejagd Warsow auszuüben.
   Ein Herr Doktor W. Maas erhielt für 136,00 Reichsmark/Jahr die Gemeindejagd. Die Pachtzeit lief vom 01.06.1933 bis zum 30.05.1939. Förster Kröning wurde von Dr. Maas als Jagdaufseher eingestellt. Leider gibt es keine Aufzeichnungen darüber, wer ab dem 01.06.1939 die Jagd ausübte. Man weiß lediglich, daß Sowjetsoldaten ab Mai 1945 in den Wäldern wilderten.
   Erst durch Jagdkommandos der Volkspolizei konnte in den Jahren 1948 - 1949 hier wieder Ordnung einziehen. Auch damals gab es Wildschäden, besonders von Wildschweinen, wobei das Abgabesoll von den Bauern erfüllt werden mußte.
   Ein Zeitzeuge erinnert sich noch daran, wie er während des Krieges und bis Mitte der fünfziger Jahre zusammen mit einem inzwischen verstorbenen Jäger der Wilderei nachging. Es war nicht nur Abenteuerlust, sondern in erster Linie der Bedarf an Fleisch für den eigenen Bedarf, um den Hunger zu stillen.
   1953/54 wurde das Jagdkollektiv Neukalen gegründet. 1963 erfolgte die Bildung der Jagdgesellschaft Neukalen, wozu auch das Jagdkollektiv Warsow zählte.
   Schließlich wurde nach der Wende im März 1992 die Jagdgenossenschaft Neukalen gegründet. In ihr sind alle Landeigentümer der Gemeinde Neukalen Mitglied. Seitdem werden die Ländereien jeweils für den Zeitraum von 12 Jahren an hiesige Jäger verpachtet.
   Am 01.04.2004 erfolgte die Neuverpachtung der Warsower Flächen an Volkmar Kroll aus Neukalen sowie Claus Röpke aus Travemünde, der aber familiäre Wurzeln in Warsow hat und hier ein Wochenendhaus besitzt.

 

Von links nach rechts: Karl Weißhaupt, Wilhelm Kölzow, - ? -, Hermann Hübner

 

Von links nach rechts: Karl Weißhaupt, Wilhelm Kölzow, - ? -, Hermann Hübner

 

 

Von links nach rechts: J. Hermann, A. Weiß-Negl, W. Möller, Voigt (sen.), B. Splettstößer

 

Von links nach rechts: J. Herrmann, A. Weiß-Negl, W. Möller, Voigt (sen.), B. Splettstößer

 

 

Von links nach rechts: J. Herrmann, - ? -, R. Voigt, - ? -, B. Splettstößer (sen.), - ? -,

 

Von links nach rechts: J. Herrmann, - ? -, R. Voigt, - ? -, B. Splettstößer (sen.), - ? -

 

 

Von links nach rechts: R. Voigt, - ? -, B. Splettstößer (sen.), - ? -, - ? -, J. Herrmann

 

Von links nach rechts: R. Voigt, - ? -, B. Splettstößer (sen.),
- ? -, - ? -, J. Herrmann

 

 

Oben von links: Forstarbeiterinnen M. Hoffmann, G. Salewski, Leiding; unten: E. Wendt

 

Oben von links: Forstarbeiterinnen M. Hoffmann, G. Salewski, Leiding; unten: E. Wendt

 

 

R. Voigt und E. Wendt

 

R. Voigt und E. Wendt

 

 

Sauenbergung im Naturschutzgebiet am 13.1.2002

 

Sauenbergung im Naturschutzgebiet am 13.1.2002

 

 

62 Sauen und 6 Füchse erlegt

 

62 Sauen und 6 Füchse erlegt

 

 

Jagdgruppe Neukalen 2003

 

Jagdgruppe Neukalen 2003