Rock für den Frieden am 11.7.2026 in Neukalen
Meldung aus Stadt NeukalenJa, das war sie jetzt, die 4. Auflage von Rock für den Frieden, diesmal im wunderschönen Hafen von Neukalen! Ich hatte ja gar nicht geahnt, was für eine Schönheit dieser kleine, abgelegene Ort zu bieten hat!
Die 4. Auflage führte nach dem großen Event im vergangenen Jahr in Bad Doberan mit Jochen Arenz wieder in die Heimatregion der Ideengeber des Wiederauflebens des großen Musikfestivals, das in der DDR von 1982 bis 1987 in Berlin stattfand und hier als Höhepunkt in der Rockszene der DDR galt. Jeder spielte dort gern.
Idee war, eine neue Tradition ins Leben zu rufen, und da allen Beteiligten Frieden ein Herzensthema ist, lag ein Festival unter diesem Motto nahe. Zweite Idee war, regionale Bands zu beteiligen und zu präsentieren.
Das Team für Rock für den Frieden, insbesondere Gerold Lehmann, Wolfgang Meier, Katja Birkholz, La Luna, Jan Tessin, Boris Bauer (und ich selbst war diesmal nur am Rande beteiligt) hatte in der Vorbereitung wieder ganze Arbeit geleistet, Hand in Hand mit Neukalenern und den Mitarbeitern des Katzenhaus Neukalen um Monique Stahr Kohls. Die diesjährigen Spenden kamen dann auch dem Katzenhaus zu Gute! Und Ute Bella Donner 's Friedensschirme waren auch im vierten Jahr wieder dabei!
Nach einem Vormittag mit maritimen Wettbewerben starteten wir in das Programm. Malerisch gelegen, mit Blick auf den Hafen, ließ auch die Versorgung kaum zu wünschen übrig. Es ging von Friedenssuppe (alias Soljanka), Kartoffelsuppe zu Grillgut, Grillgemüse über Pancakes, riesige Sandwiches mit viel Rohkost und (wir waren ja am Hafen) ziemlich viel Fisch und anderem weiter! Getränke, was immer der Durst begehrt. Eis!!! Bei der Hitze eine Wohltat! Eus in verschiedenen Formen- Softeis, Kugeleis, Eisschokolade- letztere sah schon total sündhaft aus einfach, und natürlich gab es auch Käffchen.
So, zum Programm: Die Malchiner Schalmeien e.V. . Ich dachte vorher- wie langweilig! Aber npscht da! Die waren ja sowas von geil und gingen ab wie Raketen! Ein wahres Feuerwerk gar! "Sun of Jameica"- voller Bewegung, von klein bis groß! Die Pauke- so großartig! Und dieses Instrument, "Powerblock" genannt, das schaffte total coole Rhythmen! Geil! Jugendliebe in Schalmeienorchester- Version- ein Erlebnis einfach! Der jüngste und kleinste Mitspieler des Trupps an der Trommel und voll beseelt, ist erst fünf Jahre jung!
Michael Großmann moderierte und führte wieder geschickt und lebendig durch das Programm des Nachmittags und Abends.
Es folgte mit gediegenem Programm der Malchiner Stadtchor Viva la Musica. Auch sie hatten Friedenslieder im Gepäck. Am Ende Soli. Bei "Es ist an der Zeit" sangen einfach fast alle Publikumsjaner mit, war klar und anders auch nicht zu erwarten gewesen!
Die nächste Überraschung stand bereit! Die Melodealer! Zartgesotten- so sagen Sie von sich selbst, erfrischende, bissig- satirische Texte zu altbekannten Melodien. Ich schätze mal gerade, die bedürfen noch eines gesonderten Beitrags! Eben eine Satire- Folk- und Weltmusik- Band! "Du hast den Ölfilm vergessen" (Melodie kann sich bestimmt jeder hier denken ), Bulat Okudschawa frei übersetzt alias "Und die erste Liebe" alias "Tribut" im Original (viele von uns kennen di!ähnliche Version von Tino Eisbrenner)! Interessante Instrumente wie Bouzouki, Bassklarinette, Akkordeon von Gennadi, "profane" Sopranblockflöten im Duo zu der Melodie von "Unsre Heimat". Überraschend, erfrischend, belebend und zum Nachdenken anregend.
