Wetteraussichten:
 
 
 
 
Schriftgröße:
 
normale Schrift einschalten große Schrift einschalten sehr große Schrift einschalten
 
Peenestadt Neukalen Vernetzt
 
Suchfunktion:
 
 
 
Newsletter:
 
 
Teilen auf Facebook
 

Denkmal 1870 - 1871

Vorschaubild

Das Denkmal in der Bahnhofstraße erinnert an die Gefallenen des Deutsch - Französischen Krieges 1870/71. Die Enthüllungsfeier fand am 28.5.1899 im "Gartsbruch" statt. 1912 erfolgte die Verlegung des Denkmals an seinen jetzigen Standort.

 

(Baudenkmal im Sinne des Denkmalschutzgesetzes für Mecklenburg-Vorpommern)

 

Zur Geschichte des Denkmals

 

(Wolfgang Schimmel)

 

   Das Denkmal in der Bahnhofstraße

   Das hier abgebildete Denkmal gehört zu den geschützten Baudenkmalen unserer Stadt. Es steht in der Bahnhofstraße und erinnert an die Gefallenen im Deutsch - Französischen Krieg 1870/71.
   Zur Feier der 25. Wiederkehr des Erinnerungstages der Schlacht bei Sedan (1./ 2.9.1870) stiftete der Magistrat laut Beschluß vom 21.8.1895 150,- Mark zur Verherrlichung des Festes und 100,- Mark zur besonderen Verwendung. Der Vorsitzende des 1874 gegründeten Neukalener Kriegervereins, Rektor Otto Oldach, schlug vor, diese 100,- Mark als Grundstock zur Errichtung eines Kriegerdenkmals anzulegen.
   Es wurde ein Ausschuß gebildet, dem folgende Bürger angehörten: Bürgermeister Paul Lindemann, Senator a.D. Theodor Drechsler, Senator August Kossow, Senator August Lange, Rektor Otto Oldach, Dr. Raimund Buschmann, Brandt, Ernst Salchow, Carl Soll, Adolf Röpke, Wilhelm Bruger, Heinrich Mahncke, Ernst Broder, W. Krüger und Fr. Gamm. Nach mehreren Geldsammlungen hatte der Ausschuß das Geld beisammen, um das Denkmal in Auftrag zu geben. Als Standort war der sogenannte Turnerplatz im Gartsbruch vorgesehen. Hier wurde das Denkmal mit der Rückseite in Richtung Übergang zum heutigen Sportplatz aufgestellt, umgeben von einem hübschen Eisengitter.
   Am 28.5.1899 fand die Enthüllungsfeier im Gartsbruch statt. Der Platz wurde ein Jahr später auf Kosten der Verschönerungskasse hergerichtet. Jedes Jahr am Sedanfeiertag marschierte der Kriegerverein - dem etwa hundert Mitglieder angehörten - unter Glockengeläut zum Denkmal, woselbst der Vereinsvorsitzende in seiner Rede mit "kernigen Worten" auf die Bedeutung des Tages hinwies. Auf den Stufen des Denkmals wurde ein großer Eichenlaubkranz niedergelegt. Der Männergesangverein "Liederkranz" trug "patriotische Lieder" vor. Anschließend fand im Gartsbruch ein Konzert und ein Gewinnschießen statt. Der Sieger wurde am Abend feierlich vom Kriegerverein mit einem Fackelumzug nach Hause geleitet. Für Musik sorgte Fritz Kottke. Manchmal konnte man sich sogar ein kleines Feuerwerk leisten.
   1912 erfolgte die Verlegung des Denkmals an seinen jetzigen Standort. Man war der Ansicht, daß es hier - besonders durch den Bahnhofsverkehr und die neu angelegte Straße - besser zur Geltung kommen würde. Dem ist wohl nichts hinzuzufügen. Auch heute noch ist das Denkmal mit seinem über die Zeiten erhalten gebliebenen Adler ein interessanter Blickfang, nicht nur für Besucher.

 

Inschrift auf der Vorderseite des Denkmals:

Dem ruhmvollen Andenken der Teilnehmer am Feldzug 1870 - 71

Stadt und Amtsgerichtsbezirk Neukalen

 

Inschrift auf der Rückseite des Denkmals:

Namen der Gebliebenen

H. Fischer                 aus Neukalen

E. Vollrath                   "      "     "

F. Hering                     "    Salem

F. Suhr                        "    Lelkendorf

C. Kohn                       "    Groß Markow

F. Reppenhagen         "       "       "

C. Schnappauff          "    Kämmerich

 

   Aus einem Bericht von 1932 geht hervor, daß das Eisengitter um das Denkmal in der Bahnhofstraße noch vorhanden war. Es wurde etwa 1937 entfernt.

 

   Zur Erneuerung des Fundaments wurde das Denkmal vom 26.11.2009 bis zum 4.12.2009 von der Firma Natursteine Behrendt abgenommen. Auch der gußeiserne Adler mußte in die Werkstatt.  Mit 3000 € unterstützte die Stadt Neukalen die Reparaturarbeiten, 1000 € spendete die Jagdgenossenschaft Neukalen. Vielleicht läßt sich sogar eines Tages die Umgebung des Denkmals durch ein hübsches Eisengitter und Blumenrabatten so gestalten, daß es wieder einen würdigen und sehenswerten Eindruck macht.

 

Ansichtskarte Kriegerdenkmal im Gartsbruch, 1904 oder früher

 

Ansichtskarte "Kriegerdenkmal im Gartsbruch" von 1904 oder früher

 

Zeichnung auf einer Ansichtskarte von 1900 oder früher

 

Zeichnung auf einer Ansichtskarte von 1900 oder früher

 

Ansichtskarte

 

Ansichtskarte "Kriegerdenkmal" von 1901 oder früher

 

Teil einer Ansichtskarte mit dem Kriegerdenkmal im Gartsbruch (1901 oder früher)

 

Teil einer Ansichtskarte mit dem Kriegerdenkmal im Gartsbruch
(1901 oder früher)