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Bau der Straße nach Lelkendorf

 

Wolfgang Schimmel

 

 

   Vor 100 Jahren erfolgte der Bau der Straße nach Lelkendorf und weiter bis Teterow. Bereits am 18.1.1901 gab es eine erste Vorbesprechung:

 

   „Bei einer Besprechung der Interessenten über die Führung der von Teterow über Teschow, Alt - Sührkow, Gr.Markow, Lelkendorf nach Neu­kalen zu erbauenden Vollchaussee hat man sich über nachstehende Trace geeinigt.

   Die Chaussee beginnt westlich von dem an der Niendorf- Teterow'er Chaussee belegenen zu Pampow gehörigen Abbau und geht von hier in möglichst gerader Linie an die ungefähr an der Teterow - Teschow'er Grenze gelegene Wegebiegung des alten von Teterow nach Teschow füh­renden Landweges heran, welcher Landweg bis Teschow unter möglich­ster Begradigung innegehalten wird.

   Bei Teschow ist die Chaussee durch das Dorf zu führen oder falls dies wegen der dadurch erwachsenden größeren Länge der Strecke un­thunlich erscheint, ist dieselbe gerade aus am äußeren Dorfrande entlang zu führen.

   Von Teschow bis Alt - Sührkow ist im wesentlichen dem alten Wege zu folgen. Von Alt - Sührkow geht die Chaussee durch das Dorf an der äußeren Seite des Hofes entlang, dann weiter so nach Gross - Markow, daß eine Ueberbrückung der Peene beziehungsweise des Canals mög­lichst nur einmal erforderlich wird und der vom Westausgang von Gross Markow in der Richtung auf den Bockhorst - Berg zu auf dem Meßtischblatt „Neukalen“ verzeichnete Weg benutzt wird.

   Bei Gross - Markow ist die Chaussee, wenn technisch ausführbar, unter Vermeidung einer Durchquerung des Hofes oder Parkes so zu füh­ren, daß die Chaussee zwischen Hof und Friedhof hindurch oder nörd­lich des Friedhofes in die Dorfstraße mündet.

   Von Gross - Markow wird bis zur ersten Wegbiegung der bestehende Weg nach Lelkendorf benutzt, von da geht die Chaussee südlich von dem an der Südseite des alten Weges liegenden kleinen Tannenkamp in gerader Linie bis Lelkendorfer Holz, verfolgt hier den auf dem Meáßtischblatt angedeuteten Privatweg und mündet am Fuß der Langen Berche in den von Karnitz nach Lelkendorf führenden Weg, geht dann an der Westseite des Dorfes entlang und mündet ungefähr bei der Schmie­de in die Landstraße nach Neukalen, die im übrigen unter möglichster Abminderung der Höhe 25,8 dicht hinter der Lelkendorfer Grenze ver­folgt wird, und im letzten Teile verlassen wird, um in gerader Linie in die Neukalen - Gnoien'er Chaussee einzumünden.“

 

   Für den geplanten Chausseebau nach Teterow über Lelkendorf fer­tigte Maurermeister Harm eine Skizze der Flurkarte an.

 

   Über Probleme und die Behebung finanzieller Schwierigkeiten schrieb der Major von Levetzow in Lelkendorf am 5.6.1902:

 

   „An den verehrlichen Magistrat der Stadt Neukalen

Auf das gefällige Schreiben vom 28. Februar d. J. wird sehr erge­benst erwidert, daß ich bei den stattgehabten mündlichen bezw. schriftlichen Verhandlungen mit den übrigen Mitgliedern des Wegever­bandes Teterow - Lelkendorf auf große Schwierigkeiten gestoßen bin. Eine genaue Erörterung derselben an dieser Stelle in frgl. Angele­genheit würde zu weit führen, es steht aber fest, daß bei der zur Zeit herrschenden Meinung Zugeständnisse behufs Gewährung flüssiger Geldmittel zum Weiterbau der Chaussee kaum zu erlangen sein dürften.

