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Erste Straßenbeleuchtung 1866

 

Wolfgang Schimmel

 

Bis 1866 gab es in Neukalen keine Straßenbeleuchtung. Wer noch nach Sonnenuntergang unterwegs war, mußte eine Handlaterne mitnehmen, um sich in den dunklen Gassen zurechtzufinden. Dem Beispiel der größeren Nachbarstädte folgend, führte nun auch Neukalen eine Straßenbeleuchtung ein. Eine Zeitungsnotiz vom 12.11. 1866 berichtet darüber folgendes:

 

"Schon vor mehreren Jahren wurde wiederholt darauf hingewirkt, eine Straßen - Erleuchtung hier einzurichten, jedoch bisher vergebens. Jetzt endlich ist die Sache dahin gediehen, daß wir eine solche Erleuchtung durch unsere Hauptstraßen und über den Markt wenigstens verwirklicht sehen. Die Anwohner dieser Straßen ec. haben auf desfallsige Aufforderung einen freiwilligen Beitrag zur Unterhaltung event. zur Anschaffung des nötigen Brennmaterials der angebrachten Lampen gerne geleistet, wünschenswert bleibt aber jedenfalls, daß auch auf die Neben- und Hinterstraßen in gleicher Weise Bedacht genommen wird. Wie man allseitig vernimmt, würden auch die Anwohner solcher Straßen gerne bereit sein, zur Beleuchtung ihres Terrains ihre Beihülfe nicht zu versagen und ist es gewiß nicht zu leugnen, daß die Beleuchtung dieses Stadtgebietes für den innern Verkehr eben so notwendig wenn nicht noch dringender ist, als die bisher eingeführte Beleuchtung."

 

Der Magistrat hatte 36 große Laternen beschafft. Sie waren auf Holzpfosten montiert und wurden mit Petroleum, damals Photogen genannt, betrieben. Zur Bestreitung der Unkosten war eine besondere Kasse eingerichtet worden, und jeder Hausbesitzer hatte das sogenannte Leuchtengeld beizusteuern. Der jährliche Beitrag betrug:

 

1. Für ein ganzes Haus: 40 Schilling

 

2. Für ein halbes Haus: 20 Schilling

 

3. Für ein viertel Haus: 10 Schilling

 

4. Jeder Mieter, der über 14 Rthlr. Miete lag, bezahlte für 1 Rthlr. Miete = 1/4 Schilling.

 

Die Laternen brannten vom Oktober bis zum März. Bei Eintritt der Dunkelheit wurden sie vom Nachtwächter angezündet und um 22 Uhr wieder gelöscht. Ende März wurden die Laternen - bis auf drei am Markt - von den Pfosten abgenommen und auf den Rathausboden gebracht, um dann Anfang Oktober wieder in Betrieb gesetzt zu werden.

 

Für den Zeitraum Oktober 1868 bis Ostern 1869 wurden insgesamt 156 Rthlr. 1 Schilling 6 Pfennig Leuchtengeld eingenommen.

 

1872 war der Glaser H. Lück für die Straßenbeleuchtung zuständig.

 

Diese Straßenbeleuchtung bestand bis etwa 1905.