Eine ganze Seite soll sie lang sein und am Dienstagabend machte sie im Neukalener Rathaus zum ersten Mal die Runde - ganz geheim in geschlossener Sitzung: eine Liste mit allerlei Sparmaßnahmen, mit denen Neukalen aus den roten Zahlen kommen will. Was davon schon durchsickerte, hat Reporter Torsten Bengelsdorf in Fragen und Antworten zusammengestellt.
Die Stadt will den Gürtel enger schnallen. Was kommt da auf die Neukalener zu?
Bürgermeister Willi Voß (CDU) wollte dazu am Dienstag noch nicht all zu viel verraten. Er werde die Öffentlichkeit erst auf der Stadtvertretersitzung am 9. Oktober über die Sparliste informieren.
Warum beschäftigt sich der Hauptausschuss gerade jetzt mit einer solchen Liste?
Die Stadt hat auch in diesem Jahr wieder keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen können. Die Ausgaben übersteigen mit 237 000 Euro die Einnahmen. Deshalb muss die Stadt ihr Sparkonzept weiterentwickeln. Dieses sogenannte Haushaltskonsolidierungskonzept ist Voraussetzung, dass ein nicht ausgeglichener Haushaltsplan überhaupt genehmigt wird.
Wo kann denn die Stadt überhaupt noch sparen?
Viel Spielraum ist da in der Tat nicht mehr. Allerdings will auch Neukalen jetzt endlich daran gehen und energiesparende LED-Lampen bei der Straßenbeleuchtung einsetzen. Dies soll in zwei Abschnitten passieren. Zunächst in den Ortsteilen, weil dort die Technik ohnehin ziemlich veraltet ist und erneuert werden muss. Danach ist das Stadtgebiet an der Reihe. Durch die LED-Leuchten dürften sich etliche Tausend Euro im Jahr sparen lassen. Im Gespräch war im Frühjahr auch noch eine Reduzierung der Arbeitsstunden im Stadtbauhof. Die Kämmerin des Amtes Malchin hatte zudem angeregt, der Kirchgemeinde das Friedhofsgebäude anzubieten. Allerdings hatten die Stadtvertreter diesen Vorschlag skeptisch gesehen.
Kann die Stadt denn mehr Geld einnehmen?
Da gibt es schon mehr Möglichkeiten. Fest steht, dass die Vergnügungssteuer angehoben wird. Die hat nämlich in Neukalen seit 20 Jahren keiner mehr angefasst. Zahlen muss diese Steuer neben Spielotheken die Diskothek. Auch der Hafen soll mehr Geld bringen. Dazu sollen zwölf neue Liegeplätze geschaffen werden. Doch dürften auch die Gebühren angehoben werden. Höhere Einnahmen verspricht sich die Stadt auch von Gewerbeansiedlungen. So wird der neue Solarpark im Gewerbegebiet seine Steuern an die Stadt zahlen. Und es gibt Verhandlungen über weitere Ansiedlungen. Dabei ist neuerdings auch das Ziegelei- Areal wieder im Gespräch.
Quelle: Nordkurier