   Allgemein wird es für richtiger gehalten einstweilen die Chaussee nur bis Lelkendorf zu bauen und die weitere Entwicklung des Verkehrs abzuwarten. Die Gründe der einzelnen Interessenten für diese Auffassung sind wesentlich verschieden, doch ist das Resultat das Gleiche.

   Ich persönlich fürchte nun, daß die Chaussee Lelkendorf - Neuka­len überhaupt nicht zu Stande kommt, wenn die Angelegenheit wiederum hinausgeschoben wird, da ja alsbald der Zeitpunkt eintritt, wo Neu­kalen unter den derzeitigen Bedingungen überhaupt nicht mehr in den Wegeverband eintreten kann.

   Die Chaussee Teterow - Lelkendorf wird voraussichtlich im näch­sten Frühjahr eröffnet werden; sollte bis dahin auch der Bau der Eisenbahn Malchin - Dargun begonnen haben, so unterliegt es keinen Zweifel, daß dann der Wegeverband die Fortführung der Chaussee nur bis zu dem nächstgelegenen Bahnhof gestatten würde.

   Da mir nun persönlich an einer directen Chausseeverbindung mit Neukalen viel gelegen ist, so mache ich dem verehrlichen Magistrat den Vorschlag, den Bau der Chaussee noch in dieser Zeit wo die Auf­nahme in den Wegeverband günstig ist in die Wege zu leiten und erbiete ich mich eine einmalige Beihülfe aus der Lelkendorfer Haupt­kasse von 4000 Mark „Viertausend Mark“ zur Verfügung zu stellen, welche nach Abnahme der Chaussee durch die Regierung, baar gezahlt werden wird. Dagegen würden diejenigen Summen welche trotz der ent­gegenstehenden Schwierigkeiten etwa noch von Diesem oder Jenem der übrigen Interessenten zu erlangen sein würden, wiederum der Lelken­dorfer Hauptkasse zu gute kommen. Es würde lediglich meine Sache sein, nach dieser Richtung hin das Erreichbare anzutreten. Die Stadt würde also damit nichts weiter zu thun haben, weder Anleihen zu ge­währen brauchen noch Verhandlungen zu führen haben. Ich würde die geschäftlichen Schwierigkeiten und das Risiko tragen, damit die Stadt Neukalen in der Lage ist, mit einer sicheren Summe rechnen zu können.

   An die Bewilligung dieser 4000 Mark „Viertausend Mark“ würde ich im Einverständnis mit den übrigen Interessenten allerdings die Be­dingung knüpfen müssen, das der Hausgutspachtung Schönkamp eine Ueberfahrt an die Nebenchaussee nicht gewährt werde, vielmehr Vor­kehrungen getroffen werden, welche die Benutzung der Nebenchaussee von der Schönkamper Feldmark aus verhindern.

   Schönkamp trägt weder zur Erbauung noch auch zur Erhaltung dieser Kunststraße irgend etwas bei, während andererseits seine durch die Rübenwirtschaft bedingten Fuhren die Chaussee schwer belasten wür­den, wie beispielsweise im verflossenen Winter der Weg von Neukalen bis zur Lelkendorfer Grenze annähernd unpassierbar war, weil der ge­sammte Schönkamper Kalkschlamm auf demselben herangefahren wurde.

   Indem ich um eine baldige Antwort geziemend ersuche, habe ich die Ehre zu sein mit besonderer Hochachtung eines hochverehrlichen Magistrats

            ergebener      v. Levetzow – Lelkendorf“

 

   Auf der Stadtverordnetenversammlung am 6.6.1902 wurde diesem Vor­schlag zugestimmt. Im Herbst 1902 begannen die ersten Vorarbeiten zum Chausseebau, am 16.3.1903 war Baubeginn. Der Kostenanschlag für den Straßenbau bis Lelkendorf wies einen Betrag von 89190,- Mark aus.

 

   1903 war die Chaussee fertiggestellt.