Inventar der Kirche Schorrentin (1811)
Landesarchiv Schwerin, Akte 2.21-1 19522
3 Glocken,
1.) 5 Fuß weit: O rex gloriae p 1474. in Mönch Schrift.
2.) 3 ½ Fuß weit: Soli Deo gloria. Das Herzogl. Wapen. V. G. G., Friedrich Franz, H. z. M., Dem Dreyeinigen Gott zu Ehren ist diese Glocke im Jahr Jesu Christi 1790 durch gnädigste Beyhülfe Sr. jetzt regierenden Herzogl. Durchl. Friedrich Franz, wie auch milde Gaben der christl. Schorrentinschen Gemeine und anderer Wohlthäter der Kirche, in Rostock wieder umgegossen worden. J. G. Raddatz, Pastor. J. V. Schulz, Glockengiesser.
3.) 2 Fuß, 2 Zoll weit: „Herr Nicolaus Schröder, Schleidan; M. M. W. F. Anno 1612. Sacharias Rabandel. Jacob Samo. Martin Schröder.“
Die ersten beyden, besonders die große, sind so sehr geborsten, daß sie außer Gebrauch sind. Die kleine ist im Stande.
Fenster,
10 Luchten, nemlich in Norden 2 doppelte, eine davon über einer iarhunnernte Zeiten gehauenen Thüre; im Süden 3 ganze und über einer Thüre 1 halbe; in Osten 2 ganze und 1 halbe. Hinter dem Altare sind 4 bunte Scheiben mit Engel-Köpfen und in einem gelben Kranze: 1.) Brant, 1708. 2.) Peteriesch, 1708. 3.) Thuehrkau, 1708. 4.) Michael Bastmann und Christian Drewes, 1708. – Die Fenster liegen in Bley und Stein der Mauer; hölzerne Rahmen mangeln. Sie sind größer und kleiner.
1 Altar,
mit einem blauen und weißen Gitter und einer Communicantenbank daran, nebst 2 Seiten-Thüren. Der Tisch ist von Mauer-Steinen, mit Kalk überweißt und mit einer hölzernen Platte belegt, 4 Fuß hoch, 5 Fuß breit, 10 Fuß lang. Das Altarblatt ist neu, 10 Fuß unten breit, etwa 20 Fuß hoch. Auf beyden Seiten steht eine stark, roth und weiß marmorirte Säule, mit großen vergoldeten Schnitzwercke, und darauf eine große blaue und weiße, oben vergoldete Vase; von der Spitze der Säulen an wird das Altarblatt schmaler und endiget in einem großen zackigen vergoldeten Knopfe. Unten ist ein Gemälde in einem vergoldeten Rahmen, die Einsetzung des heil. Abendmahles. Darüber ein Gemälde, 3 Fuß breit, 7 Fuß hoch, auch in einem vergoldeten Rahmen, die Auferstehung Christi: er hat eine rothe Fahne in der Linken und schwebt im Licht-Glanze gen Himmel; am Grabe ein Engel in Strahlen, schlafende, staunende und fliehende Kriegs-Knechte; zur Rechten Golgatha. Oben die Glorie, Strahlen und Triangul, י ה ו ה Die Inschrift steht theils über dem Gemälde der Auferstehung, theils oben links neben einem doppelten Wapen, welches einen Anker und ein Rad enthält in 2 Feldern: „J. C. Krull“, (Kaufmann zu Malchin,) Erbherr auf Schorrentin, C. D. Krull, geb. Behm, et Drüsewitz. Gott zu Ehren, Der Kirche zur Zierde, hat dieses Altar bauen lassen dieses Ehepaar.
3 Altar-Laken,
1.) hellblau, abgängig, vorne mit einem Wapen, in Seide gestickt, und mit der Jahrzahl, wie es scheint, 1717.
2.) grün, mit silbernen Tressen; in einem silbernen Kranze, unter einer Krone, gewirkt, ein Engel, 1757.
3.) das beste liegt beständig auf dem grünen, von Tuch, .........
4 Kelche, 4 Patenen,
von Silber, vergoldet bis auf eine Patene von Blech; bey den beyden ersten ist die Vergoldung schon abgängig.