Mit Wolle Meier ging es weiter- auf den hatte ich mich schon lange gefreut! Mit einem Song von Christian Haase "Alle nur blind" eröffnete er sein Programm. Bämm- das haut rein. Weiter ging es mit Songs von Karussell-Rockband, Gundermann und viel mehr (Wolle möge mich ergänzen). Auch seine Version von "Es ist an der Zeit" blieb nicht ungehört, und auch hier Publikumschor im Background unüberhörbar.
Riesengetummel im Anschluss: Unser Mecklenburger Cowboy Jan Tessin hat offenbar eine riesige Fangemeinde, was nicht verwundert, spielt er wohl doch jeden Freitag Abend im Malibu in Malchin. Und offenbar sind ihm viele hinterher gereist. Auf der Wiese wurde es lebendiger, der Publikumschor schwoll an und kam richtig in Schwung. "Man nennt mich hier den Mecklenburger Cowboy" Tessi hatte eine junge Nachwuchssängerin mitgebracht, die junge Künstlerin Isabella aus Tutow ist erst stolze 9 Jahre alt. Na die hat vielleicht Eier!!! Die Wiese vor der Bühne bebte.
Es war schon nach 21:00 Uhr, als der Hauptact begann. Bad Penny hatte auch viele Rostocker aus dem Fanclub angezogen, sodass sich der Platz schlussendlich noch mehr füllte. Die Wiese war jetzt voll von tanzenden Menschen jeden Alters. Bei Irish Scottish Folk Rock hält es halt kaum noch wen auf dem Stuhl. Drei Damen hatten das Konzert verlassen wollen, weil sie schon Stunden im Publikum saßen. Na, meinte ich so, da verpasst Ihr jetzt aber was. Sie hörten auf mich und blieben. Tja, watt soll ich sagen: Kurz nachdem sie sich gesetzt hatten, stürzten sie sich auch schon begeistert unter die Tanzenden. Ne, da hatte ich nicht zu viel versprochen.
Logisch rockte die Band das Publikum, und die Jungs um Ola Van Sander, Dimi Douhan an der Gitarre und Roman am Bass, beide aus Weißrussland kommend, und auch der junge Schlagzeuger Janik Bensch glänzten vom Feinsten. Roman holte zu manchem Stücken auch seine Violine heraus, sein Spiel ergänzte das Setting vom Feinsten! Passt! Endlich wieder eine Violine bei Bad Penny. Sven Gierling, Einheimischer aus Malchin, komplettierte ab und an mit der Gitarre die Truppe, was Riesenbeifall garantierte.
Wolle, der mit Ola befreundet ist und ebenfalls für diese Musik brennt, wurde mit seiner Gitarre auf die Bühne geholt! Was für ein großartiges Gespann! Spannend wurde es, als Ola eine Überraschung ankündigte und Dimi von der Bühne schickte. Da kam der doch tatsächlich mit einem Dudelsack um die Ecke kam und stolz aufspielend über die Bühne marschierte! Kann er auch stolz sein!
Ein wundervoller Abend ging dem Ende entgegen. Es war dann doch schon eine Stunde vor Mitternacht.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich einen Menschen, ohne den das alles gar nicht so ein Hörerlebnis geworden wäre! Denn ohne die Tontechniker hätten wir alle nicht viel Freude daran! Hier war an diesem Abend Lutz Wagner alias "Papa L". Gerade bei einem Chor alle Stimmen gut hörbar zu machen, ist hoch anspruchsvoll und große Kunst. Und es war gut für mich, auf ihn zu treffen, hatte er doch gleich den nächsten Konzerttip für den folgenden Sonntag für mich- Die "Crazy Birds".
Schön war es auch, Jenny Richter und Gisela wiederzutreffen und Andreas und Beate. Es war halt tatsächlich ein Fest! Ein echtes Friedensfest! Doch nun hört und seht selbst! Viel Spaß, hatten wir auch!