1.) der große: Der wohlgeborne Herr, Hans Friedrich Levetzow, Ihro Königl. Majestät von Dännemark bestallter Generalmajeur zu Ross und Geh. Rath und Ritter von Dannebrog, hat dieses zu Gottes Ehre gegeben in der Kirche zu Schorrentin anno 1690. nebst dem Wapen.
2.) J. D. v. L., mit demselben Wapen.
3.) Auf diesem mangelt eine Inschrift.
4.) Der Kranken-Kelch: H. T. H. T., Amtmann zu Dargun. Diese Patene ist von Blech.
2 Oblaten-Schachteln,
von Silber, 1.) die große, zu 80 Oblaten, mit dem v. Levetzowschen Wapen und verschlungenen Nahmen J. D. L.
2.) die kleine, vergoldete gehört zu dem Kranken.Geräthe.
1 Wein-Kanne,
von Silber, vergoldet, gehört zu dem Kranken-Kelche und hat mit demselbe einerley Inschrift: H. T. H. T., Amtmann zu Dargun.
3 Kelch-Tücher,
1.) roth, von Seide, mit einer silbernen Kante, gestickt mit gründer und gelber Seide und Silber. In der Mitte ein Lorbeer-Kranz, und darin unter einer Krone: S. T. 1757.
2.) blau, von Seide, mit rother Seide gefüttert, mit einer silbernen Tresse besetzt.
3.) einfach, blau, von Seide, mit einer silbernen Tresse.
1 Pult-Decke
auf dem 6 Zoll hohen Altar-Pulte, gelb, von Seide, mit rother Leinwand gefüttert, mit Franzen von Zwirn besetzt.
12 Altar-Leuchter,
4 von Zinn, fast 2 Fuß hoch, mit einem hohlen Fuße, wovon 2 bezeichnet sind: Schorrentin. 8 von Holz, beynahe 2 Fuß hoch, schwarz, mit breiten hölzernen Füßen auf kleinen Knöpfen.
Tauf-Stein ...
2 Klingebeutel,
1.) grün, von Sammit, mit einer goldenen Tresse und dsgl. Quast. In einem Kranze, mit Gold gestickt: Anno C. S. 1766. Otto Kämmerich.
2.) mit Silber reich und bunt gestickt und mit Tresse und Quast von Silber, mit dem v. Levetzowschen Wapen und Inschrift auf dem Biegel: Joachim Dietrich v. Levetzow. Sophia Amalia v. Bülow, 1728. Bey beyden sind Biegel, Glocke und Heft des Stieles von Silber.
Verzierungen und Orgel mangeln.
Der Beichtsstuhl,
zur Rechten des Altares, 4 Fuß breit, 9 Fuß lang, mit einem blau und weiß angefärbten Gitter und 4 Fenstern darin. Ueber den Fenstern ein Brett, blau, mit vergoldeten Kanten und 3 blau und weiß gefärbten vergoldeten Vasen darauf. enthält die Inschrift: „Gott sey mir Sünder gnädig. J. C. Krull, 1792.“ Er ist nemlich von dem verstorbenen Kaufmann Krull zu Malchin, als dem Eigenthümer von Schorrentin, gebauet worden.
Die Sacristey,
zum Beichten, oben rund gewölbt, hat 2 mit eisernen Stäben verwahrte Fenster, in Norden und Osten, eine Bank, einen Tisch mit Creutz-Füßen, 1 Lehnstuhl mit blaugestreifter Leinwand, den Gottes-Kasten oder Kirchenblock, mit Eisen beschlagen und verschlossen, und eine Thür in Süden.
Die Canzel
in Süden, mitten in der Kirche, von Holz, blau und weiß, mit vergoldeten Streifen, steht auf einem braunen Fuße. Das Stunden-Glas ist abgängig. Der Deckel, mit eisernen Stangen befestigt, ist eben so gearbeitet; daran hengt die Taube. An der Rückwand steht ein Cruzifix mit 2 Weibern. An dem Eingang steht über einer kleinen Thüre mit goldenen Buchstaben: J. C. Krull, 1792.
Die Kirchen-Uhr
schlägt nur volle Stunden, hat 2 Zifferblätter; auch stehen noch 2 andere in Reserve in der Sacristey. Sie bedarf einer Reparatur, welche wenig kosten mögte, ist aber doch dabey außer Stande.